Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich:
Nicole Walter

Die Autorin über Lebenslust, Tierliebe und alternative Berufswünsche.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Voller Lebenslust, einer unstillbaren Neugier auf das Leben und die Menschen, willensstark, andere behaupten stur, aber im Grunde ganz nett.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Ungerechtigkeit und Heuchelei machen mir nicht nur schlechte Laune, es bringt mich auf die Palme, vor allem Ungeduld mit Kindern und alten Menschen. Auch die Steuererklärung macht mich nicht gerade froh. Freude machen mir immer wieder mein Hündchen Deleen, ein gutes Gespräch, die Vögel, Eichhörnchen und Igel vom Fenster meines Arbeitszimmers aus zu beobachten. Jedes Naturschauspiel, gutes Essen, die Liebe, ein gutes Buch, gute Musik, ein guter Film, Neues erleben, das Leben mit seiner grenzenlosen Vielfalt entdecken, ebenso wie mir noch fremde Städte, Länder, Kulturen. Große Freude macht mir auch der der Moment, wenn beim Schreiben meine Figuren zu leben beginnen…
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstück bei Sonnenaufgang auf einer Almhütte, Mittagessen in Rom, New York oder Barcelona, Abendessen in einem kleinen Fischrestaurant irgendwo am Meer.
Kaffee oder Tee?
Zuerst Kaffee, dann grüner Tee.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Schönes Wetter, nicht zu heiß, ein langer Spaziergang mit Deleen und meinem Mann (Reihenfolge nicht zufällig), dann hineintauchen in meine Geschichten und dabei die Welt um mich herum völlig vergessen, irgendwann wieder auftauchen und den Tag mit Freunden und/oder Familie bei einem schönen Essen und einem guten Glas Wein ausklingen lassen.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Aus dem Leben. Alltägliche Beobachtungen, aus der Zeitung, und vor allem lasse ich mir viel erzählen. Ich höre wahnsinnig gern zu. Gleichzeitig versuche ich, mich in das Leben komplett hineinfallen zu lassen, es einfach anzunehmen, ohne es mit Gut oder Schlecht zu bewerten. Dadurch bleibe ich offen, setze mich neuen Situationen fast jedweder Art aus, und bekomme so wiederum Stoff für meine Bücher.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Warum?
Dokumentarfilmerin, weil mich, wie gesagt, das Leben anderer fasziniert. Auch Psychologin aus demselben Grund. Tierfilmerin, weil ich Tiere liebe, und Tierärztin nicht in Frage kommt – ich kann kein Blut sehen - Hundegassigeherin wäre auch noch eine Möglicheit, und – Archäologin, weil ich gern in exotisch-orientalischen Orten, in der Wüste und im Team vor mich hinbuddeln würde.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Pearl S. Buck, Ruth Rendell und Andrea Camilleri. Pearl S. Buck hat mich als junges Mädchen wie keine andere in fremde Länder und fremde Kulturen hineingezogen. Dazu diese wunderbar wehmütigen Liebesgeschichten. Ruth Rendell, weil ich Krimis liebe, und sie so wunderbar psychologisch schreibt. Camilleri, weil er so großartig die Atmosphäre Italiens einfangen kann.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Ein Moment fürs Leben von Celia Ahern aus beruflichen Gründen. Verbrechen von Ferdinand von Schirach.
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Das große Buch vom wahren Glück von Anselm Grün. Paula von Isabelle Allende Der Drachenläufer von Khaled Hosseini
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Jesus. Ich würde ihn fragen, weshalb Menschen so wenig aus ihren Fehlern lernen, warum sie zulassen, dass Geld wichtiger ist als Menschlichkeit, und ich würde ihm auch die fast kindliche Frage stellen: Warum kommen fiese Typen oft so gut durchs Leben und weshalb müssen andere, vor allem Kinder, so oft leiden. Goethe würde ich sagen, dass wir das gleiche Geburtstagsdatum haben und ihn dann über alles ausquetschen, was das Schreiben betrifft. Meryl Streep würde ich zuerst sagen, wie wundervoll ich sie immer in ihren diversen Rollen finde und fragen würde ich sie, wie sie es schafft, so wundervoll älter zu werden.
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Beim Fall der Berliner Mauer wäre ich gern in Berlin und mittendrin gewesen.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Dass wir Menschen gesund und voller Energie und Tatkraft mindestens hundertfünfzig Jahre alt werden können. Das Leben ist einfach zu kurz für all das, was ich noch gern tun würde. Auch die Lebenszeit von Hunden sollte sich unbedingt verdoppeln. Dass meine Romane von möglichst vielen Menschen gelesen werden, und die Liebe in meinem Leben weiterhin eine große Rolle spielt.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Lebe lieber unperfekt, aber bleibe immer lebendig!!!
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Nicht nur das nächste…

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