Verlagsgruppe Droemer Knaur



Schiwa - die sieben Tage der jüdischen Trauer

01.08.2010

Sie sind die Inspiration für Jonathan Troppers bittersüßen Roman "Sieben verdammt lange Tage"!

A young Jewish man calls his mother and says: „Mom, I’m bringing home a wonderful woman I want to marry. She’s a native American and her name is ‘Shooting Star’.” “How nice”, said his mother. “I have an Indian name, too”, he said. “It’s ‘Running deer’ and I want you to call me that from now on.” “How nice”, says his mother. “You should have an Indian name, too, Mom.” “I already do”, says his mother. “You can call me Sitting Shiva.”

Das Schiwa-Sitzen, die sieben Tage der Trauer, spielt in der jüdischen Trauerkultur eine große Rolle, denn der Umgang mit dem Tod findet immer auch im Rahmen der Gemeinde statt – und das heißt: Schiwa sitzen. Während dieser Zeit, den ersten sieben Tagen nach dem Beisetzen des Toten, stehen die Gemeindemitglieder den Trauernden mit Rat und Tat zur Seite. Konkret bedeutet das, dass die Trauerfamilie sieben Tage lang nicht zur Arbeit geht, im Hause bleibt und während dieser Zeit von allen Mitgliedern der Gemeinde besucht und mit Essen versorgt wird.

In der traditionellen Auslegung dürfen die Trauernden während der Schiwa nur am Sabbat die Kleidung wechseln, keine Lederschuhe tragen und sie müssen auf dem Boden oder auf kleinen Stühlen sitzen. Dazu werden im Trauerhaus die Spiegel verhängt, man rasiert sich nicht und schneidet sich nicht die Haare. Während dieser Zeit brennt eine Gedenkkerze und manche Trauernden streuen sich beim Verlassen des Hauses Erde oder Sand in die Schuhe. Außerdem gibt es bestimmte rituelle Speisen, die in dieser Zeit gegessen werden sollen. Diese Mahlzeiten symbolisieren das ewige Leben, wie beispielsweise Eier und runde Brötchen.

Sieben Tage können sehr lange sein …

Auch in Jonathan Troppers neuem Roman „Sieben verdammt lange Tage“ wird die Regel des Schiwa-Sitzens eingehalten, wenn auch in deutlich aufgelockerter Form. Aber immerhin: die erwachsenen Kinder teilen mit ihrer Mutter diese sieben Tage und verbringen 24 Stunden am Tag gemeinsam. Und während sich die Gemeindemitglieder für die Beileidsbekundungen die Klinke in die Hand drücken, rücken sich die Familienmitglieder ganz gehörig gegenseitig auf den Pelz. Alles, was man gründlich unter den Teppich zu kehren versuchte, wird hier mit Lust an der Öffentlichkeit wieder hervorgezogen.

„Sieben verdammt lange Tage“ besitzt eine ganz besondere Dynamik – ebenso hochexplosiv wie hochemotional und mit einem grandios trockenen Humor. Aber, und das macht diesen Roman so wunderbar, hier kämpft zwar jeder gegen jeden, und dennoch gilt letztlich die Devise: Eine Familie ist eine Familie ist eine Familie! Und wenn die Zeiten noch so hart sind, zumindest auf den Spott der großen Geschwister kann man sich verlassen – und auf die gut getarnte Liebe.

Und so bedeuten die Tage der Schiwa für alle Familienmitglieder nicht nur das Balancieren auf kleinen Hockern, die ständige Verfügbarkeit von gut gefüllten Essensplatten und gut gemeinte Gespräche mit den Besuchern, sondern auch einen Balanceakt im Umgang mit den Macken und Eigenarten der anderen. Und doch: was ist letztlich lebendiger als persönliche Schrullen und aufwändig gehegte und gepflegte Kleinkämpfe? Der lässige Umgang mit den verschiedenen Ticks – oder die Erinnerung daran – ist es, der wieder den Bogen zum Leben spannt und auf diese Weise die Toten nie ganz aus dem Leben lässt …

An old Jewish man was dying in the hospital. His family – wife, children, grandchildren – came to see him but only one was allowed in the room at a time. Grandson Ben went in first. "Hello, Grampa Moishe. Can I do something for you?" "Yes," said Grampa Moishe. “Go tell Gramma Sadie I want some of her chopped liver.“ Ben went out and told Gramma Sadie, who said, "Go tell Grampa Moishe he can't have any chopped liver. It would kill him." Ben went back in and reported. "You tell Gramma Sadie I want the chopped liver. I'm dying anyway and it won't make any difference." Ben went and told Gramma Sadie, who said, "Go tell Grampa Moishe he can't have any. The chopped liver is for the shiva."

Der Autor

Jonathan Tropper

Portrait von Jonathan Tropper

Jonathan Tropper wurde 1970 in New York City geboren. Er studierte Literatur und Literarisches Schreiben.

zum Autor

Das Buch

Sieben verdammt lange Tage

Friedrich Ani – Süden

Sieben verdammt lange Tage von Jonathan Tropper: amüsanter Familienalltag im eBook!
"Ich bin deine Mutter und ich liebe dich." Das sagt Mom immer. Das nächste Wort lautet stets: "Aber ..."
Die Familientreffen der Foxmans enden stets mit Türenschlagen und quietschenden Reifen, wenn Judd und seine Geschwister so schnell wie möglich einen Sicherheitsabstand zwischen sich und das Elternhaus bringen. ...

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