Verlagsgruppe Droemer Knaur



Meine Freundin, die Nonne

01.08.2011

Was ist Spiritualität, wo finden wir sie, wie leben wir sie? Und was sind wir bereit, für unsere Werte zu opfern?

In den 1970ern waren sie beste Freundinnen, doch ihre Leben verliefen völlig anders: Ilka Piepgras ist heute Journalistin und Mutter von Zwillingen. Aus Charlotte wurde die Äbtissin Diadora, die ein orthodoxes Kloster in Griechenland führt. 20 Jahre nach ihrer letzten Begegnung macht Ilka sich auf den Weg zu Charlotte. „Meine Freudin, die Nonne“ ist eine spannende Reise in die Vergangenheit. Eine Suche nach Sinn, Stille und Spiritualität in unserer betriebsamen, überreizten Zeit.

Warum tritt ein junge, moderne Berlinerin zum orthodoxen Glauben über? Was zieht eine begabte 23-jährige Studentin der Bildhauerei, die aus der kreativen Großstadtszene kommt, in die Abgeschiedenheit Griechenlands? Warum schwört sie Schönheit, Leichtigkeit und Unbeschwertheit ab und will den Rest ihres Lebens im Kloster verbringen?

Die Journalistin Ilka Piepgras stellte sich diese Fragen rund 20 Jahre lang immer wieder. Schließlich bricht sie nach Griechenland auf, um ihnen nachzuspüren. Endlich traut sie sich, ihre einstmals engste Vertraute wiederzutreffen. Vergessen konnte sie ihre Freundin nie. Immer wieder nagte es an ihr, dass Charlotte freundschaftliche wie familiäre Bindungen radikal kappte. Seit ihrem Eintritt ins Kloster 1987 hat Ilka nichts mehr von ihr gehört ...

Eine einzige Begegnung wird zum Schlüsselerlebnis – und löst tiefe Spiritualität aus

Charlotte studiert im dritten Semester, als sie für ein Arbeitsstipendium auf die Insel Naxos fliegt. Sie ist bezaubert von Licht, Land und Leuten und fühlt sich von den weißgetünchten Kirchen magisch angezogen. In einem kleinen Kloster begegnet sie einem Mönch vom Berg Athos. Aus einem kurzen Wortwechsel entwickelt sich eine folgenreiche Beziehung. Der Mönch öffnet Charlotte die Tür zu etwas Substantiellerem.

Charlotte beendet die Arbeit in der Studentengruppe abrupt und stellt dem Mönch tausend Fragen zu Glaube und Religiosität. Auf seinen Hinweis reist sie aufs Festland, wo sie über Athen den Weg nach Ormylia bei Thessaloniki findet. Als sie die wunderschöne Klosteranlage betritt, spürt sie: Sie ist in jeder Hinsicht angekommen. Statt verhärmter alter Greisinnen erblickt sie die strahlenden Gesichter junger Frauen, die den Alltag wie in einer Kommune gemeinsam meistern.



Die Gottesdienste übertreffen alles, was die streng preußisch erzogene Berlinerin jemals erlebt hat. Die wunderschönen byzantinischen Gesänge der Frauen, die Ästhetik der Liturgie, der Geruch von Weihrauch, die Intensität der Riten: Stundenlang laufen Charlotte die Tränen übers Gesicht. Sie beschließt, ihr Leben fundamental zu ändern, sich nicht länger mit Oberflächlichkeiten und Äußerlichkeiten aufzuhalten. Sie will in ihrem Innersten nach Erfüllung suchen. Der Mönch ist ihr Schlüssel zu einem neuen Leben.

Eine intensive Reise in die Vergangenheit, die Ilka die eigenen Werte überdenken lässt

20 Jahre später trifft Ilka in Athen eine schlanke Mittvierzigerin in schwarzer Tracht. Eine Frau, die Würde ausstrahlt und eine Laufbahn in der geistlichen Welt eingeschlagen hat. Diodora ist Äbtissin eines Klosters nahe Theben sowie drei weiterer in der Umgebung. Nach weltlichem Maßstab ist Gerondissa Diodora eine Karrierefrau, wird Ilka später schreiben. Die Freundinnen reden sich fortan die Köpfe heiß, diskutieren über den Sinn des Lebens und über spirituelle Themen, die sie beide umtreiben. Ilka erlebt den Alltag im Kloster hautnah. Als sie zu Mann, Kindern und Job zurückkehrt, spürt sie, wie sehr die griechische Reise sie verändert hat ...

Sorgfältig kreist Ilka Piepgras Glaubensfragen ein, achtsam erspürt sie die Motive der Freundin, zur orthodoxen Ordensfrau zu werden. Behutsam zieht sie die weitreichenden Kreise von Charlottes drastischer Entscheidung nach – besonders in deren gekränkter Familie. „Meine Freundin, die Nonne“ ist die hoch interessante Biographie einer geistig-seelischen Entwicklung und die berührende Geschichte einer innigen Frauenfreundschaft.

Ilka Piepgras, Jahrgang 1964, ist Journalistin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie studierte in München Politische Wissenschaften, arbeitete bei der Berliner Zeitung, der Financial Times Deutschland und ist heute Redakteurin im ZEIT-Magazin. Dort veröffentlichte sie ihren Artikel „Meine Freundin, die Nonne“, auf dem dieses Buches beruht. Sie bekam dafür 2008 den Katholischen Medienpreis.


Die Autorin

Ilka Piepgras

Portrait von  Ilka Piepgras

Ilka Piepgras, Jahrgang 1964, ist Journalistin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie studierte in München Politische Wissenschaften und begann 1991 als Reporterin bei der "Berliner Zeitung" zu arbeiten.

zur Autorin

Das Buch

Meine Freundin, die Nonne

Friedrich Ani – Süden

Meine Freundin, die Nonne von Ilka Piepgras: im eBook erhältlich!
Als junge Mädchen waren sie beste Freundinnen – heute führen sie Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ilka ist Journalistin und Mutter. Und Diodora leitet als Äbtissin drei Klöster in Griechenland. ...

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