Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Kirsten Rick

Die Autorin im persönlichen Gespräch

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Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Essenszeiten müssen eingehalten werden, sonst bin ich ungenießbar. Das Frühstück darf mal ausfallen, aber wenn ich zur Mittagszeit kein Mittagessen bekomme, dann bin ich den ganzen Nachmittag gereizt. Bis zum Abendessen.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Reise? Sie wissen aber schon, dass ich gerne zuhause bin, oder? Ich habe so eine Art eingebaute Wegfahrsperre, die sich nur manchmal löst. Ich arbeite daran, das zu verbessern. Nun gut, für Essen würde ich sogar das Haus verlassen. Darf ich das Frühstück – immer Müsli – noch daheim einnehmen? Mittagessen dann in Chinatown in New York, etwas, das ich noch nie vorher gegessen habe. Zum Abendessen frischen Fisch, gegrillt, gerne mit Blick aufs Meer. Es ging gar nicht so sehr ums Essen, sondern um die Orte? Na ja, beim nächsten Mal …
Kaffee oder Tee?
Tee, selbstverständlich. Morgens und nachmittags Assam, mit Kandis und etwas Milch. Nicht umrühren, ich habe ostfriesische Vorfahren. Zu allen anderen Tages- und Nachtzeiten Hagebuttentee. Kannenweise. Das ist mein Treibstoff, hilft gegen alles und ist gut für alles.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Aus nächster Nähe. Von Freunden, die mir beim Abendessen eine Geschichte erzählen. Von meiner Mutter, die aus dem Dorf erzählt. Die Ideen springen mich an, wenn ich durch die Stadt radele. Manchmal erzählt mir auch ein Haus seine Geschichte. Orte haben viel zu sagen, man muss nur genau zuhören.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
„Arbeit als Schriftsteller“ klingt toll! Als würde ich auf der Terrasse meines Landsitzes residieren und von morgens um sechs bis nachmittags um vier an meiner Adler-Schreibmaschine Seite für Seite tippen. In Wirklichkeit bin ich Journalistin, Redakteurin, Mutter (mit allen Ehrenämtern, die dazu gehören), Putzfrau & Köchin (nur zuhause) und Pflegeponybetreuerin. Ich bin jederzeit darauf gefasst, noch schlummernde Talente in mir zu wecken, um meinen Tätigkeitsbereich zu erweitern. Etwas leicht Übersinnliches wäre nicht schlecht, dann könnte ich die Zukunft vorhersagen oder Tierkommunikatorin werden. Daraus ergäben sich bestimmt auch ein paar neue Geschichten.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
David Sedaris, weil er mich mit seinen Kurzgeschichten zum Lachen bringt und gleichzeitig zu Tränen rührt. Gernot Gricksch kann das mit seinen Romanen auch.
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Viel spannender ist ja, was sie mir erzählen würden. Einige von denen, die ich und andere gerne mal treffen würden, habe ich bereits getroffen – in meinem Job als Hochglanzmagazin-Redakteurin. John Waters, Wes Craven und natürlich auch Mariah Carey, Kylie Minogue und so weiter. Alles nette Menschen, mit denen ich jederzeit gerne wieder einen Tee trinken würde. Wirklich interessant wird es allerdings erst, wenn man sich näher kennen lernt.
Allerdings: Eine Einladung zu einer Party auf Gatsbys Anwesen würde ich nicht ausschlagen. Auch verbrächte ich gerne einen Sommer in San Francisco mit den Figuren aus Armistead Maupins frühen „Stadtgeschichten“.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Zum Glück habe ich „Idioten“ von Jakob Arjouni gelesen und weiß, dass diese Wunscherfüllungsgeschichten sich nie so entwickeln, wie man sich das vorgestellt hat. Deshalb bin ich vorsichtig und greife auf die bewährten Klassiker zurück: Gesundheit, Liebe und eine Geschirrspülmaschine. Ach, die hab ich ja schon, dann nehme ich das Geld.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Genieße jeden Augenblick. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Morgen ist auch noch ein Tag. Augen zu und durch. Sorge dich nicht, lebe. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Weniger ist mehr. Genug ist genug.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Oh ja, im Kopf! Nicht nur das nächste, auch das übernächste und das danach. Alle gleichzeitig. Und jede Woche werden es mehr. Jetzt brauche ich nur noch die Zeit, Ruhe und Konzentration, die Zettel in meinem Kopf und auf meinem Schreibtisch abzutippen und in Form zu bringen.



Die Autorin führt durch St. Pauli! Mehr zum Thema finden Sie hier:

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