Verlagsgruppe Droemer Knaur



Zubin Mehta

Biographie von Zubin Mehta

Geboren in Bombay.

Zwei Semester Medizinstudium in Bombay, danach Konzentration auf die Musik.

Dirigentenausbildung an der Wiener Musikakademie bei Hans Swarowsky.
Gewinner des Internationalen Dirigentenwettbewerbs von Liverpool, Preisträger des Koussevitzky-Wettbewerbs in Tanglewood.

Chefdirigent des Montreal Symphony Orchestra (1961 bis 1967), des Los Angeles Philharmonic Orchestra (1962 bis 1978) und der New Yorker Philharmoniker (1978 bis 1991).

Musikdirektor auf Lebenszeit des Israel Philharmonic Orchestra, Musikdirektor des Festivals Maggio Musicale in Florenz.
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Zahlreiche Konzerte mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern.

Die Münchner Philharmoniker ernannten ihn 2004 zu ihrem ersten Ehrendirigenten. Operndirigate an der Metropolitan Opera New York, an der Wiener Staatsoper (Ehrenmitglied seit 1997), der Bayerischen Staatsoper, dem Royal Opera House, Covent Garden, London, der Mailänder Scala, in Montreal, Chicago, Florenz und bei den Salzburger Festspielen.

Seit 1998 Bayerischer Generalmusikdirektor und damit musikalischer Leiter der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsorchesters.

2005 wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Dirigate an der Bayerischen Staatsoper: Tannhäuser, Tristan und Isolde, Salome, La traviata, Aida, Der Freischütz, Tosca, Le nozze di Figaro, Die Fledermaus, Der Ring des Nibelungen, Otello, Fidelio, Don Carlo, Bernarda Albas Haus, Il trovatore, Falstaff, Les Troyens.


Abschied auf dem Höhepunkt

Zubin Mehta und die Münchner Opern-Festspiele 2006

Mit den Münchner Opern-Festspielen 2006 verabschiedet sich Zubin Mehta nach acht Jahren als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Die Festspiele sind in diesem Jahr eine Leistungsschau der Intendanz von Sir Peter Jonas, der seit 1993 die Geschicke der Bayerischen Staatsoper, des produktivsten Opernhauses der Welt, leitet, und dessen Amtszeit in München gleichfalls endet.
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29 der rund 100 Neuproduktionen der vergangenen Jahre werden zu erleben sein - darunter elf Barockwerke, die mit der Premiere Giulio Cesare in Egitto von Georg Friedrich Händel 1994 eine in den folgenden Jahren sorgsam gepflegte und von Presse und Publikum aufmerksam verfolgte Renaissance erlebten.

Zubin Mehta wird während der Festspiele zehn Produktionen musikalisch leiten, neben Fidelio, Don Carlo, Die Meistersinger von Nürnberg, Le nozze di Figaro, Rigoletto, Tannhäuser, Tristan und Isolde sowie das Konzert Oper für alle am 9. Juli, auch die Festspiel-Premiere Moses und Aron und Verdis geniales Alterswerk Falstaff, das am 30. Juni zum letzten Mal in dieser Inszenierung zu erleben sein wird.

Mehr über Zubin Mehta, die Bayerische Staatsoper und die Münchner Opern-Festspiele 2006 unter
www.staatsoper.de



Zum 70. Geburtstag von Zubin Mehta erscheint die Autobiographie des großen Dirigenten.

Zubin Mehta über die "Partitur seines Lebens":

Das eigene Leben zu beschreiben, sich gewissermaßen zum Maßstab seiner selbst zu machen, ist ein Unterfangen, zu dem man mich erst überreden musste. Sicherlich zögerte ich auch deswegen lange, weil so eine Aufgabe intensive Rückschau erfordert, und dies gehört keineswegs zu meinen liebsten Beschäftigungen. Seit fast fünfzig Jahren gehe ich dem – wie ich meine – schönsten Beruf der Welt nach. Ich bin Dirigent.

Ich bin ständig umgeben von einer Welt von Meisterwerken und Schönheit. Dabei muss ich immer wieder und vor jeder musikalischen Aufgabe den Blick nach vorne richten, auf das angestrebte Ziel:
die nächste Operninszenierung, das kommende Konzert, die geplante Tournee, den neuen Solisten, das neue Werk eines Komponisten.
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Auch das vermeintlich Alte ist neu in dem Sinn, dass Musik schon im Augenblick des Entstehens flüchtig ist, dass der eben gehörte Ton schon hinüberlenkt zum nächsten, dass das Werden des Ganzen nicht festgehalten werden kann und dennoch am Ende beim Zuhörer der Eindruck des Ganzen entstanden sein soll. Und dazu muss vor jeder Aufführung immer wieder geprobt, geübt, miteinander gesprochen und vielleicht auch verbessert werden. Für mich als Dirigent bedeutet das jedenfalls, dass ich auch nach vielen Jahrzehnten der Übung und bei noch so genauer Kenntnis eines Werks ein ausführliches und gründliches Partiturstudium betreiben muss, wenn ich gemeinsam mit den Musikern zu einem musikalisch befriedigenden Ergebnis kommen möchte.

Und genau darum fällt es mir so schwer, mich mit Vergangenem zu beschäftigen und zurückzublicken, statt nach vorne – in die Zukunft.
Und dennoch – mein musikalisches Leben hat mich mit so vielen bemerkenswerten und beglückenden Erlebnissen und Begegnungen beschenkt, dass ich von diesen Erfahrungen gerne berichten und sie weitergeben will.

Vielleicht kann ich auch die eine oder andere musikalische Erkenntnis vermitteln und junge Musiker ermuntern, mit Ausdauer das zu tun, wozu sie sich berufen fühlen, nämlich Musik zu machen und ihr Leben mit ihr zu verbringen.



Der Autor

Zubin Mehta

Portrait von  Zubin Mehta

Zubin Mehta wurde 1936 als Sohn von Meli Mehta, dem Gründer des Bombay Symphony Orchestra, geboren. Sein Medizinstudium brach er mit achtzehn ab, um sich fortan mit Verve der Musik zu widmen.

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