Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Mechtild Borrmann

Bild

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Optimistisch, neugierig, manchmal stur.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Schlechte Laune bekomme ich, wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich sie mir vorgestellt habe, und dann empfinde ich umso größere Freude, wenn sich genau aus diesem Umstand neue Möglichkeiten und Wege ergeben.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstücken würde ich auf einem hohen Berg, mit der ersten Tasse Kaffee möchte ich zusehen, wie die Sonne die Gipfel der Umgebung erklimmt. Mittagessen mit Freunden in einem sommerlichen Garten, an einem langen Tisch unter hohen alten Bäumen. Und abends wäre ich dann gerne am Meer. Auf einer ausgebreiteten Decke am Strand, versorgt mit einer Flasche Wein, Käse und Brot … Und dann zusehen, wie die untergehende Sonne lange rote Bahnen auf das Wasser malt.
Kaffee oder Tee?
Kaffee.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Zuhause beginnt ein perfekter Tag mit einer Tasse Kaffee und anschließend einem ausgedehnten, zügigen Spaziergang. Dann duschen, frühstücken und an den Schreibtisch. Mittags ein kleiner Imbiss und dann Hausarbeiten, Post, Telefonate, e-mails usw. erledigen. Nachmittags noch einmal zwei bis drei Stunden an den Schreibtisch und den Abend mit Menschen verbringen, die ich mag.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Es ist immer zunächst ein Thema, das mich interessiert. Dann beschäftige ich mich damit, recherchiere und überprüfe, ob ich mich einfinden kann, ob Figuren rund um dieses Thema entstehen. Wenn diese Figuren dann lebendig und tragfähig sind, erarbeite ich mit ihnen gemeinsam die Geschichte.
Was war für Sie beim Schreiben von "Der Geiger" zuerst da, der Krimiplot oder das Handlungsumfeld wie in diesem Fall Russland/Arbeitslager?
Ich habe mich zunächst für die politischen Verhältnisse in der Stalinzeit interessiert. Während der Recherche rückten die Bedingungen in den Arbeitslagern immer mehr in den Vordergrund. Im zweiten Schritt entwickle ich dann Figuren. Den Plot finde ich zusammen mit den Figuren.
Sind Sie selber musikalisch oder ist es die Faszination des Namens „Stradivari“ und das Wissen um die Besonderheit dieser Instrumente, die Sie gepackt haben?
Ich höre gerne klassische Musik. Für die Geschichte des Ilja musste es aber ein besonderes Instrument sein. Als ich mich mit dem Thema „Stradivari“ beschäftigte, stieß ich auf den Hinweis, dass einige der Instrumente als verschollen gelten. Somit habe ich mich für eine „Stradivari“ entschieden.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Warum?
Ich habe in meiner Vergangenheit schon viele verschiedene Dinge gemacht und mich immer auf der Suche erlebt. Und jetzt … ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen und habe das Gefühl, beruflich angekommen zu sein.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Mein Lieblingsautor ist Georges Simenon und ich liebe vor allem seine „Non-Maigret“- Romane. Es ist wohl sein unsentimentaler und doch humaner Blick auf seine Figuren. Ich mag aber auch Patricia Highsmith, Maarten't Hart, Dieter Wellershoff und viele, viele andere.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Der Sohn“ von Jessica Durlacher.
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Tja, da komme ich noch einmal zurück auf Frage Nr. 8. Georges Simenon. Ich empfehle die „Non-Maigret“-Romane.
Gibt es ein Buch, das Sie geschenkt bekommen haben, und das für Sie eine besondere Bedeutung hat? Warum?
Das ist wohl „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner. Ich habe es von meinem Onkel geschenkt bekommen und es war das erste Buch, das ich selbständig gelesen habe.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Das Leben ist nicht planbar.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Ja, aber dazu lässt sich noch nichts Konkretes sagen.

↑ nach oben