Verlagsgruppe Droemer Knaur



Endlich schmerzfrei!

Einleitung

Wie schafft man es, schmerzfrei durch den Alltag zu kommen? Wer an chronischen Schmerzen leidet, kennt oft die ärztliche Resignation: „Damit müssen Sie leben.“ Alter und Anatomie lassen sich nicht ändern. Man wird zum hoffnungslosen medizinischen Fall. Doch Schmerzen haben häufig andere Ursachen als bislang von Medizin oder Psychologie angenommen. Dr. Helga Pohl, ausgebildete psychologische Psychotherapeutin hat einen Weg aus der Schmerzspirale gefunden. Die Autorin zeigt in ihrem neuen Buch „Unerklärliche Beschwerden", wie man lernt, schmerzfrei zu leben.

Dr. Helga Pohl geht davon aus, dass viele Schmerzen nicht von organischen Erkrankungen stammen, sondern von Verspannungen. Verspannungen, die aus erlernten Angewohnheiten herrühren. Um aus der Schmerzspirale herauszukommen, müssen diese erlernten Angewohnheiten geändert werden. „Unerklärliche Beschwerden“ erklärt die Hintergründe von Leiden, hilft dabei zu verstehen, woran man leidet und liefert Anregungen zum eigenen Beobachten und Ausprobieren. Es ist Theorie- und Übungsbuch in einem.

Dem Schmerz den Rücken kehren

Kennen Sie das? (Auszug aus Buch)

• Dumpf bohrend begleitet ein Schmerz im unteren Rücken Sie durch den Tag.
• Nach längerem Sitzen schmerzt das Aufstehen im unteren Rücken, und es dauert eine Weile, bis Sie sich aufrichten können.
• Der ganze Rücken fühlt sich an wie eine Eisenplatte. Er ist so starr, dass Sie sich nur wie ein Roboter bewegen können.
• Sie fühlen sich angestrengt, abgeschlagen und erschöpft.
• Morgens wird das Anziehen der Schuhe zum Problem, weil Sie sich nicht vorbeugen können.
• Steißbeinschmerzen vergällen Ihnen das Sitzen.
• Aus heiterem Himmel lähmt Sie ein Hexenschuss und zwingt Sie in eine absurd verzerrte Haltung.
• Sie haben ein Hohlkreuz, können sich beim besten Willen nicht geraderichten.
• Sie können kaum durchatmen, weil jeder Atemzug im oberen Rücken sticht.
• Sie haben das Gefühl, im unteren Rücken abzubrechen, und bewegen sich nur noch ganz vorsichtig.
• Der Rücken fühlt sich schwach an, am liebsten blieben Sie immer angelehnt.

Sie sind mit diesen Problemen nicht allein. Eine der häufigsten Beschwerden in den Industrienationen sind Rückenschmerzen. Rückenprobleme können viele Ursachen haben. Falsche Haltung, zuviel Arbeit im Sitzen, kein Sport – alles richtig, aber auch falsch. Schon Kindern wird eingetrichtert, sich gerade hinzusetzen. Doch der Rücken, so Helga Pohl, braucht Bewegung. Hierbei geht es aber um natürliche Bewegung. Das Flexibelhalten der Wirbelsäule sei wichtiger als das einseitige Trainieren der Rückenmuskulatur in Fitnessstudios. Training ja, aber wichtig ist hierbei die Bewegung des gesamten Rückens. Auch die Vorderseite, der Rumpf, spielt eine bedeutende Rolle für einen gesunden Rücken. Menschen mit krummen Rücken leiden nicht unbedingt an einer schwachen Rückenmuskulatur. Das Problem ist hier häufig die verkürzte Vorderseite, die dazu führt, dass sich der Mensch vorn zusammenzieht und hinten rund wird. Auch die richtige Atmung kann zu mehr Öffnung der Vorderseite beitragen.

Machen Sie Ihr Leben kinderleicht

Die Autorin blickt in ihren Erklärungen auf den kindlichen Körper. Kleine Kinder haben von Beginn an einen aufrechten Gang ohne Verspannungen, ohne Hohlkreuz, ohne Rundrücken. Sie stehen gerade, die Wirbelsäule in einer gesunden aufrechten Haltung, die Schultern in einer entspannten Position. Der Mensch hat sich im Laufe seines Lebens angewöhnt, in einer bestimmten Form zu sitzen, zu stehen, zu gehen. Viel hat mit Erziehung und der eigenen Körperwahrnehmung zu tun. So neigen häufig große Menschen eher zu einer geduckten Haltung mit hängenden Schultern und Rundrücken, von Pohl als „Stoppmuster“ bezeichnet. Diese Haltung kann vom ständigen Herunterbeugen zu kleineren Menschen stammen, aber auch vom Wunsch herrühren, tatsächlich kleiner, normaler zu sein. Die Gründe, warum ein Mensch sich diese Angewohnheiten zulegt, sind vielfältig. Helga Pohl gibt in „Unerklärliche Beschwerden“ einen sehr ausführlichen Einblick in diese Problematik. Sie erklärt die Anatomie, mögliche Gründe für bestimmte Verhaltensweisen, aber gibt auch Hinweise, was gegen die Auswirkungen – die Schmerzen getan werden kann.

Hoffnungslos? Ein Leben ohne Schmerzen ist möglich

Helga Pohl wurde selbst zum hoffnungslosen medizinischen Fall. Sie hatte starke Rückenschmerzen und musste am eigenen Leib erfahren, wie Mediziner hilflos das Handtuch werfen. Doch körpertherapeutische Verfahren halfen ihr. Dieser Einschnitt hat auch ihre berufliche Laufbahn beeinflusst. Sie orientierte sich neu und entwickelte die Sensomotorische Körpertherapie. Mit dieser Körpertherapie lassen sich psychosomatische Beschwerden sehr effektiv als Störungen von Bewegung und Körperwahrnehmung verstehen und behandeln. Selbst bei Störungen, die bislang als rein „psychisch“ galten, lassen sich mit diesem Verfahren körperliche Veränderungen finden – Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe. Mit dieser Methodik können auch chronisch Kranke wieder Hoffnung auf ein schmerzfreies Leben schöpfen. Machen Sie den ersten Schritt mit dieser kleinen Übung aus dem Buch.

Anstiftung zum beschwingten und kraftvollen Gehen

Der interessierte Blick: Schauen Sie beim Gehen geradeaus auf Ihr Ziel (der Fußboden ist es nicht!).

Das bewegte Becken: Stellen Sie sich vor, die Beine fangen oben an den Hüften an, und bewegen Sie sie von da aus nach vorn und hinten. Damit drehen Sie den Körper in der Taille und machen mit jedem Schritt Rückengymnastik.

Die munteren Knie: Lassen Sie jedes Bein mit leicht gebeugtem Knie nach vorn gehen und setzen Sie es vorn nicht mit der Ferse auf, sondern mit dem ganzen Fuß. Strecken Sie das Bein erst, wenn es Gewicht übernimmt. Dann lassen Sie es sich wieder beugen.

Locker über Kreuz: Lassen Sie den Oberkörper sich entgegengesetzt zum Becken drehen. Dadurch bewegt sich der rechte Arm nach vorn, wenn die linke Hüfte nach vorn geht, und umgekehrt. Bewegen Sie die Arme dabei nicht aktiv.

Ihr weltbewegender Auftritt: Stellen Sie sich vor, die Erde ist rund, und Ihre Aufgabe ist es, sie am Drehen zu halten. Dafür stoßen Sie sich mit dem hinteren Fuß mit Ballen und Zehen ab, indem Sie vor allem mit dem großen Zeh nach hinten unten drücken. Geben Sie der Erde mit jedem Schritt einen Stups. Das gibt Ihnen ungeahnten Auftrieb und Power nach vorn.

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