Verlagsgruppe Droemer Knaur



Witzig – spritzig - regional

17.05.2012

Frauenromane mit Lokalkolorit

Wer schon mit Bridget Jones mitgefühlt hat, den werden diese Bücher aus deutschsprachigen Regionen begeistern: witzige Frauenromane, die mit viel Lokalkolorit und Situationskomik gewürzt sind - Dialekt und heimische Hausmannskost inklusive. In Elisabeth Kabateks Spätzleblues erleben Sie mit der Katastrophen geplagten Pipeline Praetorius die wildesten Seiten der Schwabenmetropole Stuttgart; Comedienne Claudia Brendler versetzt in Eiertanz eine junge Kölnerin in die bayrische Provinz; und Anna Koschka erzählt in Naschmarkt von den wilden Erlebnissen des Wiener Mauerblümchens Dotti in einer Internetbörse für Singles. Tempo, Witz und viel Lokalkolorit machen diese Romane zu einem echten Lesevergnügen. Allen Leserinnen wird empfohlen, ihre Taschentücher bereit zu legen, denn Sie werden Tränen lachen – garantiert!

Elisabeth Kabatek: Spätzleblues

Willkommen in Stuttgart, wo die Kehrwoche heilig und der String-Tanga verpönt ist, die Spätzle geschabt und Laugenweckle mit Butter bestrichen werden – und wo die Leute so seltsam reden! Pipeline Praetorius mit dem Katastrophen-Gen, genannt Line, ist in der wilden Schwabenmetropole zu Hause. Und sie hat es wieder einmal nicht leicht: Mit ihrem Hamburger Freund Leon hat sie sich zwar versöhnt, doch der schafft nun bei Bosch in Wuxi, China. Auch ihr neuer, vielversprechender Job in der Werbeagentur entpuppt sich als harte Nummer. Während Lines türkischer Künstlerfreund Tarik sie zu einer präsentablen Dame stylen möchte, versucht sich Line heimlich als "Butzfee" – natürlich mit verheerenden Folgen! Da helfen nur noch Tante Dorles unübertroffener "Käskucha" und ein selbst gebastelter String-Tanga ...

Nach den Bestsellern Laugenweckle zum Frühstück und Brezeltango ist Spätzleblues der dritte Roman um die Katastrophen geplagte Line, die der schwäbischen Spießigkeit den Kampf angesagt hat. Schwungvoll und chaotisch kämpft sie sich durchs Leben und lässt dabei kein Fettnäpfchen aus. Elisabeth Kabatek, die selbst in Stuttgart wohnt, würzt die Handlung mit jeder Menge Lokalkolorit und spielt mit gängigen Klischees. Liebevoll nimmt sie ihre Landsleute auf die Schippe und schreibt mit Witz und spitzer Feder über die schwäbische Landeshauptstadt, ihre Bewohner und deren Eigenarten. Und natürlich wird in Spätzleblues auch wieder kräftig geschwäbelt. Da Begriffe wie "Butzlomba", "Bäbberle", "Brobierschdrümpfla" oder "Saure Kuddla" nicht jedem Leser geläufig sein dürften, erklärt Kabatek die schwäbischen Ausdrücke in etlichen Fußnoten. Außerdem finden Nichtschwaben eine Übersetzung der schwäbischen Sätze auf der Homepage der Autorin. Am Ende von Spätzleblues erfährt der Leser auch, warum Schwäbinnen keine String-Tangas tragen ...

Claudia Brendler: Eiertanz

Willkommen in Neuenthal, ein kleiner Ort in der oberbayerischen Einöde, wo Kuhkuscheln und Mondscheinschnorcheln, Schweinshaxe und Apfeldatschi auf dem Touristenprogramm stehen. Hierhin verschlägt es die Großstädterin Gina aus Köln. Im Auftrag ihrer Chefin soll sie im Haus der verstorbenen Tante nach einem Testament suchen. Das klingt einfacher als es ist, denn besagte Tante war von einer unkontrollierten Sammelmanier besessen. Ihr Haus ist bis zur Dachkante gefüllt mit Nippes, Ramsch und kuriosen Sammlerstücken. Der urbayerisch fluchende Papagei der Verstorbenen ('"Picco hot oan fahrn lassn, hosd mi?"') bringt Gina fast um den Verstand. Und auch die Eingeborenen sind nicht gerade hilfreich, sondern beobachten misstrauisch, wie sie auf Highheels über die Wiese eiert. Außerdem versteht Gina nur Bahnhof, wenn die Bayern in ihrem Dialekt so richtig loslegen. Doch schneller als ihr lieb ist, serviert Gina im Dorfcafé das ein oder andere Haferl Kaffee mit Apfeldatschi, posiert im Dirndl auf dem Laufsteg und beichtet einer Kuh ihre schlimmsten Sexkatastrophen.

Mit Eiertanz präsentiert Claudia Brendler eine amüsante Komödie aus der bayerischen Provinz, die für viele Lacher sorgt. Die Comedienne aus Queens of Spleens verfügt über ein erhebliches komisches Talent und einen ausgeprägten Sprachwitz. Danach gefragt, wie sie als Hessin dazu kommt, ausgerechnet ein bayerisches Idyll zu beschwören, erklärt Brendler: "Einer der Gründe ist, dass ich den bayerischen Dialekt liebe, diesen präzisen, gleichzeitig liebevollen und dabei so lässig-weltgewandten Umgang mit der Sprache." So erfährt der Leser gemeinsam mit Gina "wieviel Sorgfalt der Bayer auf sakrales Fluchen verwendet und dass er für das Entleeren der Blase nach Genuss von viel Flüssigkeit ebenso zahlreiche Worte kennt wie die Inuit für Schnee." Alle Nicht-Bayern finden im Anhang des Romans ein Glossar mit hilfreichen Erläuterungen von "Apfeldatschi" bis "Zipfelklatscha".

Anna Koschka: Naschmarkt

"Mein Plan für die nächsten zehn Jahre ist es, ohne Mann glücklich zu werden," erklärt Dotti ihren entsetzten Freundinnen an ihrem 30. Geburtstag. "Ich werde nicht mehr daten! Ich habe genug von vertrockneten Valentinstagsblumen, hart gewordenen Lebkuchenherzen, sauteuren Romantikhotels und billigen Anmachsprüchen." Denn wozu braucht Dotti schon einen Mann, wenn es beste Freundinnen, gute Bücher und einen dicken Kater gibt? Keine könnte also ungeeigneter sein, eine brandneue Internetdatingagentur zu testen und darüber zu schreiben, als Dotti. Schließlich ist sie Literaturredakteurin beim Österreichbote, nicht Klatschreporterin. Doch ihr bissiger Blog über Männer, Mauerblümchen und Flirten für Anfänger spricht einer ganzen Generation von netzgeplagten Singles aus dem Herzen. Also datet Dotti, auf Teufel komm raus!

Anna Koschkas charmanter Roman Naschmarkt über das Wiener Mauerblümchen Dotti basiert auf den urkomischen persönlichen Erlebnissen der Autorin in Internetpartnerbörsen. Mit hohem Tempo und Wortwitz prescht Koschka durch eine Medienlandschaft, die ihr bestens vertraut ist. Der Roman steckt voller zwischenmenschlicher Pannen und Zärtlichkeiten - ein durchweg witzig-spritziges Stück Frauenliteratur, das so manche Weisheit zum Besten gibt: "Ein Mann nimmt in etwa so viel Platz ein wie hundert Bücher. Leider lässt er sich nicht zuklappen und ins Regal stellen."

Alexandra Plath für www.droemer-knaur.de

Die Autorin

Elisabeth Kabatek

Portrait von  Elisabeth Kabatek

Elisabeth Kabatek, gebürtige Schwäbin, lebt als Autorin, Kolumnistin und Übersetzerin in Stuttgart. Ihre Romane »Laugenweckle zum Frühstück«, »Brezeltango«, »Spätzleblues«, »Ein Häusle in Cornwall« und »Zur Sache, Schätzle!« wurden auf Anhieb zu Bestsellern.

zur Autorin

Das Buch

Friedrich Ani – Süden

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