Verlagsgruppe Droemer Knaur



Marc Levy im Interview

27.02.2008
Monsieur Levy, wie lebt es sich denn so, seit Sie reich und berühmt sind?
 
Ich lebe mit meinem Sohn in London und betrachte mich eigentlich nicht als Schriftsteller, da ich erst drei Bücher veröffentlicht habe. Eine Person des öffentlichen Interesses zu sein bedeutet mir nichts, ebenso wenig wie auf der Straße erkannt zu werden. Das finde ich eher störend. Ich habe mir schon einen Bart wachsen lassen, damit ich meine Ruhe habe ...

Der Erfolg meiner beiden ersten Romane erlaubt es mir allerdings, mich nun hauptberuflich dem Schreiben zu widmen, was mir unglaubliche Freude bereitet. Aber damit der Traum nicht endet, muss ich hart arbeiten. Noch bin ich nur ein Handwerker.
 
Ihre Romane sind fast ausschließlich aus der Kameraperspektive verfasst ...

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Als Kind wollte ich immer Kinoregisseur werden. Ich schreibe, wie ich sehe. Wenn man mir sagt, dass ich einen eher visuellen Schreibstil pflege, bereitet mir das größtes Vergnügen.
 
Ist das der Grund, weshalb Sie Ihre Protagonisten nur andeutungsweise beschreiben?

Der Unterschied zwischen Film und Buch ist, dass der Film vom Auge strukturiert wird, das Buch von den Emotionen. Der Luxus des Buches, im Vergleich zum Film, liegt in der Möglichkeit der freien Interpretation unserer Gefühle. Genau wie in einer Liebesbeziehung, soll im Roman jede Figur für jeden Leser einzigartig sein.

Sollte man sich sein Leben erträumen, oder es einfach leben, auch wenn die Realität weniger schöne Seiten hat?
 
Meine Heldin im zweiten Buch Wo bist du? entscheidet sich für die Flucht, indem sie sich in Honduras sozial engagiert. Ihre Kraft liegt darin, dass sie um der Sache Willen loszieht, und schließlich die Menschlichkeit entdeckt. Das gibt ihr letztlich die wahre Ruhe. Genauso wie man nicht aufhören kann zu atmen, kann auch der Einsamste unter uns nicht anders als zu lieben.

In Ihrem dritten Roman Sieben Tage für die Ewigkeit treten Zofia als Abgesandte des Himmels und Lucas als Vertreter des Teufels gegeneinander an. Es gilt, die Weltherrschaft zu erkämpfen. Doch dann passiert etwas Unvorhergesehenes ...

Ja. Wer am Ende das Sagen auf Erden behält - Gott oder Luzifer –- das entscheiden weder teuflische Pläne noch himmlische Eingebungen. Doch lesen Sie selbst! 
 

Der Autor

Marc Levy

Portrait von Marc Levy

Marc Levy wurde 1961 als Sohn eines Verlegers in Frankreich geboren. Er ist von Beruf Architekt und entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino.

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