Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Lela Campanale

22.12.2011

Kaffee intravenös wünscht sich die Neobooks-Autorin von "Inked: Gezeichnet"!

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Hoffnung, Lebensfreude, Gedanken/Worte.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Ungeduldige Menschen bereiten mir schlechte Laune.
Unzähliges vieles dagegen Freude, eben die kleinen Dinge des Lebens.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Frühstück im vor Leben sprühenden New York.
Mittagessen in Rom.
Abendessen im Library of Congress in Washington.

Kaffee oder Tee?
Kaffee! Intravenös bitte.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Ein perfekter Tag ist dann gegeben, wenn ich am Abend müde zurückblicke und weiß, ich habe etwas erreicht, etwas geleistet. Egal worin, sei es innerhalb der Familie, bei der Arbeit, sei es auch nur, dass ich weitergeschrieben habe am aktuellen MS oder einen weiteren Hund aus der Tötungsstation herausgeholt habe. Es spielt keine Rolle, wie groß die Leistung zu bewerten ist. Aber ich muss etwas getan haben.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Es sind keine Erlebnisse, Erfahrungen oder Schicksalsschläge, die mich inspirieren. So langweilig das wohl vielleicht anmuten mag. Vielmehr sind es einzelne Sätze, an die ich mich erinnere, meist aus der Schulzeit. Beispiel: Faust. "Das also war des Pudels Kern." Dieser Satz war der, der Ausschlag zu den Dialogen der gesamten Geschichte meines Psychothrillers "Der Drache in mir" gab. Um einzelne Sätze baut sich jede meiner Erzählungen auf.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Violinistin. Ich hatte lange Jahre Geigenunterricht. Es ist wie beim Schreiben, ich tauchte völlig ab, durfte Gefühle anderer ausdrücken (in diesem Fall des Komponisten). Allerdings jetzt undenkbar, denn außer ohrenbetäubendem Quietschen kann ich inzwischen meinem Instrument nichts mehr entlocken.



Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Mehrere. Besonders schätze ich Marlen Haushofer. Aber auch Robert Harris, Carlos Ruiz Zafon, aber auch Wolfram Fleischhauer und Thomas Harris.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Die Landkarte der Zeit und zugleich Lisa Jacksons Danger (ich muss einfach parallel lesen).

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame".

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Die Frau aus Maren Haushofers "Die Wand". Ich würde ihr sagen: Geh es endlich an und befrei dich! Denn kein anderer wird es für dich tun!

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Bei Ansprachen von Cicero, wenn ich inhaltlich vielleicht auch nicht alles verstehen könnte. Wenn auch nicht gerade so abenteuerlich wie eine berühmte Schlacht, so hat er trotzdem maßgeblich das Geschick des römischen Volkes und der Politik beeinflusst. Zu reden, das war seine Art von Kampf. Er war ein Genie, leider verkannt und falsch dargestellt.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Ich glaube nicht, dass Sie von mir hören wollen: Weltfrieden, Gesundheit und Harmonie? Denn das sind grundlegende Wünsche in uns.
Darüber hinaus würde ich gerne sagen:
1. Ich wünsche mir, dass sich andere mit mir auseinandersetzen. Mich nicht hinnehmen als das, was ich zu sein scheine. Dass sie hinter die Fassade sehen.
2. Gegenseitige Akzeptanz und respektvoller Umgang.
3. Darf ich wirklich sagen, was ich mir wünsche? Ich will nicht übertreiben und gleich einen Vertrag zu einem Roman oder einer Reihe. Aber ein Lektorat wäre schon einen der drei Wünsche wert!

Was ist Ihre Lebensphilosophie?
"Manche Menschen reduzieren den Radius ihres Horizontes auf den Punkt, auf dem sie stehen, und nennen das ihren Standpunkt" (Einstein). Doch sollte ein solcher nicht wandern dürfen? Und so Vollkommenheit in der Vielfältigkeit erfahren?
Knapp gesagt: Raus aus festgefahrenen Denkstrukturen, Neues annehmen. Verschiedene Möglichkeiten abwägen. Und nicht immer auf den eigenen Standpunkt beharren.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Kurzgeschichten wachsen aufgrund einer Aufgabenvorgabe (z.B. bei neobooks) innerhalb weniger Stunden. Diese sind demnach kurzfristig abrufbar.
Aktuell jedoch: Ein Psychothriller-Dreiteiler, wie auch eine Fantasy-Reihe (Intis Erben, soeben in den Neobooks-Wettbewerb eingestellt).
Eine weitere Idee reift in mir heran. Diese ist aber noch nicht spruchreif. Vielleicht ein anderes Mal!


Die Autorin

Lela Campanale

Portrait von  Lela Campanale

Lela Campanale, geboren 1968 in New York, USA, durfte sich auf einer Waldorfschule schon früh mit Fremdsprachen, insbesondere aber mit Literatur und Kunst beschäftigen, was ihren gesamten Lebensweg maßgeblich prägte. Hauptberuflich arbeitet sie derzeit als Dienststellenleiterin einer öffentlichen Be.

zur Autorin

Das Buch

Inked: Gezeichnet und andere Tattoo-Geschichten

Friedrich Ani – Süden

Die besten Geschichten über Tattoos, Tätowierer und Tätowierte

zum Buch
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