Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Das American Museum of Natural History

Schauplatz von Preston & Child

Einer der immer wiederkehrenden Schauplätze in den Büchern von Douglas Preston und Lincoln Child ist das American Museum of Natural History in New York City. Kein Wunder: Ist es doch ein faszinierender Ort voller Attraktionen und Geheimnisse. Auch in Maniac – Fluch der Vergangenheit spielt das Naturhistorische Museum eine Rolle. In den Romanen werden natürlich der Ort und das Personal in künstlerischer Freiheit abgewandelt beziehungsweise völlig neu erfunden.

Das echte Museum ist eine riesige Anlage, die sich am Central Park West, 79. Straße befindet. Es beherbergt enorme Schätze von der (Prä-)Historie bis zur Gegenwart und zahlreiche, regelmäßig wechselnde Ausstellungen. 

Mister Preston, Mister Child – Sie haben das Museum immer wieder zum Tatort Ihrer Thriller-Handlungen gewählt. Warum?

Douglas Preston: Es ist das Gebäude. Die Katakomben von Rom sind ein Kinderspiel verglichen mit dem Museum of Natural History nach Mitternacht. Meine journalistische Arbeit hat mich durchs ganze Museum geführt, und damals, als ich noch dort gearbeitet habe, war ich immer bis spätabends da. Manchmal musste ich nachts durch die Hallen laufen, wenn nur noch die Notlichter brannten: durch die Dinosaurier-Halle, in der die schwarzen Tierskelette irre Schatten an die Wände werfen und ihre Zähne im Düsteren leuchten. Oder durch die dunklen Ecken in der Afrika-Halle, in der die Masken dich angrinsen – oder die grässlichen Wölfe und Säbelzahntiger. Das Museum ist wirklich unvorstellbar riesig. Seine Fläche ist größer als die des Empire State Building. Keiner weiß genau, wie viele Räume es dort eigentlich gibt. Ich arbeitete über acht Jahre dort und habe mich bis zum Schluss darin verlaufen. Es ist eine einzige Schatzkammer – angefüllt mit völlig bizarren Dingen. Im Museum gibt es allein 20 000 Skelette. Unter uns: Einer der Kuratoren dort hat seine Bürowände mit Totenschädeln gepflastert. Und ein weiterer bewahrt an seinem Arbeitsplatz zig Gläser mit toten Fledermäusen auf.

Lincoln Child: Doug und ich haben das Museum damals gemeinsam erkundet. Weil er dort arbeitete und darüber schrieb, kannte er sich natürlich prima aus. Ich erinnere mich, wie er mir eines Tages von diesen fünf Säulen aus Stahl erzählte, die vom Kellergeschoss aus durch das Gebäude in die Höhe ragten und den größten Meteoriten der Erde trugen. Der war so schwer, dass er ohne die Stahlträger einfach durchs ganze Museum hindurch gekracht wäre. Es ist wirklich ein toller Ort.

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