Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Gerritje Krieger

23.12.2011

Tiefseetauchen, ein Rudel Hunde und Paul Auster über die Schulter zu schauen - diese Dinge würden Gerritje Krieger glücklich machen!

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Neugierig, tolerant, humorvoll.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Tierquälerei bringt mich auf die Palme. Ansonsten: zu wenig Schlaf und anschließend Stress und Termindruck vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Hin und wieder kein Ding, aber ständig möchte ich so nicht leben. Freude macht ein entspannter Tag mit lieben Menschen, gutem Essen, interessanten Gesprächen – und viel Zeit fürs Lesen und Schreiben.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Zum Frühstück Croissants und Café au lait in einem kleinen Straßencafé in Montmartre. Mittagessen mitten im französischen Viertel von New Orleans mit allem, was die Cajun- und die kreolische Küche zu bieten haben. Abendessen in einem winzigen Dorf im Osten Zanzibars. Dort gibt es mitten im Dschungel ein einfaches Restaurant ohne Dach, wo man gemeinsam mit Einheimischen an einer riesigen Tafel alles essen darf, was die Fischer an diesem Tag aus dem Meer geholt haben, während oben in den Palmen die Affen von Ast zu Ast hüpfen.

Kaffee oder Tee?
Ganz klar: Kaffee – zur Not auch anstelle von Essen.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Für mich kann vieles einen Tag perfekt machen – ob ich nun gemütlich mit der Familie zu Hause bleibe, Zeit mit Freunden verbringe, gut beim Schreiben vorankomme oder vielleicht ein besonderes Erfolgserlebnis habe. Im Optimal-Fall aber findet für mich ein perfekter Tag am Meer statt – mein persönlicher Allrounder gegen alles, was schlechte Laune macht.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Im weiteren Kontext sicher immer aus dem Leben – Begegnungen, Erfahrungen, Themen, die mich bewegen. Ausgangspunkt ist aber meist eine zentrale Figur, die mich nicht mehr loslässt. Manchmal habe ich zuerst nur einen Namen im Kopf oder ein Gesicht vor Augen. Dann beginne ich zu überlegen, was genau diese eine Figur ausmachen könnte, was ihr widerfahren ist, welche Konflikte sie durchlebt hat usw. Oft begleiten mich solche Figuren über Wochen und Monate, manchmal sogar Jahre, bis sie und ihre Geschichte mir so vertraut sind, dass ich beginne, sie aufzuschreiben.



Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Es gibt unglaublich vieles, das ich faszinierend finde und gern mal ausprobieren würde – von Schauspiel bis Archäologie. Gefallen würde mir mit Sicherheit auch die Arbeit in einem Artenschutz-Projekt, das sich vor Ort für den Schutz von Wildtieren und den Wiederaufbau von Populationen bedrohter Arten einsetzt – wie z.B. die Harnas-Farm in Namibia. Auf das Schreiben würde ich aber nicht verzichten wollen.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Es gibt einige, die mich tief beeindruckt und bewegt haben – in der Regel über ihre ganz eigene Sicht der Dinge und ihre besondere Fähigkeit, das Innenleben von Menschen, ihre manchmal tiefe Zerrissenheit und ihren Umgang mit Konflikten zu beleuchten. Müsste ich mich für einen einzigen entscheiden, würde ich vermutlich Paul Auster nennen, dessen Geschichten um Exzentriker, Außenseiter und die Absurditäten des Lebens mich immer wieder faszinieren. Aber auch Werke von Autoren wie J.D. Salinger, Truman Capote, Philippe Djian, Tom Robbins, John Irving oder Richard Brautigan hätte ich niemals missen wollen.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Paul Auster: „Von der Hand in den Mund“.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Ein Buch, das ihn ganz persönlich so umhaut, dass ihn die Leidenschaft am Lesen packt.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Puuuh – es gibt viele Schriftsteller und Politiker, mit denen ein Gespräch bestimmt unglaublich spannend wäre. Käme darauf an, in welcher Stimmung ich gerade bin: Spaß würde sicher ein Ausflug zu Tom Robbins in sein Baumhaus machen, falls er dort noch wohnt. Ansonsten würde ich mich wahnsinnig gerne mal ein paar Tage im Gästezimmer von Paul Auster einquartieren und mit ihm über Bücher und das Schreiben reden. Wobei: Vermutlich würde ich hauptsächlich gespannt zuhören.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Bei Nelson Mandelas Rede vor zehntausenden Menschen in Kapstadt nach seiner Freilassung aus politischer Haft im Februar 1990.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Vom Ende allen Leids auf der Welt sowie Glück und Gesundheit für all meine Lieben und mich einmal abgesehen? – Erstens die Zeit und zweitens die Möglichkeit, um einfach alles zu tun, was ich spannend finde: tausende Bücher lesen, ungezählte Dinge vom Gitarrenspielen bis zum Tiefseetauchen lernen, die ganze Welt bereisen. Und unbedingt ein ganzes Rudel Hunde.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?
In jeder Erfahrung das Positive zu suchen.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Neue Ideen kommen mir eigentlich ständig in den Sinn, deshalb arbeite ich öfter parallel an verschiedenen Projekten. Aktuell schreibe ich an einem Roman, nehme mir zwischendurch aber auch immer wieder Zeit für kleine „kreative Ausflüge“ – für eine Kurzgeschichte etwa oder um eine neue Idee zumindest grob zu skizzieren.



Die Autorin

Gerritje Krieger

Portrait von  Gerritje Krieger

Gerritje Krieger kam 1971 im Rheinland zur Welt. Ihre Leidenschaft für Bücher und das Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und verfasste schon damals erste eigene Geschichten.

zur Autorin

Das Buch

Inked: Gezeichnet und andere Tattoo-Geschichten

Friedrich Ani – Süden

Die besten Geschichten über Tattoos, Tätowierer und Tätowierte

zum Buch
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