Verlagsgruppe Droemer Knaur



Johannes Mario Simmel

(7. April 1924 – + 1. Januar 2009)

Johannes Mario Simmel
verstarb am 1. Januar 2009
84-jährig in der Schweiz.
Wir trauern um unseren Autor,
der dem Droemer Knaur Verlag
fast 50 Jahre lang die Treue gehalten hat.
Wir haben ihm viel zu verdanken.


Johannes Mario Simmels Werk umfasst 30 Romane, Erzählbände und Jugendbücher. Seine Werke sind in 40 Ländern erschienen. Zwölf Romane wurden verfilmt oder für das Fernsehen bearbeitet. Neben seinem schriftstellerischen Wirken hat sich Johannes Mario Simmel mit großem Engagement für Menschen in Not und für zahlreiche soziale Institutionen im In- und Ausland eingesetzt – ohne nach außen in Erscheinung zu treten. Johannes Mario Simmel starb am 1. Januar 2009 mit 84 Jahren in der Schweiz.

Johannes Mario Simmel, 1924 in Wien geboren, gehörte mit seinen brillant erzählten zeit- und gesellschaftskritischen Romanen, Kurzgeschichten und Kinderbüchern zu den international erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Wie kein anderer Schriftsteller hat er als „Chronist seiner Zeit“ (Hans-Christian Blumenberg in Die Zeit) aktuelle Themen aufgegriffen, auf der Basis wahrer Begebenheiten gesellschaftspolitische Missstände aufgezeigt, zur Bewusstseinsänderung und zum kritischen Hinterfragen aufgerufen. Johannes Mario Simmel war „Aufklärer und Entertainer in einem, dazu Sozialdemokrat, Moralist, Pazifist“, schrieb Fritz Rumler in Der Spiegel zum Erscheinen seines letzten Romans, „Liebe ist die letzte Brücke“.

„Man soll ihn hochjubeln! Er war ein fröhlicher Apokalyptiker, ein großer Liebender und der populärste Autor der Bundesrepublik.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Im Januar 1945 musste Johannes Mario Simmel vor den Nationalsozialisten untertauchen. Sein Vater war Sozialdemokrat wie der Großvater und bezahlte seine politische Überzeugung mit dem Leben. „Der Nationalsozialismus ist mein Lebenstrauma“, sagte Johannes Mario Simmel einmal. Er arbeitete nach dem Studium und der Ausbildung zum Chemo-Ingenieur zunächst als Dolmetscher der Amerikanischen Militärregierung für Österreich. In dieser Zeit entstanden die ersten Novellen und der Roman „Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“. Johannes Mario Simmel wurde Kulturredakteur der Welt am Abend und begann, Drehbücher für Willi Forst zu schreiben.

„Johannes Mario Simmel war ein Moralist, der nach dem Krieg mit dem rasanten Lob auf die neue Zeit das Leben umarmte - ohne sich bei den Mächtigen anzubiedern.“ (taz)

1950 übersiedelte Johannes Mario Simmel nach Deutschland und lebte fortan in Berlin, Hamburg und München. Er wurde Chefreporter der Quick und reiste im Auftrag der Illustrierten durch die ganze Welt. In dieser Zeit schrieb er 36 Drehbücher für zahlreiche namhafte Regisseure und internationale Co-Produktionen. 1969 folgte dann der endgültige Durchbruch: Das Buch „Es muß nicht immer Kaviar sein“ fand internationale Anerkennung; das Theaterstück „Der Schulfreund“ gewann den ersten Preis beim Dramatikerwettbewerb und wurde fortan auf allen großen Bühnen der Welt gespielt.

„Die Welt kann man als Schriftsteller nicht verändern. Aber gewisse Sauereien kann man abstellen.“ (Johannes Mario Simmel)

Es waren stets gesellschaftspolitische oder ethische Missstände, die ihn angetrieben haben, sie zum Thema seiner Bücher zu machen. Seien es die ungeheuren Verbrechen der NS-Zeit oder der neu aufkeimende Neonazismus, seien es Drogenhandel, Alkoholismus, Fremdenhass oder der Schrecken eines neuen Krieges mit „chirurgischen“ Waffen. Seien es die Gefahren der Gen-Manipulation, die skrupellose Umweltzerstörung oder das Schicksal geistig behinderter Kinder: Stets machte sich Johannes Mario Simmel ein unbequemes Thema zu Eigen und wurde so zum kritischen Mahner und zum Fürsprecher von Toleranz, gegenseitiger Achtung und friedlichem Zusammenleben. Sein tiefstes Anliegen war die Warnung vor rechtsradikalen Strömungen, sein größter Einsatz galt dem Antifaschismus.

Johannes Mario Simmel wurde mit folgenden Ehrungen ausgezeichnet:

- Kulturpreis der deutschen Freimaurer für die „Bemühungen um Frieden
und Völkerverständigung“, 1990
- „Großes Goldenes Ehrenzeichen“ der Republik Österreich, 1985
- „Award of Excellence“ der Society of Writers bei den Vereinten Nationen, 1991
- Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, 1992
- Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2005

Bibliographie Johannes Mario Simmel

Begegnung im Nebel
Novellen, 1946, Paul Zsolnay Verlag

Mich wundert, dass ich so fröhlich bin
Roman 1948, Paul Zsolnay Verlag

Das geheime Brot
Roman, 1950, Paul Zsolnay Verlag

Ein Autobuss, groß wie die Welt
Kinderbuch 1947, Jungbrunnen Verlag, Droemer Knaur Verlag

Weinen streng verboten
Kinderbuch 1948, Leuen Verlag, Droemer Knaur Verlag

Meine Mutter darf es nie erfahren
Kinderbuch 1950, Jungbrunnen Verlag, Droemer Knaur Verlag

Ich gestehe alles
Roman 1952, Paul Zsolnay Verlag

Gott schützt die Liebenden
Roman 1956, Paul Zsolnay Verlag

Affäre Nina B.
Roman 1958, Paul Zsolnay Verlag

Es muss nicht immer Kaviar sein
Roman 1960, Schweizer Verlagshaus

Der Schulfreund
Schauspiel 1960, in Buchform als rororo-Band

Bis zur bitteren Neige
Roman 1962, Droemer Knaur Verlag

Liebe ist nur ein Wort
Roman 1963, Droemer Knaur Verlag

Lieb Vaterland, magst ruhig sein
Roman 1965, Droemer Knaur Verlag

Alle Menschen werden Brüder
Roman 1967, Droemer Knaur Verlag

Und Jimmy ging zum Regenbogen
Roman 1970, Droemer Knaur Verlag

Der Stoff, aus dem die Träume sind
Roman 1971, Droemer Knaur Verlag

Die Antwort kennt nur der Wind
Roman 1973, Droemer Knaur Verlag

Niemand ist eine Insel
Roman 1975, Droemer Knaur Verlag

Hurra, wir leben noch
Roman 1978, Droemer Knaur Verlag

Wir heißen Euch hoffen
Roman 1980, Droemer Knaur Verlag

Die Erde bleibt noch lange jung
Erzählungen 19981, Droemer Knaur Verlag

Zweiundzwanzig Zentimeter Zärtlichkeit
Erzählungen 1982, Droemer Knaur Verlag

Bitte lasst die Blumen leben
Roman 1983, Droemer Knaur Verlag

Die im Dunkeln sieht man nicht
Roman 1985, Droemer Knaur Verlag

Doch mit den Clowns kamen die Tränen
Roman 1987, Droemer Knaur Verlag

Im Frühling singt zum letzten Mal die Lerche
Roman 1990, Droemer Knaur Verlag

Auch wenn ich lache, muss ich weinen
Roman 1993, Droemer Knaur Verlag

Träum den unmöglichen Traum
Roman 1996, Droemer Knaur Verlag

Der Mann, der die Mandelbäumchen malte
Neuausgabe 1998, Droemer Verlag

Liebe ist die letzte Brücke
Roman 1999, Droemer Verlag

Verfilmte Werke von Johannes Mario Simmel:
Gott schützt die Liebenden
Affäre Nina B.
Es muss nicht immer Kaviar sein
Der Schulfreund
Liebe ist nur ein Wort
Alle Menschen werden Brüder
Und Jimmy ging zum Regenbogen
Der Stoff, aus dem die Träume sind
Die Antwort kennt nur der Wind
Lieb Vaterland magst ruhig sein
Bis zur bitteren Neige
Hurra, wir leben noch

Fernsehbearbeitungen:
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin
DDR, preisgekrönt in Monte Carlo, ORF
Der Schulfreund, ARD
Es muss nicht immer Kaviar sein, ZDF
Doch mit den Clowns kamen die Tränen, WDR




Der Autor

Johannes Mario Simmel

Portrait von  Johannes Mario Simmel

Johannes Mario Simmel, 1924 in Wien geboren, gehörte mit seinen brillant erzählten zeit- und gesellschaftskritischen Romanen und Kinderbüchern zu den international erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Seine Bücher erscheinen in 40 Ländern, ihre Auflage nähert sich der 73-Millionen-Grenze.

zum Autor

Das Buch

Das geheime Brot

Friedrich Ani – Süden

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