Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Kai Kistenbrügger

13.02.2012

Sehr sympathisch: Den Autor machen auch die kleinen Dinge im Leben glücklich. Und neobooks natürlich auch ...

Gerade wurde Kai Kistenbrüggers erste Kurzgeschichte "Tanz in die Ewigkeit" (auch enthalten in der Anthologie "Der Sound des Lebens") als eBook bei Droemer Knaur veröffentlicht. Höchste Zeit für den Autor, sich vorzustellen ...

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Es fällt mir schwer, mich treffend mit nur drei Worten zu charakterisieren. Ich glaube, ich lasse mich besser durch Gegensätze erfassen: Ich bin gewissenhafter Planer wie hemmungsloser Träumer, gleichzeitig diszipliniert wie willensschwach, ein ausgesprochener Streber aber auch ein leidenschaftlicher Tagedieb.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?!
Bereits Kleinigkeiten können mir Freude bereiten. Ausschlafen, ein ausgiebiges Frühstück, das Lieblingslied im Radio, ein schöner Frühlingstag, ein unerwarteter Urlaubstag, abends müde ins Bett fallen zu können, eine heiße Dusche, ein bisschen Sport, ein gutes Buch, eine gute Idee für ein Buch, eine leichte Hand beim Schreiben. Am Schönsten ist es allerdings, diese Dinge mit jemandem teilen zu können.
Schlechte Laune bekomme ich durch Unehrlichkeit, Lug und Betrug, Umweltverschmutzung, durch schlechte Menschen, durch jedes nicht aufgeklärte Verbrechen, und im kleinen Kreise durch meine eigene Ungeduld, wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?!

Ich würde alle Orte aufsuchen, die ich immer schon einmal besucht haben wollte: Frühstück an einem weißen Sandstrand in der Karibik, Mittagessen in Christchurch, Neuseeland, Abendessen zu Hause (nach der ganzen Reiserei kann etwas Ruhe nicht schaden).

Kaffee oder Tee?!
Ganz klar: Kaffee, bevorzugt mit einem Stück Kuchen, Torte, Keksen oder Schokolade (das ist eine Frage der Gemütlichkeit). Allerdings gebietet mir mein guter Neujahrsvorsatz, weniger Kaffee zu trinken, was ich mit Unmengen Tee zu kompensieren versuche.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?!
Ein perfekter Tag kann sehr unterschiedlich aussehen. Ich denke, jeder Tag hat das Potential, perfekt zu werden. Je mehr von den oben genannten Dingen passieren, die mir Freude bereiten, umso besser ist der Tag. Perfekt wird der Tag, wenn ich mit dem guten Gefühl ins Bett gehen kann, an diesem Tag etwas erreicht und ihn gut genutzt zu haben.



Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?!
Schwer zu sagen. Jedes Buch von mir wird aus einer Idee heraus geboren, jedoch ist jede Idee anders. Einige Ideen tauchen plötzlich auf, ohne Vorwarnung, als hätten sie nur auf den richtigen Moment gewartet, Kinder meiner Interessen. Ein paar wenige sind Ergebnisse abstruser Träume. Andere Ideen bedeuten hingegen richtig viel Arbeit. Sie sind erst vage, lassen sich schwer greifen und beschäftigen mich eine lange Zeit, bevor sie vor meinem inneren Auge Gestalt annehmen. Und letztendlich gibt es auch die Ideen, die sich aus langwierigen Recherchen ergeben, als Resultat vieler schwacher und wieder verworfener Gedankenspiele.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?!

Zeichner oder Illustrator. Die kreative, künstlerische Arbeit macht mir persönlich viel Spaß. Allerdings bezweifle ich, gut genug dafür zu sein, um Geld damit zu verdienen.
Alternativ könnte ich mich auch als Café-Besitzer versuchen. Allerdings würde ich in diesem Fall Gefahr laufen, mit mir als meinem besten Kunden schnurstracks in die Insolvenz zu steuern.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?!
Nur einen? Ich habe viele Lieblingsautoren. Im Grunde sind es alle deutschen Bestseller-Autoren, denn sie haben erreicht, was ich noch erreichen möchte. Zu nennen wären zum Beispiel Frank Schätzing, der für seine liebevollen und detaillierten Recherchen zu seinen Büchern zu bewundern ist, oder Sebastian Fitzek, der deutsche Meister der Spannungsliteratur, oder Andreas Eschbach, den ich aufgrund seiner außergewöhnlichen und faszinierenden Buchideen gerne lese.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?!
Roderick Anscombe – Hinterhältig. Ich bekomme zwar immer ein schlechtes Gewissen, wenn von alten Klassikern die Rede ist, die ich noch nie gelesen habe, aber ich schreibe und lese bevorzugt im Bereich der modernen Spannungsliteratur. Solange das Buch mich fesselt, bin ich zufrieden.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?!
Eine schwierige Frage. Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Schreiben und dem Lesen unterschiedlichster Geschichten und bin mittlerweile zu dem Schluss gelangt, dass sich Menschen nicht über einen Kamm scheren lassen. Zu unterschiedlich sind die Geschmäcker, zu verschieden die Vorstellungen von guter Literatur. Wenn sich die Frage auf Menschen bezieht, die wie ich spannende, gut recherchierte Geschichten mit einer Tendenz zu modernen Mysterien, Mythen und Rätseln bevorzugen, würde ich ‚Der Schwarm’ von Frank Schätzing empfehlen, Sebastian Fitzek, Thomas Thiemeyer, Andreas Eschbach, ein paar Bücher von Wolfgang Hohlbein, aber auch durchaus einige von Dan Browns Werken. Diese Bücher sind vielleicht keine Meisterwerke im Sinne der alten Klassiker, aber sie erfüllen ihren Zweck. Sie unterhalten den Leser, und bieten vielleicht sogar den einen oder anderen kleinen Anstoß, ein paar der angeblichen Fakten aus den Büchern selbst zu recherchieren und zu verifizieren. Ansonsten hätte ich auch noch Umberto Ecos ‚Der Name der Rose’ im Angebot, als Beispiel für eine außergewöhnlich erzählte Kriminalgeschichte.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?!

Ich komme vielleicht ein paar Jahrhunderte zu spät dafür, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich für ein Treffen mit Leonardo da Vinci entscheiden. Ein Mann, der wie er seiner Zeit ein paar Jahrhunderte voraus war, hat bestimmt einige faszinierende Einblicke und Ansichten zu teilen. Wahrscheinlich hätte ich gar nicht so viele Fragen, sondern würde ihm einfach bei der Arbeit zusehen wollen.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?!
Bei der Mondlandung. Sie ist ein Symbol dafür, wie unsere Träume und Wünsche uns weiter tragen können, als wir es uns jemals hätten vorstellen können.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?!
Da ich mir persönlich nicht sicher bin, dass ich selbst immer genau weiß, was am Besten für mich ist, würde ich mir pauschal einfach wünschen, ein langes, glückliches und erfülltes Leben führen zu dürfen. Damit hätte ich sicherlich auch die Punkte wie Gesundheit für meine Liebsten und für mich, sowie berufliche Erfüllung und andere wichtige Dinge abgedeckt, ohne mich in Belanglosigkeiten zu verlieren. Meine zwei verbleibenden Wünsche könnte ich in diesem Fall sogar noch dafür nutzen, der Menschheit generell etwas Vernunft zu wünschen, wenn es um die Fragen geht, wie wir mit unserem eigenen Planeten und mit unseren Mitmenschen umgehen.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?!
Ich weiß nicht, ob ich es tatsächlich als meine Lebensphilosophie bezeichnen würde, aber ich versuche, mein Glück in den kleinen Dingen des Lebens zu finden. Ich kann nicht behaupten, dass es mir immer gelingt, aber ich bin davon überzeugt, Glück lässt sich nur erreichen, wenn man lernt, mit den Dingen zufrieden zu sein, die man hat.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?!
Natürlich. Allerdings erweist sich diese Idee als eine härtere Nuss als ursprünglich gedacht. Von meinen bisherigen Projekten wird dieses Buch mit Sicherheit die meiste Arbeit für mich bedeuten. Mehr werde ich allerdings noch nicht verraten …


Der Autor

Kai Kistenbrügger

Portrait von  Kai Kistenbrügger

Kai Kistenbrügger wurde 1979 in Lüneburg geboren. Neben seinem tagesfüllenden Beruf schreibt er seit mehreren Jahren in seiner Freizeit, sprich spät abends, Kurzgeschichten und Bücher.

zum Autor

Das Buch

Tanz in die Ewigkeit

Friedrich Ani – Süden

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