Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Jo Jansen

Die Autorin im persönlichen Gespräch

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Optimistisch, ehrlich, liebevoll.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Wenn Menschen oder auch Technik unzuverlässig sind, ärgert mich das. Dann hilft am besten ein Spaziergang mit dem Hund an der frischen Luft. Der Ärger wird weggepustet und es gibt immer wieder Kleinigkeiten zu entdecken, über die ich mich freue – das kann eine schöne Blume am Wegesrand sein, der Duft einer frisch gemähten Wiese, das Lächeln eines Menschen, der mir begegnet. Oder auch einfach nur mein Hund, wie er voller Übermut über die Wiese tobt.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstück am Meer, irgendwo, wo es warm ist. Das kann im Sommer der Strand von Usedom sein oder sonst eine der Kanarischen Inseln. Hauptsache, vor dem Frühstück im samtweichen Wasser schwimmen …
Mittagessen in der Stadt, draußen vor meinem Lieblings-Sushi-Restaurant, wo raschelnde Bambuspflanzen Schatten spenden.
Zum Abendessen wäre ich gern auf der Terrasse einer Berghütte. Möchte von dort aus den Sonnenuntergang beobachten, die Glocken der Kühe auf der Alm läuten hören und die klare, reine Bergluft atmen.
Kaffee oder Tee?
Meistens Kaffee, schwarz und ohne Zucker.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Ein Tag ist perfekt, wenn ich das Gefühl habe, etwas Gutes geschafft zu haben. Nicht zu spät aufwachen, mit ein paar Ideen im Kopf, die mich munter aus dem Bett springen lassen. Einige Seiten schreiben. Fließend, ohne lange überlegen zu müssen. Mittags ein langer Waldspaziergang oder eine Fahrradtour mit dem Hund. Auf einer Wiese ein bisschen lesen. Am Nachmittag mit meinen Kindern oder der besten Freundin ein Eis essen gehen. Dann weiter schreiben, bis der Liebste zum Abendessen nach Hause kommt. Den Tag lassen wir bei einem Glas Wein am Seeufer ausklingen.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Ein Buch oder eine Geschichte beginnt meist mit einem einzigen Puzzleteil. Das kann ein Erlebnis, ein Gedanke oder auch eine in mir verborgene Angst sein. Es kommt ein weiteres Puzzleteil hinzu, dann noch eines … Ich schiebe sie im Kopf hin und her, eine Geschichte beginnt, deren Ausgang ich selbst noch nicht kenne. Das macht es auch für mich spannend, zu schreiben.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
Ich hätte sehr gern ein Hotel oder eine kleine Pension für Gäste, die mit ihrem Hund Urlaub machen möchten. Es wäre interessant, ständig neue Menschen im Haus zu haben, sich von ihren (Lebens-)Geschichten inspirieren zu lassen. Die Hunde hätten genug Freiraum, miteinander zu spielen, die Menschen wären entspannt und glücklich. Abends würde ich ihnen selbstgeschriebene Gute-Nacht-Geschichten vorlesen ;-)
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Stephen King hat mich ziemlich stark beeinflusst, da ich fast alles von ihm gelesen habe. Ich mag es, wie er harmlose, uns allen bekannte, Dinge beschreibt, aus Alltäglichem das Grauen wachsen lässt und den Leser immer wieder überrascht. Sein Buch „Das Leben und das Schreiben“ ist mein Lieblingslehrbuch, das jeder Autor gelesen haben sollte.
Jorge Bucay liebe ich wegen der Leichtigkeit seiner Geschichten, in denen eine tiefe, gleichnishafte Wahrheit steckt.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Ostfriesengrab“ von Klaus-Peter Wolf. Es hat mir sehr gut gefallen und ein neues Puzzleteil in meinen Kopf geschoben.
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
„Komm, ich erzähl Dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay. Der Psychiater, Märchenerzähler und gute Freund für die Handtasche.
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gern einmal treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Leonardo da Vinci. Ich würde gar nichts sagen, nur zuhören und staunen.
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gern Zeuge gewesen?
Woodstock. Überhaupt die Flower-Power-Zeit.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen die aus?
Ich bin bereits glücklich (siehe nächste Frage). Das Hotel für Hundefreunde hätte ich gern noch. Eine Folge Sonntagabend-Tatort nach meiner Idee. Der dritte Wunsch ist ganz privat.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Glück ist das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Mehrere … Ein zweiter Fall für Schnüffelnase Rika ist in Arbeit. Kurzgeschichten kommen von allein. Ein Buch über Menschen in den „besten Jahren“, die nicht (mehr) an Wunder glauben, macht mir auch gerade sehr viel Spaß.

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