Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Monika Bittl

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Veni, vidi, vici.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Unsere wunderbare Zeitungsfrau legt uns jeden Tag die Morgenlektüre vor die Tür. Und tagtäglich ärgere ich mich über die Schlagzeilen, den zunehmenden Verbotswahn, der uns Bürger entmündigt. Wie Schlachtvieh lassen sich die Leute auch noch selbst in die Sklaverei führen und delegieren die Verantwortung für ihr Leben an den Staat, die Gesellschaft oder einen Psychoanalytiker. Entsprechend grantig setze ich mich dann an den Frühstückstisch, da heitert mich meine Familie auf, die ganz andere Dinge im Kopf hat („Ich brauch Geld, Mama! Dringend!“ oder „Warum finde ich meine Socken nicht mehr! Hast du schon wieder aufgeräumt?“). Im weiteren Verlauf des Tages werde ich entweder hoch depressiv (wenn das Schreiben schlecht läuft) und überlege, aus welchem Stockwerk Suizid am sinnvollsten ist oder (wenn das Schreiben gut läuft) wie ich vor lauter Glück am besten durch das Universum fliege.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstück: Im Münchner Westend. Mittagessen: Im Münchner Westend. Abendessen: Im Münchner Westend.
Kaffee oder Tee?
Kaffee, aus frisch gemahlenen Bohnen französischer Röstung, zubereitet in der italienischen Espressomaschine. Dazu eine Zigarette.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Ich habe gelebt und bin nicht gelebt worden.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Sie überfallen mich im Schlaf, lauern an der nächsten Straßenecke, springen mich aus Büchern heraus an, belästigen mich im Freundeskreis und drängen sich vor allem bei Autofahrten auf. Ich arbeite an der Widerlegung von Einsteins Gleichung: „Ein Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration gleich Werk“ muss mit dem Faktor 0,001 auf Seiten der Inspiration multipliziert werden. Für alle Nicht-Mathematiker: Bedeutend mehr Schweiß!
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
In meinem verpassten Leben bin ich Juristin. Kleinlich korrekt, absolut parteiisch und unglaublich pragmatisch.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Mein Sohn hat den Nobelpreis verdient, er übertrifft sogar den genialen Shakespeare. Kein Einkaufszettel, kein Schulaufsatz, keine Bemerkung („Hau rein! Und dann chill mal, Mama!“) könnte mich mehr berühren.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Mathematik für die 7. Klasse“. Unglaubliche Welten tun sich da auf! Grandios. Wer weiß schon, dass Sieben hoch Null Eins ist, und wenn ja, warum? Ich kenne jetzt das Distributivgesetz, kann Brüche multiplizieren und Äquivalenzgleichungen lösen.
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
„Englisch für die 7. Klasse.“ Grandiose Lektüre, die dazu befähigt, sich via Facebook weltweit zu vernetzen. Wer weiß schon, dass es heißt: „If we ask God, he will give us the money at the weekend.“
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Eigentlich niemanden. Ich bin froh, wenn ich meine Ruhe habe. Figuren treffe ich ohnehin andauernd. Außer vielleicht Barak Obama, ich würde sein Charisma kennen lernen wollen. Dann würd ich ihn (frei nach der Lektüre, die jeder einmal gelesen haben sollte) fragen: „How are you?“
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Als Jesus Wasser in Wein verwandelte und damit dem Puritanismus echt fies eine auf die linke Wange gab.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Den ersten Wunsch würd ich meiner Familie schenken, den zweiten dem Dalai Lama, und ich würde mir wünschen, mir weniger zu wünschen.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Kaffee trinken mit Epikur und über „carpe diem“ plaudern.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Im Kopf jagen sich die Projekte gegenseitig. („Ich bin dran! „Nein, ich.“ „Oh nein! Drängle dich nicht immer so vor!“ „He, ihr Idioten, ICH hab Priorität!“) Auf dem Papier sind gerade ein Dutzend skizziert.

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