Verlagsgruppe Droemer Knaur



Die Entdeckung Amerikas

1492

Die Entdeckung Amerikas wird heute vorrangig Christoph Columbus zugeschrieben, bereits 500 Jahre zuvor waren jedoch die Wikinger unter Leif Eriksson auf dem amerikanischen Kontinent gelandet.

Um neue Gebiete für die spanische Krone zu erobern und einen Seeweg nach Indien zu finden, stach Columbus am 3.8.1492 mit den drei Schiffen Santa Maria, Pinta und Nina von Katalonien aus in See. Nach einem einmonatigen Aufenthalt auf den Kanaren, wo die Schiffe überholt wurden, segelte die Flotte weiter nach Westen. Je länger die Reise auf See dauerte, desto beunruhigter wurde die Mannschaft und Columbus konnte nur knapp eine Meuterei abwenden.

Die Freude und Erleichterung war groß, als am 12. Oktober der Matrose Rodrigo de Triana „Land in Sicht“ rufen konnte, die Mannschaft hatte die Bahamas erreicht und ging auf der Insel Guanahani, später von Columbus San Salvador genannt, an Land. Von den Einwohnern arglos und freundlich empfangen, entspann sich ein reger Tauschhandel, das erhoffte Gold fanden die Spanier jedoch nicht. Columbus notierte in sein Bordbuch, dass man die „Indigenas“ gut als Sklaven abrichten könne und sie sich leicht zum Christentum würden bekehren lassen. Mit sechs Einwohnern als Geschenk für das spanische Königspaar Ferdinand und Isabella brach die Flotte weiter südwestwärts auf.

Auf der Weiterfahrt über die Antillen strandete die Santa Maria am 25. Dezember vor der Insel Hispaniola und Columbus errichtete den Berichten nach aus den Wrackteilen die erste spanische Festung „La Navidad“. Kolumbus rief sich zum Gouverneur und Vizekönig der neuen Kolonie aus und ließ einen Teil der Besatzung als Siedler zurück, bevor er am 16. Januar 1493 die Heimreise antrat.

Am 15. März erreichte er die spanische Küste und wurde als triumphaler Entdecker bejubelt.
Bereits im September 1493 brach Columbus zu seiner zweiten Reise auf, diesmal mit 17 Schiffen und etwa 1.500 Leuten, die die entdeckten Gebiete besiedeln sollten. Auf der Fahrt nahm Columbus die Inseln der kleinen Antillen für die spanische Krone in Besitz und erreichte im November die Insel Hispanola. Die von ihm erbaute Festung war zerstört und die zurückgelassenen Spanier getötet.

An anderer Stelle baute er die Festung „La Isabela“ und siedelte die mitgebrachten „Kolonisten“ an. Im April brach die Flotte auf der Suche nach dem Festland auf, in der Hoffnung hier das ersehnte Gold zu finden. Ohne die Küste Mittelamerikas zu erreichen, kehrten die Schiffe im September zur Festung „La Isabela“, die ins Chaos gestürzt war, zurück. Die Siedler hatten sich untereinander zerstritten und sich durch schlechte Behandlung die „Indianer“ zu Feinden gemacht.

Nach einem Feldzug gegen die Ureinwohner ließ Columbus über 500 von ihnen gegen den Willen des Königspaares nach Spanien verschiffen. Über die Hälfte starb während der Überfahrt, die Überlebenden wurden nach ihrer Ankunft in Spanien auf Geheiß der Königin freigelassen und nach Hause zurückgebracht. Das erzürnte Königsaar schickte außerdem im Oktober 1495 eine Untersuchungskommission nach Hispaniola, woraufhin der in Ungnade gefallene Columbus die Kolonie verließ und nach Spanien zurückkehrte. Er konnte jedoch nach seiner Ankunft die Gunst der Herrscher zurückgewinnen.

Zu seiner dritten Reise brach er im Mai 1498 auf und wählte eine südlichere Route. Über die Kapverdischen Inseln gelangte er nach Trinidad und Tobago. Nach der Erkundung der südamerikanischen Küste erreichte die Expedition die Insel Hispaniola, wo die Siedler gegen den Kommandanten der Insel, Columbus´ Bruder Bartolomeo, rebellierten. In Spanien protestierten heimgekehrte Siedler gegen die Brüder Columbus, woraufhin der König im Mai 1499 Columbus als Gouverneur absetzte. Columbus wurde vom neu ernannte Gouverneur de Bombadilla 1500 in Ketten nach Spanien zurückgeschickt, wo er zwar begnadigt wurde, jedoch Ansehen und Ämter verloren hatte.

Zudem hatte Portugal mit Vasco da Gamas Südroute um Afrika das Wettrennen um den westlichen Seeweg nach Indien gewonnen.
In der Hoffnung den Beweis für eine Passage über Mittelamerika nach Indien zu erbringen, stach Columbus 1502, von seinem Sohn Fernando begleitet, erneut mit vier Schiffen in See. Im August betrat er bei Kap Honduras erstmals das amerikanische Festland. Nach Schiffbruch und Meuterei kehrte er 1504 nach Spanien zurück. 1506 starb er in Valladolid, ohne seine Privilegien und Titel zurückerlangt zu haben.

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