Verlagsgruppe Droemer Knaur



Recht und Gerechtigkeit

Einleitung

Katzenbachs Perspektive auf Schuld und Sühne

John Katzenbach wollte schon immer Schriftsteller werden. Begonnen hat er seine berufliche Laufbahn allerdings als Gerichtsreporter, zunächst in New Jersey, dann in Miami. Das Miami der 70er und 80er Jahre hat er einmal als "eine Art Epizentrum des Bösen" beschrieben. Nicht zuletzt hier ist auch sein besonderes Interesse für die psychologischen Hintergründe von Gewalt entstanden, das für seine spätere Arbeit als Schriftsteller so prägend wurde.

Einfache Gegenüberstellungen von Gut und Böse sind Katzenbachs Sache nicht. Wer wie er nach den Ursachen von Kriminalität fragt, stößt bald auch auf die grundlegenden Probleme von Recht und Gesetz, von Verbrechen und Strafe; Probleme, die keine einfachen, nach einem Schwarz-Weiß-Muster entworfenen Lösungen zulassen.

In
Die Anstalt geht Francis, der als junger Mann gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden war, der Mordserie auf den Grund, die zur Schließung der Institution geführt hatte. Die Frage nach dem Zusammenhang von Wahrheit, Schuld und Bestrafung stellt sich hier nicht nur im Hinblick auf die Verbrechen, sondern auch in Bezug auf die Anstalt als Institution und die mit ihr assoziierte Justiz. John Katzenbachs Stiefbruder hat übrigens in einer ähnlichen Klinik "viele unglückliche Wochen und Monate verbracht", wie der Autor in einem Interview berichtete.


Und in Katzenbachs Buch
Das Opfer geht es darum, was es heißt, einem Stalker ausgesetzt zu sein. Die Geschehnisse des Romans stellen auch die Leser vor schwierige Fragen: Wie weit würde und wie weit darf man gehen, um jemanden zu schützen, den man liebt, z.B. die eigene Tochter? Was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff "Notwehr"? Ist die psychische Gewalt, wie ein Stalker sie ausübt, nicht viel schlimmer als solche, die "nur" körperlichen Schmerz verursacht?

Fragen wie diese lassen sich nicht in ein paar Sätzen beantworten. Sie sind es wert, durch das Prisma der Fiktion beleuchtet zu werden. Die Romane John Katzenbachs sind in dieser Hinsicht eine exzellente Wahl.

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