Verlagsgruppe Droemer Knaur



Interview mit Wolf Serno zu „Das Spiel des Puppenkönigs"

Wolf Serno ist der erfolgreiche Bestsellerautor von Romanen wie unter anderen Der Wanderchirug und Hexenkammer. Wir sprachen mit ihm über seinen historischen Roman Das Spiel des Puppenkönigs.

Willkommen zurück im Alltag! Sie haben gerade einen Urlaub auf den Galapagos-Inseln verbracht – welchen Eindruck nehmen Sie mit? Und wie erleben Sie überhaupt Wechsel? Wenn Sie schreiben, reisen Sie ja literarisch ebenfalls an andere Ort und in andere Zeiten – fühlen Sie sich nachher im Jetzt und Hier wohler oder gibt es Dinge in den anderen Zeiten oder Orten, die Sie gerne mitnehmen würden?

Wolf Serno: Die Galapagos-Inseln sind unbeschreiblich einmalig. Die Tier- und Pflanzenwelt ist größtenteils endemisch. Ich habe mir einen nicht geringen Teil der vier bewohnten Inseln erwandert und deshalb besonders intensive Kontakte mit den Riesenschildkröten, den Meerechsen, den Fregattvögeln, den Pinguinen, den Pelikanen und den Seelöwen gehabt. Es war alles so intensiv, dass ich die Impressionen erst einmal verarbeiten muss. Ansonsten gilt: Alles soll schön an seinem Platz bleiben. Die Tiere und Pflanzen auf Galapagos – und ich in Hamburg.

Haben Ihre Urlaubsorte Einfluss auf das, was Sie gerade schreiben, erzählen Sie Ihren Figuren in Gedanken oder im Schreiben davon? Oder hätten Sie Lust, Deutschland als Erzählort zu verlassen?

Wolf Serno: Wenn meine Urlaubsorte auf das, was ich schreibe, Einfluss haben, dann höchstens indirekt. Deutschland als Erzählort habe ich im Übrigen schon häufig verlassen – siehe die Wanderchirurg-Trilogie, in der Vitus, der Held, unter anderem Spanien, England, Nordafrika und Italien bereist.

Wie ist ihr Gefühl jetzt, nach Erscheinen, zum Spiel des Puppenkönigs? Können Sie loslassen oder schreiben Sie in Gedanken Passagen um? Gibt es Lieblingspassagen?

Wolf Serno: Ich schreibe nichts um, ich kann aber auch nicht loslassen, allein schon, weil ich in den kommenden Wochen auf Lesereise gehe und täglich Passagen mit dem Alten Fritz, Alena, Klingenthal und seinen Puppen vortrage. Eine meiner Lieblingspassagen ist die Szene, in der Friedrich der Große seine Tafelrunde wieder aufleben lässt, mit Hilfe von Klingenthal und seiner Kunst.

Wie sind Ihre Lesungen? Gibt es Fragen, die Sie besonders mögen oder die Sie eher anstrengend finden? Wie reagieren Ihre Zuhörer und was wollen sie am meisten wissen?

Wolf Serno: Jede Lesung bedeutet ein unmittelbares Zusammentreffen mit meinen Lesern und bereitet mir deshalb besonders viel Freude. Am meisten werde ich gefragt, wie ich recherchiere, ob ich mit dem Computer schreibe, wie viele Seiten ich am Tag schreibe und wie man sich generell einen Tag im Schriftstellerleben des Wolf Serno vorzustellen hat.

Wie sind Sie darauf gekommen, dass Julius Klingenthal nicht nur Puppenspieler, sondern auch noch Bauchredner ist? Ist das etwas, das Sie immer schon fasziniert hat, oder eine spontane Idee?

Wolf Serno: Viele Bauchredner besitzen Puppen – wenn auch meistens nur Handpuppen –, deshalb lag die Idee nahe, beides zu verknüpfen.

Wird Alena einmal aus der Nebenrolle in die Hauptrolle schlüpfen? Es also einen eigenen Roman um ihre Geschichte geben?

Wolf Serno: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Aber ich halte den Gedanken für durchaus attraktiv. Mal sehen …

Sie sind Hundenarr und besitzen mehrere Möpse – wie sieht es da mit Ideen aus, Hunde oder zumindest „historische Hunde“ aufzugreifen als Thema?

Wolf Serno: Im „Spiel des Puppenkönigs“ kommen bereits die Hunde des Alten Fritz’ vor, wenn auch nur kurz erwähnt. Würde man einen „historischen“ Hund in den Mittelpunkt eines Romans stellen, käme wahrscheinlich ein Hundebuch dabei heraus. Trotzdem: Eine interessante Idee!

 

Das Interview führten wir im Juni 2008.

Der Autor

Wolf Serno

Portrait von  Wolf Serno

Wolf Serno arbeitete 30 Jahre als Texter und Creative Director in der Werbung. Mit seinem Debüt-Roman "Der Wanderchirurg" - dem ersten der fesselnden Saga um Vitus von Campodios - gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller, dem viele weitere folgten, unter anderem: "Der Balsamträger", "Hexenkammer", "Der .

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Das Buch

Das Spiel des Puppenkönigs

Friedrich Ani – Süden

Das Spiel des Puppenkönigs von Wolf Serno: Historischer Roman im eBook!
Berlin, anno 1783: Als der Puppenspieler Julius Klingenthal die Stadt an der Spree betreten will, wird seine gesamte Barschaft beschlagnahmt. In ...

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