Verlagsgruppe Droemer Knaur



Interview mit Antje Steinhäuser

01.12.2011
Warum wirkt Schokolade als Schmerzmittel? Weshalb gehen Frauen immer zu zweit auf die Toilette? Und wie war das mit der Abseitsregel? In ihrem Buch "Alles, was eine Frau wissen muss" haben Antje Steinhäuser und Veronika Immler Frau unter die Lupe genommen.

1. Liebe Frau Steinhäuser, darf ich "Alles, was eine Frau wissen muss" auch einem Mann schenken?

Unbedingt! Je mehr ein Mann über Frauen weiß – desto besser! Uns geht es gar nicht um Abgrenzung. Gemeinsamkeiten sind etwas Wunderbares, vor allem, wenn es so viel Faszinierendes zu wissen gibt.

2. Welche Info aus dem Buch hat sie am meisten überrascht?
Die Geschichte der Verhütung finde ich am Erstaunlichsten. So schief gewickelt, ahnungslos und abergläubisch die Menschen auch waren, so hatten sie doch bereits ein Gespür für chemische Zusammenhänge. Die alten Ägypter etwa haben sich schon vor über 3500 Jahren den natürlichen Östrogengehalt von Granatapfelkernen (vermischt mit Wachs) und Honig (vermischt mit Krokodildung!), jeweils zum Pessar geformt, zunutze gemacht. Die Griechinnen und Römerinnen der Antike formten aus Harz und Ölivenöl klebrige Barrieren.

3. Welche Frau ist Ihre persönliche Heldin?
Die amerikanische Pilotin Amelia Earhart (1897-1937): Sie hat eine technische Männerdomäne in einer Zeit erobert, in der Frauen in diesem Beruf undenkbar waren. Trotzdem agierte sie immer sozial, selbstständig und mit Herz.

4. Gibt es ein Verhalten, das Sie als typisch weiblich deklarieren würden?
Es ist eine besondere weibliche Stärke, die eigene Umwelt zu reflektieren. Viele Frauen kümmern sich um andere, ohne sich selbst in den Fokus zu stellen und Anerkennung einzufordern. Ohne beim Wettstreit „größer, besser, schneller“ mitzumachen. Wenn Frauen sich diese Eigenschaft bei allem Ehrgeizprogramm bewahren könnten, wäre das schön.

5. Im Münsteraner Tatort wurde folgende Eigenschaft als geschlechtsspezifisch auserkoren: Pulloverausziehen – von hinten über den Kopf = männlich, mit beiden Händen vorn über dem Bauch hochgezogen = weiblich. Auch ich bin als Frau eindeutig eine „Über-den-Bauch-Zieherin“. Was ist Ihre Meinung hierzu? Haben Sie eine Erklärung?

Das „Über-den-Bauch-ziehen“ ist frisurschonender – aber noch besser ist die dritte Variante: erst raus aus den Ärmeln, dann den Pullover über den Kopf abheben. Das ist die beste Variante. Und das ist doch ein wertvolles Kriterium: nicht männlich oder weiblich, sondern am schlauesten!

6. Ihre wichtigste Botschaft an die Frauen?
Interessiert euch für alles! Auch für Technik.

7. Ihre wichtigste Botschaft an die Männer?
Interessiert euch für alles! Nicht nur für Technik.

8. Ihre Vision für die Frau in 100 Jahren?
Frauen haben den Ausspruch des ungarischen Schriftstellers Jozsef Eötvös zu ihrem Leitspruch gemacht: „Alles Wissen hat nur dann einen Wert, wenn es uns tatkräftiger macht!“ Deshalb: Beim nächsten Grillfest nicht warten, bis der Ehemann verspätet von der Arbeit kommt, sondern das Feuer mit einem zerrupften Tampon anzünden!

9. Ihre Vision für den Mann in 100 Jahren?
Da Männer immer mehr Wert auf ein gepflegtes Äußeres und damit auch auf eine unzerstörte Frisur legen, ziehen sie in 100 Jahren ihren Pullover per dritter Variante (siehe Frage 6) aus.


Die Autorin

Antje Steinhäuser

Portrait von Antje Steinhäuser

Antje Steinhäuser, Jahrgang 1964 studierte Germanistik und Anglistik in Freiburg. Sie lebt und arbeitet als freie Lektorin und Autorin in München.

zur Autorin

Das Buch

Alles, was eine Frau wissen muss

Friedrich Ani – Süden

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