Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Andy Lettau

05.10.2011

Bevor sich der Neobooks Autor neuen Buchprojekten widmen kann, muss er erst einmal seinen Keller entrümpeln. Defcon One hat er zum Glück noch vorher zu Ende geschrieben.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Unverkrampft; altersmäßige Gebrauchsspuren.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Briefe vom Finanzamt; Tauchen mit kleinen und großen gefräßigen Schönheiten.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen. Wohin führt Sie die Reise?

Auf einen Donut nach New York, auf ein Tütensuppengericht in die Amundsen-Scott-Südpolstation, auf ein gegrilltes Stück Kudu in die Namib-Wüste.

Kaffee oder Tee?
Scotch auf Eis

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Nach zwanzig Stunden Arbeit ohne Herzinfarkt ins Bett fallen.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Von Weltreisen, von Gesprächen mit unterschiedlichsten Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen, von einer Überdosis an TV- und Literaturkonsum, vom allgemeinen Info-Overkill.

Neben der Arbeit als Schriftsteller - was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Keine Ahnung, vielleicht Gänseblümchenpflücker in der Lüneburger Heide oder Auftragskiller im mexikanischen Ciudad Juárez. Am Ende relativiert sich alles, wenn die letzte Klappe fällt und der Ereignishorizont überschritten wird. Ich betrachte mich zudem nicht als Schriftsteller, sondern allenfalls als staunender Beobachter und ambivalenter Buchstabennavigator. Ich bin unbedeutend und das ist völlig okay.



Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Ich lese querbeet, Altes wie Neues, Hochtrabendes wie Trash, und habe keinen Lieblingsautor. Melville, Verne, Hemingway sind allerdings wortgewaltiges Kopfkino für mich und immer wieder gerne Begleiter beim Rückzug auf die Couch.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Mehrere gleichzeitig: Ein Sachbuch von Mohamed ElBaradei. Einen Roman von Neal Stephenson. Eine Biographie von Robert Redford. Und das Telefonbuch von New York. Letzteres war wirklich spannend. So viele Namen, so viele Schicksale ...

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Das kann man niemandem vorschreiben. Ich empfehle aber die Weltbestseller schlechthin: Das Alte Testament und der Koran. Das ist lehrreiche Fiction-Fantasy, welche die Welt verändert hat.

Welche Person - aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben - würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Falls Gott als "Person des öffentlichen Lebens" innerhalb dieser Fragestellung zulässig ist: Ich würde ihn gerne treffen und fragen, ob er sich vor dem Urknall gelangweilt hat.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Beim ersten Kampf eines T-Rex gegen einen Triceratops.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Erstens: Weltweite Entlassung aller politisch Inhaftierten. Zweitens: Flug durch ein Schwarzes Loch. Drittens: Mehr Ausgewogenheit in den Colorado-Tüten von Haribo.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Gemäß eines Zitats von Hermann Melville: Das Leben ist eine Reise, die heimwärts führt.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Romanmäßig sind es Dutzende, mal sehen welches das Rennen macht. Priorität hat aber ein Projekt jenseits des Schreibens: Ich muss unbedingt meinen Keller entrümpeln.


Der Autor

Andy Lettau

Portrait von  Andy Lettau

Andy Lettau, geb. 1966, brach sein Jura-Studium frühzeitig ab und arbeitete nach unterschiedlichen beruflichen Stationen mehr als zehn Jahre lang als Geschäftsführer einer Werbeagentur.

zum Autor

Das Buch

Defcon One

Friedrich Ani – Süden

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