Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Diana Menschig

01.10.2012

Ein perfekter Tag ist immer anders, sagt die Autorin von "Hüter der Worte". Und gerade das macht perfekte Tage so schön!

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Klar, kantig, kommunikativ.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Schlechte Laune bekomme ich bei meiner Vergesslichkeit, wenn ich mal wieder ohne Schlüssel und Handy das Haus verlassen habe. Freude machen mir Dinge, die ich nicht erwarte: Kleinigkeiten, die unerwartet gelingen oder Überraschungen von Freunden.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Ein ausgedehntes Frühstück in La Villa in den Dolomiten mit Blick auf die Fanesgruppe;
Das Mittagessen in einem netten Restaurant im Umfeld Große Bleichen/ Hanseviertel in Hamburg;
Ein Zwischenstop in einer Seitenstraße in Pisa für einen Espresso und das Abendessen irgendwo schön gemütlich mit meinem Mann – Hauptsache, keiner von uns beiden muss hinterher spülen.

Kaffee oder Tee?
Kaffee in allen Variationen, vom puristischen Espresso mit Zucker bis zum Double-Chocolate-Coffee-Gedöns mit Vanillia Flavour dreimal links gerührt von Starbucks.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Immer anders, und das ist gerade das perfekte daran.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Aus Beobachtungen des Alltags vermischt mit Tagträumen und der berühmten Frage „Was wäre wenn…?“. Bei mir entstehen zunächst Szenen und Begebenheiten, die ich mir vorstelle, wenn ich bestimmte Landmarken sehe.
So gibt es zum Beispiel in meinem Roman „Hüter der Worte“ eine Szene, in der sich zwei Grenzwächter an einem Übergang im Wald treffen. An dem entsprechenden realen Ort bin ich viele Male vorbeigefahren, es ist ein sehr markanter Verlauf der deutsch-niederländischen Landesgrenze. Irgendwann entstand diese Szene als eine von vielen Keimzellen für das gesamte Projekt.
Erst dann kommen die Charaktere hinzu, beeinflussen mit ihren Wesenszügen die entsprechenden Szenen und ganz zum Schluss entwickelt sich eine Geschichte.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Ich habe bisher als Diplom-Psychologin in der Marktforschung und im Personalbereich gearbeitet. Entscheidend ist für mich der Umgang mit anderen Menschen. In meiner jetzigen Selbstständigkeit führe ich das unter anderem als Dozentin an Hochschulen fort. Das Schreiben ist der ruhige Gegenpol, die Konzentration auf mich und meine Geschichte. Dieser Wechsel ist genau richtig und es würde mir schwer fallen, eines von beiden aufzugeben.



Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
J. R. R. Tolkien, auch wenn diese Antwort für jemanden, der Fantasy schreibt und liest, langweilig ist. Er war wegweisend für das Genre und hat weit über „Der Herr der Ringe“ hinaus gezeigt, wie man ein Universum schafft, in dem alles seinen Platz finden kann. Für mich ist sein gesamtes Werk, die Liebe, Sorgfalt und Detailfreude bisher beispiellos!

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig. Gerade lese ich den achten Teil der „Sword of Truth“-Reihe „Naked Empire“ von Terry Goodkind (im englischen Original), außerdem „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse. Dazu als Hörbuch Bill Brysons „Eine kurze Geschichte von fast allem“.
Das ist ein typischer Querschnitt. Von Heftroman bis klassische Literatur, es gibt wirklich keine Art Geschichte, die ich nicht wenigstens einmal versucht habe, zu lesen

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Ich bin froh über jeden Menschen, der lesen kann und diese Fähigkeit auch nutzt. Weder das eine noch das andere ist heutzutage so selbstverständlich, wie es auf den ersten Blick erscheint. Was man liest, finde ich dann fast nicht mehr wichtig, Hauptsache, man setzt auch ein wenig den Verstand dabei ein.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Lisa Simpson von den Simpsons. Sie ist eine intelligente Skeptikerin, unbeirrbar in ihrer Mission, die Welt zu retten. Ich würde ihr sagen, dass mich ihr Mut beeindruckt und dass sie ihren Weg gehen soll. Und ich würde gerne wissen, wie sie es mit ihrem Vater Homer aushält.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Da gibt es 1000 und kein Ereignis. Mich würde dabei eher interessieren: Was empfinden die Menschen dabei, wie geht es ihnen? Ich fände es gleichermaßen spannend, in den Kopf und das Herz eines 6-jährigen Mädchens aus der DDR am Tag des Mauerfalls sehen zu können wie in den von Hans-Dietrich Genscher. Solche Beispiele könnte ich nun endlos aufzählen.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Eine Chipstüte, die nie leer wird, nicht dick macht und immer die Geschmacksrichtung vorhält, auf die ich gerade Lust habe; eine Zeitmaschine, mit der ich jederzeit zu allen wichtigen und spannenden Ereignissen der Menschheit reisen kann und einen echten Ficus Benjamini, der keine Pflege braucht und trotzdem nicht eingeht.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?
„Der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken“ (aus Tabaluga und das leuchtende Schweigen)

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Wieso Einzahl? – Im Ernst, ich habe noch sehr viele Ideen und Ansätze, aus denen sich gerade komplette Geschichten formen. Konkreter geplant sind ein (fantastisches) Kinderbuch und eine klassische Fantasy-Geschichte. Neuerdings spukt mir auch eine historische Geschichte im 17. Jahrhundert im Kopf herum, mal sehen, was draus wird.

Diana Menschigs Website: www.worthueter.de

Die Autorin

Diana Menschig

Portrait von  Diana Menschig

Diana Menschig lebt und schreibt am Niederrhein. Ihre Herzensregion ist jedoch Norditalien, insbesondere die oberitalienischen Seen und die Dolomiten.

zur Autorin

Das Buch

Hüter der Worte

Friedrich Ani – Süden

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