Verlagsgruppe Droemer Knaur



Der Beziehungsstatus Holbe-Durant

Einleitung

Der Autor über die Beziehung zu seiner eigendynamischen Papier-Gefährtin

Ich wurde unlängst nach meiner Beziehung zu Julia Durant gefragt.
Mein erster Gedanke war: Beziehungsstatus? Kompliziert.

Aber genaugenommen ist unsere Beziehung gar nicht so schwer zu beschreiben, zumindest nicht, wenn man es als eine echte Partnerschaft betrachtet.
Den ersten Hochzeitstag eines jungen Ehepaares bezeichnet man gemeinhin als „Papierhochzeit“. Meine Frau möge es mir verzeihen, wenn ich Julia Durant als eine Art zweite Lebensgefährtin bezeichne, aber die Verbindung, die wir eingegangen sind, kommt dem schon recht nahe. Es ist natürlich nur eine Ehe auf dem Papier – deshalb passt die Bezeichnung doppelt gut. Der Sinn hinter dem Begriff Papierhochzeit ist, so wurde mir erklärt, dass das erste gemeinsame Jahr ein immerwährender, komplizierter Prozess des Zusammenraufens, des Kennenlernens ist.

Oh ja!

Hat man dieses Jahr, in dem die Beziehung so empfindlich ist wie hauchdünnes Papier, jedoch geschafft, so hat man die besten Voraussetzungen, auch künftig das gemeinsame Miteinander zu meistern. Und wie in den Zeiten, aus denen der Begriff entstammt, so ist es auch hier eine große Familie, die das Zusammenleben so harmonisch macht.

Allen voran und vom ersten Tage gehören dazu Frau Franz und dann die vielen engagierten Menschen des Verlags. Rückblickend muss ich dankbar sagen, dass dieses Netzwerk mir immer genau den Rückhalt gegeben hat, den ich brauchte.

Und auf dem richtigen Weg hält mich meine Papier-Gefährtin Julia Durant, die viel mehr ist als nur eine zweidimensionale Krimi-Ermittlerin. Sie ist auch meine imaginäre Beifahrerin und Recherche-Begleitung und manchmal, wenn ich nicht weiterkomme, auch meine Ideengeberin. „Was würde Julia jetzt sagen-denken-tun?“, frage ich mich dann. Sie weiß es – und hält damit auch nicht hinterm Berg ...

Zu jeder neuen Beziehung gehört es, sich früher oder später den alten Freunden der Partnerin zu stellen. Der Neue an Julias Seite zu sein – das war eine ziemlich große Hürde für mich. Ich hatte ganz schön kalte Füße, mich den ersten Fans zu stellen, denn mir waren eine Menge Erzählungen von Lesungen und Auftritten meines Vorgängers zu Ohren gekommen. Wieder neue Fußstapfen, in die es hineinzuwachsen galt! Und diesmal nicht im stillen Kämmerlein, wo man jedes Wort dreimal auf die Goldwaage legen kann, sondern frei, spontan und ungeschützt. Auf der Buchmesse saß ich, beinahe genau zu unserem Jahrestag, höchst nervös zum ersten Mal in einem Interview vor Fans und kurze Zeit später dann für eine erste Lesung vor einem vollen Haus. Was soll ich sagen? Zwei tolle Termine mit tollen Fans, die mich kritisch aber wohlwollend aufnahmen.

Tja, und hier bin ich nun, mittendrin statt nur dabei.

Und neben allen Faktoren, die mir den Einstieg und die Aufnahme in die Welt der Julia Durant ermöglichten, sei eines noch besonders erwähnt: Sie hatte einen geistigen Vater, der sie mit viel Liebe zu der eigendynamischen Frau machte, die sie heute für mich ist und in deren Familie und Freundeskreis ich nur all zu gerne eingeheiratet habe!

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