Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Annette Hohberg

Eine gute Pasta-Sauce ist wie ein guter Roman: Warum, erklärt Annette Hohberg im Interview ...

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Wäre sie nicht Autorin und Journalistin geworden, dann wäre Köchin wohl eine Alternative gewesen. Annette Hohberg, die neben der Schriftstellerei als Ressortleiterin einer großen Frauenzeitschrift tätig ist, spricht im Interview über Gott, griechische Sagen, Rum aus Havanna ... und eben das Kochen.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Neugierig, nachdenklich, nachtaktiv.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Schlechtes Essen. Gute Gespräche.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Frühstück auf der Terrasse des „Oriental“ in Bangkok, Mittagessen in einer Tapas-Bar in Cadíz, Abendessen unter Arkaden in Bologna. Und zum Abschluss einen alten Rum auf der Plaza de la Catedral in Havanna.

Kaffee oder Tee?

Kaffee (aber nur aus einer guten Espressomaschine).

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Frühstück mit Rührei und frisch gepresstem Orangensaft und Früchten, Yoga, Spaziergang im Park oder am See oder am Meer, Schreiben, Kochen, Jazz. Das Gefühl, ganz mir zu gehören – und genau dieses Gefühl dann mit einem guten Freund oder einer guten Freundin zu teilen.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Ich lebe.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Nun, ich bin Journalistin, aber auch da haben wir ja wieder die Lust am Schreiben. Ansonsten? Vielleicht noch Köchin. Warum? Weil ich beim Kochen ganz bei mir bin, ähnlich wie beim Schreiben. Weil ich schmecken und komponieren und, ja, auch mal was in den Ausguss schütten kann. Eine gute Pasta-Sauce zum Beispiel ist wie ein guter Roman: Man gibt alle Zutaten hinein, und dann reduziert man, bis am Ende im besten Fall etwas herauskommt, das mir und den anderen schmeckt. Es gibt Freunde, die kommen immer wieder gern zum Essen. Und so wünscht man sich auch als Schriftstellerin Menschen, die immer wieder gern zum Lesen kommen.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Das kann ich nicht beantworten. Schriftsteller sind Begleiter, die einem über die Untiefen des Lebens hinweghelfen. Ich habe viele gehabt. Astrid Lindgren, Jack London, Hermann Hesse, J.D. Salinger, Simone de Beauvoir, Else Lasker-Schüler, Kurt Tucholsky, Paul Eluard, Ernest Hemingway, John Steinbeck, Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Italo Calvino, Gabriel Garcia Marquez, Milan Kundera, John Irving, Richard Yates, Andrea De Carlo, Tony Parsons … Und eigentlich tue ich allein durch die Auswahl all denen Unrecht, die ich nicht genannt habe.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Das Manuskript meines letzten Romans. Erst nun lese ich wieder Bücher anderer Autoren, aktuell „Sommertöchter“, ein Debütroman von Lisa-Maria Seydlitz.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Die griechischen Sagen.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Ich würde dem Papst gern sagen, dass Jesus bestimmt ein guter Mann war, aber dass die Sache mit dem Stellvertreter auf Erden ein Irrglaube ist. Gott braucht niemanden, der für ihn spricht.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Beim Woodstock-Festival.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Zeit und Raum und alle Tage den Blick aufs Meer.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Tu, was du liebst, dann ist alles, wirklich alles möglich.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Ja.

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