Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Steve Mosby

Der Autor hat einen guten Vorsatz für 2013: Mehr Bücher lesen!

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Steve Mosby hat sich bereits mit seinem Debüt, dem 50 / 50 Killer, einen Namen als erstklassiger Thrillerautor gemacht. Mit Schwarze Blumen erschien sein viertes Buch bei Droemer Knaur . Im Interview im Winter 2012 gibt er schon mal Einblicke in seine nächsten Projekte. Wir dürfen gespannt sein ...

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Ruhig, entspannt, freundlich

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Schreckliche Leute machen mir schlechte Laune – zum Beispiel, wenn ich online etwas lese, dass voller Vorurteile und unfreundlich ist, oder etwas über irgendeine völlig unverständliche Ungerechtigkeit. Im Prinzip, wenn Leute sich anderen Leuten gegenüber grundlos mies verhalten. Und gute Laune … Nun, das sind in der Regel die Leute um mich herum: wenn sie glücklich sind, wenn sie mich glücklich machen. Mit Freunden und Familie zusammen zu sein und eine fantastische Zeit miteinander zu verbringen. Gutes Essen und Trinken. Einen guten Arbeitstag hinter mir zu haben.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Schwierig! Es wäre ein hektischer Tag, aber ich würde zu Hause in Leeds frühstücken, in Paris zu Mittag essen und in Venedig zu Abend. Ich liebe Paris. Und ich war auf Hochzeitsreise in Italien. Essen ist aber für mich nicht so großartig, ehrlich gesagt. Ich leide unter Dysphagie, das ist eine Schluckstörung. In meinem Leben gibt es daher ziemlich viele Protein-Milkshakes. Mal vom Essen abgesehen hätte ich wirklich auch große Lust, mehr Zeit in Deutschland zu verbringen. Ich war bisher erst einmal zu Besuch, um für „Tote Stimmen“ zu werben, und würde gerne mehr davon sehen. München war wunderbar, nicht zuletzt das Bier.

Kaffee oder Tee?

Ich mag Tee, aber Kaffee noch viel, viel mehr. Ich trinke viel zu viel davon – wahrscheinlich zehn Tassen pro Tag. Das Erste, was ich morgens mache, ist mir eine Tasse einzuschenken.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Die besten Tage sind die, an denen man viel zu tun hat, und es schafft, alles davon zu erledigen. An meinem idealen Tag würde ich wahrscheinlich Sport machen, ein paar tausend Wörter schreiben, viel Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn verbringen, es gäbe gutes Essen und guten Wein.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Ich wünsche, ich wüsste das – das würde es sehr viel einfacher machen, sich Ideen für das nächste einfallen zu lassen. Man begegnet einfach mit der Zeit verschiedenem Zeug – Dinge, die man liest, Ideen, die man hat, Erfahrungen, von denen Leute dir erzählen – und die bleiben hängen, und allmählich häufen sie sich an, und formen sich letztendlich zu Geschichten. Meine Romane bauen sich sehr langsam auf. Es geht nicht so sehr um die Ideen, sondern mehr darum, sie zu erzählen. Ich weiß normalerweise nicht, worum es in einem meiner Bücher geht, bevor ich nicht den ersten Entwurf fertig gestellt habe. Sehr nervig …

Arbeiten Sie Vollzeit als Schriftsteller? Wenn ja, was wären alternative Berufe für Sie gewesen?

Ja, ich habe das Glück, mir meinen Lebensunterhalt durchs Schreiben zu finanzieren. Ich habe an der Universität Leeds an einem Rechercheprojekt gearbeitet, dann aber ausgesetzt, als die Finanzierung auslief. Ich hatte das große Glück, dass genau zu diesem Zeitpunkt „Der 50 / 50-Killer“ in mehrere Länder verkauft wurde, und ich damit vom Schreiben leben konnte. Wenn das nicht möglich wäre, würde ich wahrscheinlich weitermachen wie zuvor. Ich würde jeden Job annehmen, der mir in die Quere käme, und so viel wie möglich in meiner Freizeit schreiben. Es gab nie etwas anderes, was ich beruflich tun wollte.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Nein, aber ich habe Autoren, die ich liebe. Ich nenne sie „Erster Tag“-Einkäufe: so bald ein neues Buch von einem von ihnen erhältlich ist, kaufe ich es. Ein paar Beispiele (alle aus unterschiedlichen Gründen) wären zum Beispiel: Michael Marshall Smith, Mo Hayder, Graham Joyce, Tim Willocks, Jim Crace, Jack Ketchum … Die Liste geht weiter. Es ist unmöglich einen Lieblingsautor auszuwählen. Ich weiß nicht, ob ich jemandem vertrauen würde, der das kann!

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Ich lese nicht genug, deswegen war mein Vorsatz fürs neue Jahr, mehr zu lesen – ich habe diesen Januar 5 Bücher gelesen. Mir hat ganz ehrlich „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins gefallen, aber mein Favorit wäre wohl „Some Kind of Fairytale” von Graham Joyce. Es wird hier erst in ein paar Monaten veröffentlicht, aber es ist eine großartige Erzählung über ein entführtes Mädchen, das viele Jahre später zu ihrer Familie zurückkehrt, mit einer unglaublichen Geschichte über ihre Entführung durch die Feen aus dem nahen Wald.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Auch hier wäre es zu schwierig, eines auszuwählen. Wie kann ein Buch das Richtige für alle sein? Man müsste es an den jeweiligen Leser anpassen. Das ist wie einen Lieblingsautor auszusuchen, und das konnte ich ja auch nicht.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Unseren Premierminister, David Cameron. Ich würde ihm wahnsinnig gern richtig eine reinhauen.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Wahrscheinlich bei einem Geschehen aus der Bibel. Ich bin überhaupt nicht religiös, also wäre es interessant gewesen, die wahren Ereignisse hinter den Geschichten zu sehen.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Es ist zu viel, auf Weltfrieden zu hoffen: ich wäre wahrscheinlich auch eigennütziger. Gesundheit und Glück für die Menschen, die ich liebe, besonders meinen Sohn. Ideen, und weiterhin die Möglichkeit, Geschichten aus ihnen zu formen. Und zuletzt natürlich noch die Möglichkeit, mich unsichtbar machen zu können.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Ich weiß nicht so recht. Mich stets daran zu erinnern, dass jeder wahrscheinlich gemäß seinem Empfinden sein Bestes gibt. Und immer nach unten vergleichen. Es ist hilfreich, sich daran zu erinnern, dass es so viele Menschen gibt, die es schlechter haben, anstatt sich immer mit Leuten zu vergleichen, die mehr haben, und sie zu beneiden. Und einfach immer zu versuchen, nett zu anderen zu sein und so gut wie möglich auf sie Acht zu geben.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Ich bin gerade dabei, meinen als nächstes erscheinenden Roman fertig zu bearbeiten (im UK ist das mein siebter). Er heißt „Dark Room“ (auf deutsch: "Kind des Bösen"). Es ist ein sehr düsterer Krimi über einen Polizisten, der mit einer scheinbar willkürlichen Serie von Morden ohne Motiv beschäftigt ist. Er ist eine rationaler Mensch, der aber zum ersten Mal in seiner Laufbahn gezwungen ist, zu überlegen, ob es wirklich „das Böse“ gibt. Darüber hinaus werde ich in den nächsten Monaten einen neuen Roman beginnen. Ich habe dafür bereits ein paar Ideen, aber nichts, das in Stein gemeißelt wäre. Immer eine sehr, sehr nervöse Phase …

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