Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Judith Merchant

Der größte Wunsch der Autorin: eine Tasse Tee mit Miss Marple!

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Judith Merchant ist nicht nur Dozentin für Literatur, die anderen ihre Begeisterung für die Sprache nahebringt, sondern sie schreibt auch selber. Nach einer preisgekrönten Kurzgeschichte ist nun der Krimi "Nibelungenmord" ihr Debüt als Autorin im Droemer Knaur Verlag!

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Judith Merchant: Neugierig auf alles!

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Judith Merchant: Mich nerven viele Geräusche – Radio am Morgen, Fernsehen im Hintergrund, Handygespräche. Ich mag schöne Notizbücher, Gemüsegärten und das Knacken der Bindung, wenn ich ein neues Buch aufschlage.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Judith Merchant: Gar keine Frage: Das Frühstück gibt es in Edinburgh. Ich liebe ein anständiges warmes Frühstück mit Baked Beans, gegrillten Tomaten, Eiern, Speck, dazu ein bisschen Nieselregen. Mittags gäbe es ein Picknick in der Mojave-Wüste, umgeben von Joshua-Trees und in ständiger Furcht vor Klapperschlangen. Und abends ein ländliches Abendessen mit Freunden und meiner Familie in einem kleinen Dorf in Spanien.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Judith Merchant: Ein Frühstück im Café, Stöbern in einer fremden Buchhandlung, ein Spaziergang, vielleicht zu einer Burg – und abends Kino oder ein Kneipenbesuch mit Freunden.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Judith Merchant: Der Großteil kommt beim ziellosen Spazierengehen. Ich mache eine beiläufige Entdeckung, sehe eine knorrige Wurzel, eine Höhle, eine frisch beschnittene Kopfweide. Darum lagert sich dann alles Mögliche ab – unausgegorene Gedanken, Sachen, die ich gelesen habe oder die man mir erzählt hat. Und irgendwann ist dann da eine Idee, von der aus ich die Handlung und Figuren entwickeln kann.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Judith Merchant: Ich habe ja noch einen anderen Beruf – ich unterrichte an der Universität Bonn und in der Erwachsenenbildung, und das sehr gerne! Ich mag schon die Vorbereitung – welche Texte sollen besprochen werden und warum? Was bietet Stoff für Diskussion, woran kann ich was veranschaulichen? Im Unterricht wird es dann oft ganz anders als geplant – das macht diesen Beruf für mich so spannend.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Judith Merchant: Ich habe sogar sehr viele – im Moment bin ich hingerissen von Tana French.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Judith Merchant: Kurzgeschichten von Katherine Mansfield.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Judith Merchant: „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Judith Merchant: Ich würde gern ein Tässchen Tee mit Miss Marple trinken. Ich würde möglichst wenig sagen, sondern ihr zuhören, sie beim Stricken beobachten und mir heimlich Notizen machen.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Judith Merchant: Sommer 1816 am Genfer See, zusammen mit Mary Shelley, Percy Shelley, Lord Byron und seinem Leibarzt Polidori. Dieser Sommer muss ja der reinste Kompost für düstere Ideen gewesen sein! Auf irgendeine wundersame Weise wurde dort in wenigen Tagen die Saat bereitet für die wichtigsten Gruselgeschichten überhaupt: Dracula und Frankenstein! Unglaublich, was diese Ideen für eine kreative Energie freigesetzt haben, die ja bis weit in unsere Gegenwart hinein lebendig ist und immer weiter wuchert.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Judith Merchant: Wünsche werden komplizierter, je älter ich werde. Als Kind hätte ich mir ein Buch mit endlos vielen Fortsetzungen gewünscht, einen Koffer, in dem ich fliegen kann und einen Ring, der unsichtbar macht. Jetzt, als Erwachsene, würde ich mir eine Welt ohne Krieg, Krankheiten und Umweltzerstörung wünschen – und endlos viele Fortsetzungen meines aktuellen Lieblingsbuchs!

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Judith Merchant: Et hät noch immer jot jejange!

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Judith Merchant: Aber klar! Ich schreibe gerade an meinem nächsten Kriminalroman.

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