Verlagsgruppe Droemer Knaur



Die Purpurlinie - Ein Kriminalfall der Kunstgeschichte

Einleitung

Viele Autoren recherchieren ausführliche für ihre Romane. Sie suchen nach spannenden historischen Quellen, die den Leser verblüffen. So auch Wolfram Fleischhauer. Doch dem jungen Autor ist bei der Recherche zu seinem ersten Roman etwas Einzigartiges gelungen. Durch Zufall stößt er auf geheime Korrespondenz, die es ihm ermöglicht, einen Kriminalfall aus dem 16. Jahrhundert zu lösen. 

Bereits als Student der Literatur in Paris ist Fleischhauer fasziniert von einem geheimnisvollen Gemälde aus dem Louvre: „Gabrielle d‘ Estrées und eine ihrer Schwestern“. Es zeigt eine Dame, die mit spitzen Fingern die Brustknospe einer anderen umfasst. Der Künstler ist anonym und auch über die historischen Hintergründe und die im Bild enthaltene Symbolik ist den Kunsthistorikern nichts bekannt. 
 
Egal wo sich Fleischhauer zu Studienzwecken gerade aufhält, stets hängt eine postkartengroße Reproduktion des Gemäldes über seinen Schreibtisch. „Wann immer ich etwas Zeit erübrigen konnte, stöberte ich in Bibliotheken und Archiven herum und versuchte herauszufinden, was es wohl mit diesem verstörenden Porträt auf sich hatte.“ Schon bald sind die wenigen Quellen in Deutschland erschöpft.
 
Fleischhauer beendet sein Studium und zieht für unbestimmte Zeit nach Paris, um sich seinen Nachforschungen widmen zu können. „Den Sinn dieses Bildes zu entschlüsseln war mittlerweile schon etwas mehr als nur eine fixe Idee. "Ich musste unbedingt dieses Geheimnis lösen, und ich würde ein Buch darüber schreiben.“" 
 
Mehrere Jahre nehmen seine Nachforschungen in Anspruch. Fleischhauer stößt auf eine Vielzahl von ähnlichen Gemälden und kommt allmählich auf die Idee, dass es sich nicht um ein Portrait im eigentlichen Sinne handelt, sondern vielmehr um geheimnisvolle Arrangements von Zeichen und Gesten, die auf einen tieferen oder nur Eingeweihten zugänglichen Zusammenhang verweisen. In der Kunst des frühen 17. Jahrhundert – dem Manierismus – war dieses Verfahren sehr beliebt.
 
Statt zu einer Lösung zu gelangen, wirft die Recherche nun noch mehr Fragen auf. Schließlich kommt Fleischhauer ein Zufall zur Hilfe. Inzwischen in Brüssel lebend stößt er auf die fehlenden Depeschen der geheimen Korrespondenz zwischen dem florentinischen Geheimagenten Bonciani und Ferdinand de Medici. Die Depeschen wurden erst zu Beginn der 50er Jahre im Medici-Archiv in Florenz zutage gefördert, konnten jedoch kaum ausgewertet werden, da sie von ihren Verfassern verschlüsselt worden waren. Dieser wohl verblüffendste Quellenfund zu diesem Stoff ist das fehlende Teilchen im Puzzle. Es gestattet eine völlig neue Sichtweise auf das Kunstwerk. „Ich habe zwei Rätsel - das der Gemälde und jenes der Geheimdepeschen - übereinandergelegt und dabei die Umrisslinie eines psychologischen und politischen Dramas entdeckt, das den Spannungsbogen meiner Erzählung bildet.“

Aus der unheilvollen Entstehungsgeschichte jenes Porträts entstand Fleischhauers erster Roman "Die Purpurlinie", ein atemberaubend spannender Kriminalroman. Seine Romane sind Seltenheit im deutschen Literaturbetrieb. Mühelos verbinden sie erzählerisches Niveau und eine packende Handlung zu »kultureller Hochspannung«. Mit "Das Buch, in dem die Welt verschwand" vollendet Wolfram Fleischhauer nun einen Zyklus von Romanen, in deren Zentrum die Künste stehen - Malerei, Literatur, Musik und Philosophie. 


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