Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Auf dem roten Teppich: Heidi Rehn

Die Schöpferin der Wundärztin Magdalena und vieler Romanheldinnen mehr über ihre Vorlieben und Inspirationsquellen!

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Ihr Erstling Die Wundärztin hat bei Amazon viele begeisterte Kritiken geerntet und über 100 000 Exemplare verkauft. Dann kam die Fortsetzung Hexengold an den Start und es folgten weitere grandiose Bestseller. Im Interview erklärt sie, wo ihre Inspirationsquellen lauern und warum es sich lohnt, auch mal Sagen und Mythen zu lesen.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Neugierig, optimistisch, ausgleichend

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Schlechter Laune versuche ich aus dem Weg zu gehen. Lieber konzentriere ich mich auf die schönen Seiten des Lebens. Herzhaftes Lachen, ein sonniger Tag, der Duft einer Rose, ein anregendes Gespräch mit interessanten Menschen und natürlich das Schreiben an einer schönen Geschichte schenken Freude und Kraft, um all das, was schlechte Laune zu verursachen droht, gutgelaunt mit einem kleinen Scherz auf den Lippen zu ertragen.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Morgens auf den quirligen Fischmarkt nach Tokyo, wo es die wunderlichsten Fische und die quirligsten Menschen zu bestaunen gibt, mittags auf eine Hütte in die Berge, um die weite Sicht und die herrliche Luft zu genießen, und abends zum Sonnenuntergang an die samländische Bernsteinküste. Die Farben dort sind einfach wunderbar, um sich in endlosen Träumen zu verlieren.

Kaffee oder Tee?

Morgens Espresso, nachmittags Tee (am liebsten weißer)

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Der perfekte Tag beginnt mit einem gemütlichen Frühstück nebst ausführlicher Zeitungslektüre im Kreis der Familie. Anschließend – falls es Wochenende ist – ein Ausflug ins Grüne per Rad oder im Winter zum Wandern oder Skifahren in die Berge, gern auch mal ein Kurztrip in eine aufregende Stadt. An Wochentagen verbringe ich die perfekten Tage schreibend am Laptop, lasse mich ganz in meine Geschichten fallen und vergesse darüber Raum und Zeit. Abends beschließen faule Lesestunden mit den Kindern auf dem Sofa oder anregende Theaterbesuche oder ein schönes Essen mit guten Freunden den Tag.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Inspirationen finde ich überall, z.B. auf der Straße, wenn mir ein interessantes Gesicht begegnet, auf Reisen, wenn ich neue Orte und Länder entdecke, etwas über ihre Geschichte und Entwicklung lerne, den Menschen, die dort leben, begegne. Neues finde ich auch beim Lesen, wenn ich auf eine interessante Fußnote der Weltgeschichte stoße oder über das verzwackte Dasein der einfachen Leute in vergangenen Zeiten stolpere, oder einfach beim Tagträumen und Gedanken wandern lassen.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Schriftstellerin zu sein ist mein absoluter Traumberuf, deshalb habe ich nie so recht über Alternativen nachgedacht und hoffe, das auch nie tun zu müssen.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Die wechseln häufig, weil ich immer wieder neue, aufregende und anregende Bücher und Autoren entdecke. Eigentlich lese ich alles, was spannend klingt und gut geschrieben ist. Zur Auflockerung lese ich zwischendrin immer wieder gern auch heitere Frauenromane wie z.B. die von meiner sehr geschätzten Kollegin Lilli Beck, weil sie einen ganz eigenen Witz besitzt und originelle Geschichten zu schreiben versteht.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

„Herr der Seelen“ von Irène Némirovsky

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

„Alkestis“ von Euripides, weil diese Tragödie über die Opferbereitschaft der griechischen Königstochter für ihren eigennützigen, feigen Gatten Admetos sehr viel über wahre Liebe, Aufrichtigkeit und Mut verrät. Überhaupt lohnt es sich, alte Sagen und Mythen zu lesen. Da findet man vieles, was man bis heute nicht besser auf den Punkt bringen kann.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Nur eine? Da gibt es so viele, mit denen eine Begegnung lohnt. Wenn es nur eine sein soll, dann Vicki Baum. Deren Leben fasziniert mich, ihre Bücher liebe ich sehr und ich denke, wir würden ganz schnell auf das Thema Schreiben zu sprechen kommen und könnten uns gut darüber austauschen. Leider aber muss sie dazu von den Toten auferstehen. Aber das sollte es schon wert sein.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Leibhaftig mit dabei gewesen wäre ich gern bei den ersten Schritten auf dem Mond. Es muss ein Wahnsinnsgefühl gewesen sein, die Erde, die für uns Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens ist, ganz weit weg als kleine, blaue Kugel zu sehen. Das relativiert doch alles.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Frieden, Gesundheit und ausreichend Nahrung für alle Menschen dieser Erde

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Alles wird gut!

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Eins? Mein Kopf platzt vor Ideen. Ich hoffe, ich lebe lange genug, wenigstens einen Teil davon umzusetzen. Nach dem Buch ist vor dem Buch, deshalb geht es immer gleich weiter.

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