Verlagsgruppe Droemer Knaur



Das Leuchten des Sanddorns

28.04.2009

Inselzauber, Kriegs- und Liebeswirren:
Rügenroman – von Testlesern empfohlen

Das Rauschen der Wellen, die Farbenpracht von Mohn- und Kornblumen, die berühmten weißen Kreidefelsen: In ihrem Roman „Das Leuchten des Sanddorns“ fängt die Journalistin und Autorin Judith Kern die ganze Faszination der Ostseeinsel Rügen ein. Die Wahlhamburgerin stürzt ihre verheiratete Heldin Marie Dahm dabei nicht nur in die Wirren des Ersten Weltkriegs, sondern vor allem in die strömungsreichen Fluten der Liebe. Einer verbotenen Liebe zu einer bemerkenswerten Frau.

Nach Rügen, und besonders in das Seebad Binz, zieht es Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Gäste. Dort, inmitten der wunderschönen Bäderarchitektur, lebt Marie Dahm mit ihrem Mann Franz und ihrer Tochter Klara. Sie betreibt eine Pension, die „Villa Luise“, in der adelige und wohlhabende Gäste ihren Sommerurlaub verbringen. Sogar der Kaiser logierte schon bei Marie. Sie ist eine junge, traditionsbewusste Frau und versucht alles, um ihren Mann glücklich zu machen. Franz Dahm, der schon Anfang sechzig ist, war früher Kapitän. Er erzählt seiner Tochter gerne von den vielen Reisen nach Afrika, von denen er zahlreiche Andenken mitgebracht hat. Die Ehe zwischen Marie und Franz ist trotz des hohen Altersunterschieds innig – und Franz scheint sein Glück gefunden zu haben.

Auch die von Blankenburgs, ein betuchtes Bankiersehepaar, haben dieses nördliche Paradies für sich entdeckt und sich in der Nähe des Ortes ein kleines Schloss bauen lassen. Mit seinen Türmchen und Erkern, dem verwunschenen Garten und den großen, hellen Salons, wird es schnell zum gesellschaftlichen Mittelpunkt von Rügen. Schon seine Lage direkt am Wasser, mit privatem Strand, findet großen Anklang bei der Crème de la Crème der Insel. Hier finden auch Sophie von Blankenburgs berüchtigte „Rencontres“ statt, wie sie sie verschwörerisch nennt.

Sophie kämpft für die Rechte der Frauen und möchte ihre Einstellung auf das weibliche Umfeld Rügens ausweiten. Marie, die nach den damaligen Regeln der Gesellschaft lebt, reagiert wie die meisten anderen Damen zurückhaltend, wird aber von Sophies Art in den Bann gezogen. Sie strahlt für sie etwas Neues, Starkes aus. Zunächst zaghaft, dann intensiv, spürt Marie, dass sie sich zu dieser Frau hingezogen fühlt. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine emotionale, leidenschaftliche, heimliche Liebe. Anfangs völlig eingeschüchtert, lässt sich Marie von der freizügigen Großstädterin im Schutz der reifen Sanddornfrüchte verführen. Die Gerüchte um die Amour fou der zwei Frauen dringen auch zu Maries Mann durch, der dem vermeintlichen Geschwätz zunächst keine Beachtung schenkt. Als ihm aber seine Tochter Klara von einer merkwürdigen Beobachtung erzählt, bricht für ihn eine Welt zusammen. 

Marie verlässt daraufhin das idyllische Dorf, um auf das stille Mönchsgut zu ziehen, in dem auch ihr Vater lebt, mit dem sie aber vor langer Zeit gebrochen hat. Kurz danach beginnt der erste Weltkrieg. Die junge Frau kehrt zurück zu ihrem Mann, doch der straft sie nur mit Verachtung. Nie ist er über ihren skandalösen Treuemissbrauch hinweggekommen. Auch Klara nimmt ihre Mutter kaum zur Kenntnis. Bereits mit 16 meldet sie sich freiwillig im Insellazarett als Krankenschwester, um dort die Kriegsverletzten zu versorgen.

Klara lernt dort den reichen Kreidewerksbesitzer Johannes Kerk kennen. Er ist zwar raubeinig, trotzdem kann Klara unter der Oberfläche einen liebevollen Mann erkennen. Johannes unterstützt die Familie finanziell. Vor lauter Liebe zu ihrem Vater, dem Klara – wie sie meint – nur so helfen kann, arrangiert sich das junge Mädchen mit dem Gedanken an eine Heirat mit dem Kreidewerksbesitzer. Doch ihre wahre Liebe gilt einem anderen …

Judith Kern erzählt in „Das Leuchten des Sanddorns“ auf einfühlsame und stimmungsvolle Weise die Generationen übergreifende Geschichte einer norddeutschen Familie, die durch einen Tabubruch, eine Frauenliebe, zerfällt. In ihrem spannenden Familiendrama schildert sie nicht nur das wechselhafte Schicksal der Marie Kern und ihrer Tochter Klara, sie zeichnet auch ein Sittengemälde des frühen 20. Jahrhunderts. 

Eine Testleserin sagt:

„Eine wunderbare deutsche Familiensaga! Und ein Stück deutscher Geschichte.“
(Angelika Zwang)

Die Autorin

Judith Kern

Portrait von  Judith Kern

Judith Kern, 1968 geboren, studierte Politische Wissenschaften, Germanistik und Romanistik in Paris und Tübingen, bevor es sie in den hohen Norden zog, wo sie seitdem als Journalistin, Texterin und Autorin in Hamburg lebt. Zahlreiche Aufenthalte an der Ostsee haben ihre Liebe zu dieser Gegend geweck.

zur Autorin

Das Buch

Das Leuchten des Sanddorns

Friedrich Ani – Süden

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