Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Patrizia Zannini

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
kreativ, chaotisch, offen
Was macht Ihnen schlechte Laune?
Wenn ich weiß, dass ich den ganzen Tag fremdbestimmt bin und nichts daran ändern kann, aber selbst dann ist es keine schlechte Laune, da ich eigentlich nie schlechte Laune habe.
Was macht Ihnen Freude?
Wenn ich weiß, dass ich für viele Stunden alleine zu Hause bin. Dieses Wissen, dass ich stundenlang tun und lassen kann, was ich will.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstück Peabody's Coffee Bar in Palm Springs (Pancakes and two eggs sunny side up with bacon). Mittagessen Bei meinem Vater in Rom, im Garten unter der Weintraubenlaube esse ich die besten Spaghetti frutti di mare (ohne diese kleinen Tintenfische). Leider, leider kann ich nach dem Essen nicht abspülen helfen, da ich gleich weiter muss, mit dem Flieger nach London um das Abendessen im Marco Pierre White Kingsroad Steakhouse einzunehmen.
Kaffee oder Tee?
Kaffee mit Milch und Zucker
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Ein perfekter Tag ist ein ungeplanter Tag. Es kann sein, dass ich mich spontan mit Freunden treffe, mit den Kindern Fossilien aus dem Schiefer in Holzmaden klopfe, auf jeden Fall abends ein Glas Rotwein trinke und einen Film, den ich noch nicht gesehen habe, anschaue. Ich habe Zeit für ein Buch und für ein langes Telefonat. Außerdem dürfte an diesem Tag nichts gekocht werden. Vielleicht sind die Kinder bei den Großeltern? Dann abends in ein Sternerestaurant, dort, wo es zum Espresso diese selbstgemachten Pralinen gibt. Oder...
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Die Ideen fallen mich förmlich an und es kann sein, wenn ich es nicht augenblicklich aufschreibe, dass ich mich später nicht daran erinnern kann. Aber der Inhalt ist meist Erlebtes, Gesehenes oder Gehörtes, das ich verarbeite. Die Figuren in meinen Büchern machen im Prinzip alles selbst. Sie folgen mir in etwa so, wie meine Kinder es tun. Und so weiß ich selbst oft nicht, wie es weitergeht.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Warum?
Ich wollte immer Kinderärztin werden. Hatte dann das Große Latinum in der Tasche und brauchte Passfotos. Der Fotograf nahm mich als "Fotografenlehrling" (so hieß das damals), das hat richtig Spaß gemacht. Aber dennoch denke ich manchmal, ich hätte Medizin studieren sollen. Und warum? Weil ich die Ärzte beneide, die als Ärzte ohne Grenzen Menschen in Not helfen.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
John Irving, weil er ein Meister der Erzählkunst ist. Seine Geschichten sind voller atemberaubender Überraschungen.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
"Der Regenkönig" von Saul Bellow
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
"Owen Meany" von John Irving
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Bob Dylan um nur mal kurz "Hallo" zu sagen.
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Mauerfall
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Ok, drei Wünsche. 1. Wunsch Fliegen können, was ich als Kind in meinen Träumen konnte. 2. Wunsch Ein paar Falten weniger wäre auch nicht schlecht. 3. Wunsch Als Kind habe ich mich immer gefragt, warum sich Menschen, die drei Wünsche frei haben, so blödes Zeug wünschen, deshalb: Ich würde mir von dem letzten Wunsch drei Reservewünsche wünschen - für eventuelle Notfälle.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen. (Theodor Fontane)
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Nicht nur das, die ersten Seiten musste ich schon schreiben.

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