Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Jule Müller

Die Autorin im persönlichen Gespräch

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Mutter. Zebra. Schläfer.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Schlechte Laune: frühes Aufstehen, Hunger, Kälte, kein Internet – am besten in genau der Kombination.
Freude: Freunde, Sonne, Zucker, Humor, Road Trips, Internet – am besten in genau der Kombination.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Frühstück gibt es definitiv in London. Das vegetarische Full English bei The Premises in Hackney. Dazu einen Smoothie. Später einen Spaziergang durch die Nachbarschaft: über die City Farm und den Columbia Road Flower Market nach Spitalsfields.

Mittagessen in Malaysias Nationalpark Taman Negara. Ein einfaches Omelette, eine Cola, ein paar Früchte, dann Hiken durch den Park – immer auf der Ausschau nach Lemuren, Affen und Nashornvögeln.

Abendessen gibt es in Island. Nicht des Essens, sondern der Natur wegen. Den Sonnenuntergang bei Vik angucken, sich eine heiße Naturquelle aussuchen und von dort bei einem Gläschen Opal die Sterne und Nordlichter bewundern. Mit Freunden. Eh immer alles mit Freunden.
Kaffee oder Tee?
Tee. Ohne Kräuter. Mit Honig, Zitrone oder Milch. Oder an ganz verrückten Tagen auch alles auf einmal.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Ein perfekter Tag ist, wenn ich nicht vor zehn Uhr aufstehen muss. Okay, elf Uhr. Und wenn ich das machen kann, was mir Spaß macht: Frühstück im Bett, Fotografieren, Schreiben, Musik hören. Abends müssen an einem perfekten Tag Freunde getroffen werden. Ein Glas Wein, Desserts in allen Variationen und die Gewissheit, alles am nächsten Tag wiederholen zu können, schaden dabei auch nichts.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Das Leben schreibt noch immer die schönsten Geschichten. Man muss sie nur nehmen und festhalten. Und falls mir mal die Ideen ausgehen, suche ich mir kleine Abenteuer: im Hobbit-Museum, beim Intim-Waxing oder im Berghain.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
Schreiben und Fotografieren konkurrieren bei mir seit Jahren um meine Zeit. Beim Fotografieren muss ich, obwohl es mich herausfordert, nicht so viel nachdenken und ich treffe viele tolle Menschen. Mit dem Online-Magazin im gegenteil verbinde ich die Fotografie erstmals mit einer Art Start-Up. Das macht Spaß, ist aufregend und wird mich hoffentlich die nächsten Jahre begleiten.
Das Schreiben im stillen Kämmerlein ist mein Ausgleich zum Trubel des Alltags.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Linus Volkmann aus Köln. Weil er der witzigste Mensch der Welt ist und ich seine Bücher trotz akuter Lesefaulheit verschlinge. Ohne ihn wäre ich heute vielleicht nicht dort, wo ich bin.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Linus Volkmanns „Kein Schlaf bis Langenselboldt“. Ein tolles Buch!
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
„Freunde“ von Helme Heine. Das ist ein Buch nach meinem Geschmack – schön kurz, viele bunte Bilder und die Geschichte von drei Freunden, die, trotz unterschiedlicher Backgrounds, immer zusammenhalten.
Noch bevor ich lesen lernte, konnte ich dieses Buch auswendig.
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Johnny aus Dirty Dancing. Ich würde entweder sagen: „Ich habe eine Wassermelone getragen“ oder: „Tanz mit mir, Baby.“ Würde ich dann spontan entscheiden.
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Beim Mauerfall. Ich war zu klein, um das alles zu begreifen. Ich wäre gerne vor Ort gewesen, um das scheußliche Teil selbst Brocken für Brocken zu zerlegen. Meine Eltern und ich wurden 1984 aus politischen Gründen der DDR verwiesen – ich erinnere mich zwar nicht an diese Zeit, das Thema hat mich und meine Familie aber sehr geprägt.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätte, wie sähen diese aus?
Ein lebenslanger Vorrat Energydrinks, keine Arschloch-Kinder kriegen und irgendwas mit Glitzer.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf? Projekte habe ich immer im Kopf. Die Frage ist nur, ob die Zeit bleibt, sie umzusetzen. Erst einmal gilt meine Energie meinem Online-Magazin im gegenteil, der Rest ergibt sich dann schon von selbst.

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