Verlagsgruppe Droemer Knaur



Fragebogen: 12 Fragen an Sandra Lessmann

Sandra Lessmann im August 2007

Bild

Was ist Ihre liebste Romanfigur und was verkörpert sie für Sie?
Ich kann nicht sagen, dass ich eine liebste Romanfigur habe. Ich lese viel lieber Fachliteratur zu Themen, die mich interessieren, als Romane.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus? Womit verbringen Sie gerne Ihre Zeit?
Am liebsten lese ich Fachliteratur zur Geschichte, die mich zu neuen Ideen inspiriert. Damit kann ich den ganzen Tag verbringen.
Wie würden Sie sich mit drei Worten beschreiben?
Kreativ, nachdenklich, zurückhaltend.
Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Kriege und Terrorismus verhindern, denn die Nachrichten darüber deprimieren mich.
Ihr schlimmster Albtraum?
Darüber möchte ich gar nicht nachdenken. Als Autor habe ich eine schreckliche Phantasie.
Was macht den Reiz beim Schreiben aus? Was möchten Sie Ihren Lesern mitgeben?
Als Autor historischer Romane habe ich die Möglichkeit, in Epochen einzutauchen, die mich faszinieren, und Städte wie London zu besuchen, die in unserer modernen Zeit so viel von ihrem Charme verloren haben. Durch meine Charaktere kann ich auch die aufregendsten Abenteuer erleben. Ich hoffe, dass ich in meinen Lesern Interesse für vergangene Epochen wecken, aber auch falsche Vorstellungen berichtigen kann.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein neues Buch beginnen und dafür recherchieren?
Zuerst arbeite ich mich in die Epoche ein. Dazu gehören z. B. auch die Namen, die zu jener Zeit im Umlauf waren. Erst dann können die Charaktere getauft werden. Mit Hilfe von Quellen wie z. B. den Berichten der Leichenbeschauer oder ähnliches informiere ich mich über die sozialen Zustände und die Art von Verbrechen, die für die Zeit typisch sind. Dabei kommen mir meist von selbst Ideen für die Handlung.
Was tun Sie bei einer Schreibblockade? Oder kennen Sie dieses Problem gar nicht?
Eine Schreibblockade habe ich zum Glück noch nicht gehabt, aber natürlich kommt es vor, dass ich mal keine Lust zum Schreiben habe. Das beste Mittel, damit umzugehen, ist, eine Zeitlang etwas anderes zu tun, dann stellt sich die Lust letztendlich von selbst wieder ein.
Worüber können Sie sich so richtig freuen?
Ich liebe Tiere und freue mich schon sehr, wenn ich im Garten sitze und ein Eichhörnchen kommt vorbeigehoppelt oder ein Igel frisst heimlich meiner Katze das Futter weg.
Welcher Autor hat Sie maßgeblich beeinflusst?
kann nicht sagen, dass mich ein Autor maßgeblich beeinflusst hat. Für mich als Krimiautorin stellt allerdings Agatha Christie eine noch immer unerreichte Größe dar, der ich gerne nacheifern möchte.
Sind historische Romane geeignet, Bildung zu vermitteln? Haben Autoren hier eine besondere Verantwortung?
Ich kann nicht für andere Autoren sprechen, aber ich denke schon, dass sie Bildung vermitteln können, allerdings sollte in diesem Fall der Autor in einem Nachwort klar machen, was im Roman fiktiv ist und was den Tatsachen entspricht. Ich versuche historische Personen so akkurat wie möglich darzustellen. Dabei gibt es natürlich gewisse Grenzen, denn was wir über eine historische Person wissen, stammt meist von Zeitgenossen, die in den seltensten Fällen objektiv waren. Man denke nur an Richard III. Niemand weiß, ob er wirklich das Monster war, als der er beschrieben wurde, oder ob dieses Bild nur auf der Propaganda der Tudors beruht (die Theaterstücke von William Shakespeare sind ein gutes Beispiel).
Welche historische Person würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
König Charles II., weil er Historikern weiterhin ein Rätsel bleibt und man sich nicht über die wahren Beweggründe seines Handelns im Klaren ist, aber auch weil er sehr charmant gewesen sein soll.

↑ nach oben