Verlagsgruppe Droemer Knaur



Cool bis zum Anschlag und mit ganz viel Herz

02.11.2011

Die St. Pauli-Krimis von Simone Buchholz

Hamburg-Fans dürfen sich freuen! Mit Schwedenbitter schickt Autorin Simone Buchholz ihren dritten St. Pauli-Krimi mit Staatsanwältin Chas Riley auf die Piste, der wieder mit viel Herz und Schnauze geschrieben ist. Eigenwillige Figuren, authentische Kiez-Atmosphäre und eine spannende Story sorgen für großes Lesevergnügen!

„Cool bis zum Anschlag und mit ganz viel Herz“ - so sind die Menschen auf St. Pauli - und so ist auch Staatsanwältin Chastity Riley, die gnadenlos romantisch wird, wenn es um ihren Kiez geht. Die eigenwillige Chas, die eigentlich aus Frankfurt stammt, ist zufällig in Hamburg gestrandet und nicht mehr weg gekommen. Mit der Zeit hat sie sich in die Stadt, vor allem aber ihren Kiez St. Pauli, verliebt:

Ich weiß: Das hier ist mein Ort in der Welt. Dieses schmutzige kleine Stadtviertel mit seinem kaputten Kopfsteinpflaster, seinen dunklen Häusern, seinen funzelnden Lichterketten, seinem Charme, seinem Kummer, seinen nicht wichtigen, aber liebenswerten Geschichten, seinem ewigen Nieselregen ...

Chas liebt ihr ehrliches, dreckiges Hamburg jenseits des Latte-Macchiato-Lounge-Gedönses ebenso wie Currywurst und harte Drinks. Sie hat ein Herz für Verlierer, denn sie ist selbst schon so oft auf die Fresse gefallen und schleppt eine schwere Vergangenheit mit sich herum: Die Mutter hat sie und ihren Vater, ein amerikanischer Offizier, früh verlassen; als Chas zwanzig war, nahm ihr Vater sich das Leben - wegen gebrochenem Herzen. Seitdem ist in ihrem „Gehirn alles geschwärzt“, was in ihrer Kindheit liegt.

Kein Wunder also, dass Chas zu viel raucht, zu viel trinkt, ihr Blutdruck im Keller ist und sie ein verkorkstes Liebes- und Gefühlsleben hat. Doch auf Klatsche, ihren Nachbarn und zeitweiligen Bettgefährten, kann sie sich in allen Notlagen verlassen und das Café ihrer besten Freundin Carla ist ihr zweites Zuhause. So geborgen wie dort fühlt sie sich sonst nur im Millerntorstadion, wo sie bei jedem Heimspiel des FC St. Pauli viel Herzblut lässt. Denn der Verein ist wie der Stadtteil: „Das ist alles ganz schön anzuschauen und oft ein Riesenvergnügen, aber wenn’s ums Gewinnen geht, fehlt am Ende der Biss.“

Schwedenbitter

Es ist November in Hamburg und die nasse, eisige Nebelfront des Herbstes hat die Elbstadt fest im Griff. Kettenraucherin Chas bekommt das Wetter gar nicht gut, sie wird von einem schlimmen Husten geplagt: „Alle paar Minuten kommt ein hässlicher Hofhund aus meinen Lungen gekrochen, und der rasselt beim Bellen ziemlich übel mit der Kette.“ Sie „sieht aus wie ein verdammtes Gespenst“ und fühlt sich, als wäre sie „notdürftig aus Butterbrotpapier zusammengebastelt. Ein schlechtes Staatsanwältinnen-Origami.“

Doch anstatt sich ins Bett zu legen, schleppt sich Chas durch den Novembernebel und versucht, den Mord an zwei alten Amerikanern in Hamburg-Süd aufzuklären. Gemeinsam mit Kommissar Calabretta, dem „lupenreinen Spaghetti“, und seinem neuen Kollegen Bülent Inceman, der aussieht „wie ein Touareg-Prinz, der heute morgen aus Versehen in einen Anzug gesteckt worden ist“, kommt sie den korrupten Machenschaften der Baubehörde auf die Spur. Doch die mafiösen Strukturen der Immobiliengeschäfte werden von oberster Stelle gedeckt und in Chas’ Bauch liegt „eine Splitterbombe kurz vor der Explosion.“

Chas sind die Hände gebunden und so bleibt der toughen Staatsanwältin nicht viel übrig, als ihren Frust in Currywurst und Bier zu ertränken. Denn die „hinterfotzigen“ Profitgeier pflügen ihre Stadt um: „Die walzen alte Strukturen platt, lassen aber nichts Neues entstehen außer Geld. Das sind Seelenfresser.“

Die Fälle von Staatsanwältin Chastity Riley in chronologischer Reihenfolge:

1. Revolverherz

2. Knastpralinen

3. Schwedenbitter

4. Eisnattern

 

Alexandra Plath für www.droemer-knaur.de

Die Autorin

Simone Buchholz

Portrait von  Simone Buchholz

Simone Buchholz, geboren 1972, wohnt mit Mann und Sohn im Herzen von Hamburg. Mit Staatsanwältin Chastity Riley aus St.

zur Autorin

Das Buch

Eisnattern

Friedrich Ani – Süden

Bunker, Blutspur, böse Buben …

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