Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Bernhard Albrecht

Der Autor im persönlichen Gespräch

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Entdeckungsfreudig, romantisch, unbequem.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Hotlines und Bürokraten, die mir meine Zeit stehlen. Mit einem Glas Spritz auf dem eigenen Balkon in die untergehende Sonne zu schauen beruhigt mich dann wieder.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Zum Frühstück ganz klar nach Deutschland, nirgendwo auf der Welt gibt es besseres Brot. Mittags Tapas in Spanien. Abends jeden Tag woanders: heute Abend zum Beispiel in Peru.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Morgens mit drei Tassen Kaffee langsam in den Tag gleiten. Mit meiner Freundin was Neues entdecken – eine neue Stadt, neue Musik, einen neuen Künstler, einen neuen Berg. Abends einen wichtigen Menschen treffen und über den Sinn des Lebens reden.
Woher kam die Inspirationen zu Ihrem Buch?
Es gab viele Inspirationen, aber ganz am Anfang stand die Ärztin Lisa Sanders, die in der New York Times die Kolumne Diagnosis schrieb, aus der auch die von mir sehr geschätzte TV-Serie Dr. House entstand.
Neben der Arbeit als Journalist und Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
Ich könnte mir heute viel besser als nach dem Studium vorstellen, wieder als Arzt im Krankenhaus zu arbeiten. Wenn die Arbeitsatmosphäre stimmt und um mich herum einige Kollegen von der Art wären wie die, die ich in dem Buch porträtiere.
Spielfilmregisseur wäre eine Alternative, und mein unerfüllter Traum wäre Musiker.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Leichter tue ich mir, wenn Sie nach meinem „Lieblingsbuch“ fragen. Das war eindeutig Jeffrey Euginides‘ Middlesex. Weil der Autor dort alles vereint, was ich an Büchern liebe: Einzigartiger roter Erzählfaden, eine Dramaturgie mit ständigen unerwarteten Wendungen, die einen dazu zwingt, Middlesex in einem durch zu verschlingen. Ein ganz eigener Ton und eine hervorragende Sprache, sodass man den Ich-Erzähler lieben lernt – und am Ende wie einen guten Freund vermisst. Witz, sodass ich zwischendurch laut lachen musste. Viel Wissenswertes, wovon ich davor nichts ahnte.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Nemesis“ von Philip Roth.
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
„Kollaps“ von Jared Diamond. Der Evolutionsbiologe erklärt, darin, warum in der Geschichte Gesellschaften wie die der Maya in einer Epoche voller Umweltprobleme untergegangen sind, die Inuit aber sogar die kleine Eiszeit im 15. Jahrhundert überlebten. Ich habe daraus viel für die heutige Zeit gelernt, Diamond gibt uns eine Anleitung, wie wir denken und handeln müssten, um das nächste Jahrhundert gut zu überstehen.
Gibt es ein Buch, das Sie geschenkt bekommen haben, und das für Sie eine besondere Bedeutung hat? Warum?
Meine Freundin hat mir vor vielen Jahren Per Olov Enquists „Das Buch von Blanche und Marie“ geschenkt. Es wirkte wie eine Zeitbombe, hat mir eröffnet, wie man aus dokumentarischen Stoffen Erzählungen macht. Nichts anderes versuche ich jetzt i n meinem Buch.
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Felix Krull. Ich würde mich mit allen möglichen Fragen an ihm abarbeiten, bis ich zu seinem Kern vorgedrungen wäre. Eine spannende Herausforderung, denn Hochstapler umgeben uns überall.
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Bei der Entdeckung Amerikas. Mit dem Wissen, das wir heute haben.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Verschiedene Ideen stehen zur Auswahl. Ich habe aber auch noch nicht alle Geschichten erzählt, die ich für „Patient meines Lebens“ gesammelt habe. Vielleicht muss ich erst noch einen Teil 2 schreiben.

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