Verlagsgruppe Droemer Knaur



Die Trettin-Trilogie von Iny Lorentz

20.06.2011

Eine junge Frau geht ihren Weg

Das Ehepaar Iny und Elmar Lorentz sind die erfolgreichsten Autoren historischer Romane in Deutschland. Bereits mit ihrem ersten Roman Die Kastratin begeisterten sie auf Anhieb die Leser, mit Der Wanderhure gelang ihnen der Durchbruch: Der Roman erreichte ein Millionenpublikum und wurde erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt. Mit ihrer Trilogie Dezembersturm, Aprilgewitter und Juliregen betritt das Autorenduo eine neue Epoche und zeigt: Es kann nicht nur Mittelalter. Sie entführen ihre Leser in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts, eine Epoche voller Umbrüche und Entdeckungen. Und wieder steht eine starke Frau im Mittelpunkt des Geschehens, die ihrem Schicksal trotzt und ihren Weg geht.

Dezembersturm

Die Geschichte beginnt im Jahr 1875 in Ostpreußen: Die junge Lore Huppach kümmert sich liebevoll um ihren Großvater Nikolaus von Trettin, ein ehemaliger Großgrundbesitzer, der von seinem Neffen Ottokar Freiherr von Trettin von seinen Gütern verbannt wurde und nun im ehemaligen Jagdhaus ein einfaches Leben führt. Ein komplizierter Erbstreit hat den alten Nikolaus zwar um seinen Hof und seine Güter gebracht, doch konnte er sein Geld gerade noch beiseite schaffen, um es Lore nach seinem Tod zu vererben. Das ärgert seinen geldgierigen Neffen Ottokar maßlos, der keine Mittel scheut, um die gehasste Lore aus dem Weg zu schaffen. Doch als Nikolaus im Sterben liegt, schmiedet er einen gewagten Plan, um seine Enkelin und sein Geld in Sicherheit zu bringen: Lore soll nach Amerika auswandern.

So macht sich die völlig überrumpelte Lore gemeinsam mit der Bediensteten Elsie von Ostpreußen aus auf den Weg in die Neue Welt. Doch Elsie lässt Lore in Bremerhaven im Stich und Lore findet sich alleine auf dem NDL-Schnelldampfer Deutschland wieder. Bald findet sie in der kleinen Komtess Nathalia und ihrem Großvater Graf Retzmann freundliche Weggefährten. Lore kümmert sich um Nathalia, die in der Vergangenheit einen großen Verschleiß an Gouvernanten hatte, und Graf Retzmann verspricht im Gegenzug, sich um Lores Zukunft in den Staaten zu kümmern. Doch dann kommt alles anders, denn nicht nur werden Nathalia und ihr Großvater von ihrem mitreisenden Verwandten Ruppert von Retzmann bedroht, in der Themsemündung kommt es zu einem schrecklichen Schiffsunglück...

Der Untergang des NDL-Schnelldampfers Deutschland im Dezember 1875 ist historisch belegt. Rund um dieses Unglück, das damals sowohl in England wie auch in Deutschland großes Aufsehen erregt hat, entwickelt Iny Lorentz ihre Geschichte über das abenteuerliche und dramatische Leben der jungen Lore, dich sich durch die Irrungen und Wirrungen ihres Lebens kämpft, um letztendlich ihr Glück zu finden.

Aprilgewitter

Lore ist mit ihrem Ehemann Fridolin von Trettin von Bremen nach Berlin gezogen, wo Fridolin einen guten Posten als Vizedirektor eines bekannten Bankhauses bekommen hat. Lore kann sich ihren lang gehegten Traum erfüllen und eröffnet gemeinsam mit ihrer Freundin Mary aus England einen Modesalon. Doch dies sorgt für Missstimmung in den gehobenen Kreisen und auch Fridolin, der von Lore absolute Loyalität fordert, kann sich in seiner Position eine Schneiderin als Frau nicht 'leisten'. Während Fridolin hochtrabende Aufstiegpläne hegt und gesellschaftlich vernetzt ist, findet Lore in der Damengesellschaft der Großstadt keinen Anschluss. Sie wird ignoriert und bekommt die Aversionen und Antipathien der gehobenen Kreise nur allzu deutlich zu spüren. Gerüchte und Behauptungen werden in die Welt gesetzt - und ganz allmählich scheint sich Lore immer mehr in einem Netz aus Verleumdungen und Diffamierungen zu verfangen. Keine einfache Situation für Lore, zumal es auch um ihre Ehe nicht bestens bestellt ist. Gerade als sie Fridolin am meisten braucht, stellt sich die Frage nach Fridolins Treue und Loyalität, denn Fridolin hat eine alte Bekannte wieder getroffen - die Besitzerin des Edelbordells "Le Plaisir"...

In Aprilgewitter begegnet dem Leser eine gereifte Lore: Lore ist nicht mehr das junge Mädchen auf der Flucht, sondern hat sich zu einer starken, selbstbewussten und mutigen Frau entwickelt. Doch durch die gesellschaftlichen Anfeindungen und Intrigen und ihre Ehekrise steht sie stark unter Druck und ihr Leben gerät erneut ins Wanken. Äußerst spannend und unterhaltsam erzählt Iny Lorentz von Intrigen und Machtgier, falschen Freunden und Feinden, Liebe und Sex. Dabei gibt der Roman einen fesselnden Einblick hinter die Fassaden der Berliner Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts.

Juliregen

Der dritte Band setzt im Jahr 1887 in Berlin ein. Lore scheint endlich Ruhe und Frieden gefunden zu haben: Ihre Ehe mit Fridolin ist glücklich und sie ist Mutter zweier Kinder. Durch Fridolins berufliche Erfolge als Teilhaber des Bankhauses Grünfelder wohnen sie in einem repräsentativen Stadtpalais in Berlin und sind in der gehobenen Gesellschaft wohl situiert. Als Fridolin die Möglichkeit bekommt, in der Heimat ihrer Freundin Nathalie von Retzmann das große Gut Klingenfeld zu übernehmen, ist Lore sofort Feuer und Flamme. Denn seit sie als Kind vom Gut ihres Großvaters in Ostpreußen vertrieben wurde, hegt sie insgeheim den Traum, einmal selbst ein Landgut zu besitzen und somit in die Fußstapfen ihrer Familie zu treten. Doch ihre Familie in Ostpreußen, allen voran Malwine von Trettin und ihr Sohn Ottwald, die das Landgut Trettin mittlerweile bewirtschaften, schmieden üble Pläne. Getrieben von Neid, Hass und Geldnot legen sie alles daran, das Glück von Lore und Fridolin zu zerstören. Die Familienfehde und alten Erbstreitigkeiten werden erneut geschürt und bringen Lore und Nathalie in höchste Gefahr.

Fiktive Geschichte vor historischem Hintergrund

Für ihre bewegende Trilogie hat das Autorenpaar Lorentz wieder einmal gründlich recherchiert und lässt die Kaiserzeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts farbenprächtig auferstehen. Dabei erhält der Leser einen fesselnden Einblick in die Berliner Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts ebenso wie in das Leben des Landadels. In flüssigem Erzählstil und voller Spannung entwickelt Iny Lorentz die Geschichte über das dramatische Leben von Lore, die sich durch die Schicksalsschläge und Herausforderungen ihres Lebens kämpft und dabei zu einer starken und selbstbewussten Frau heran reift. Der Leser schließt Lore während der Lektüre immer mehr ins Herz, kann mit Lore mitfiebern und möchte ihre Feinde und Gegenspieler am liebsten von den Buchseiten verbannen.

Bei der Lektüre ist die Chronologie der Bände nicht zwingend einzuhalten; jedes der drei Bücher kann auch für sich gelesen werden. Um die Charaktere und ihre Taten jedoch besser verstehen und einordnen zu können, empfiehlt sich die chronologische Reihenfolge der drei Bände.

So hält die Trilogie alles, was man sich von einer Iny-Lorentz-Geschichte verspricht: Fesselnde Spannung und ein packendes Intrigenspiel mit vielen unheilvollen Verwicklungen; Mord und Totschlag, schiere Verzweiflung und Ausweglosigkeit, aber auch die große Liebe und die Gewissheit, dass das Gute am Ende siegen wird. Eine leichte, äußerst unterhaltsame und fesselnde Lektüre, perfekt zum Entspannen. Auch Denglers-buchkritik.de ist begeistert: "Eine elegante historische Trilogie, (...) die sofort verfilmt gehört!“

Die Autorin

Iny Lorentz

Portrait von Iny Lorentz

Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, dessen erster historischer Roman „Die Kastratin“ die Leser auf Anhieb begeisterte. Mit „Die Wanderhure“ gelang ihnen der Durchbruch; der Roman erreichte ein Millionenpublikum.

zur Autorin

Das Buch

Dezembersturm

Friedrich Ani – Süden

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