Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Annika Bühnemann

Die Autorin im persönlichen Gespräch

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten
Lebenslustig, humorvoll, chaotisch.
Was macht Ihnen schlechte Laune? Was macht Ihnen Freude?
Schlechte Laune: Ich finde es furchtbar, für ein Problem keine Lösung zu finden, egal, wie sehr man sich damit auseinandersetzt. Ewige Diskussionen zu Themen, an deren Ende man doch nicht zueinander findet, machen mir schlechte Laune. Ich glaube, ich bin da ein sehr ergebnisorientierter Mensch. Außerdem finde ich es schrecklich demotivierend, wenn man mehr Arbeit hat, als man schaffen kann und dann gerügt wird, warum man nicht alles geschafft hat.
Gute Laune: Meine Laune hängt sehr von meinen Gedanken ab. Habe ich positive Gedanken, kann es noch so regnerisch draußen sein, ich bin trotzdem guter Laune. Beim Schreiben spüre ich immer eine tiefe Zufriedenheit, die mir auch gute Laune macht – sofern es sich nicht gerade um eine extrem traurige Szene handelt, denn dann kann ich schon mal melancholisch werden. Wenn positive Gedanken nicht mehr reichen oder gerade aus sind, kommt mein Hund ins Spiel (ein Kleinpudel namens Dana). Sobald sie mich mit ihrem verständnisvollen Blick mit schiefem Kopf anguckt und zu wedeln beginnt, sind sämtliche schlechten Launen verflogen. Aber ich bin auch ein Sonnenkind: Sobald die Sonne strahlt, fühle ich mich wohl.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie die Reise?
Gute Frage. Das hängt ein bisschen davon ab, ob ich alleine reise oder mit meinem Mann. Ich würde lange schlafen und dann an einem menschenleeren Strand an einem opulent gedeckten Tisch frühstücken, dabei mein geliebtes Meeresrauschen genießen und in Ruhe in den Tag starten. Das würde allerdings mindestens eine, wenn nicht zwei Stunden dauern. Mittags würde ich dann irgendwo essen, wo man seine Mitmenschen beobachten kann: Vielleicht in einem Restaurant in Rom. Rom ist nämlich eine wundervolle und unglaublich inspirierende Stadt. Wenn ich für einen Kaffee auch irgendwo hinreisen kann, würde ich dann einen Ort wählen, an dem nur mäßig viel los ist. Dabei spielt die Ortschaft weniger eine Rolle als die Location. Ein schickes Café in irgendeiner Stadt. Wichtig ist doch, mit wem man dort sitzt.
Abends würde ich dann mit meinem Mann zusammen bei dem Italiener in Oldenburg essen, wo wir unser erstes Date hatten (ja, ich bin etwas romantisch veranlagt…).
Kaffee oder Tee?
Das ist eine einfache Frage: Kaffee (ich bin kaffeephil!). Idealerweise abgewandelt zu einem Latte Macchiato.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Morgens bis acht Uhr schlafen, dann meinen Mann in Begleitung meines Hundes zur Arbeit bringen, die erste Runde mit dem Hund drehen und zu Hause an meinem nächsten Buch arbeiten. Mittags, nach der Mittags-Gassirunde, würde ich dann ein schnelles Mittagessen kochen und mit meinem Mann essen. Danach würde ich entweder wieder schreiben oder Videos machen, Webseite pflegen, Mails beantworten und Bücher lesen. Nachmittags wäre es schön, sich mit jemandem zu treffen und Kaffee zu trinken. Anschließend würde ich aber wieder bis ca. 19 Uhr schreiben (es ist einfach ein Zwang!). In der Zwischenzeit würde eine Putzkraft meine Wohnung in Schuss bringen. Abends würde ich dann lesen, Fernsehen gucken oder mich mit Freunden/Familie treffen. Da ich ein nachtaktiver Mensch bin, würde ich gegen ein Uhr oder zwei Uhr ins Bett gehen und, wie immer, sofort einschlafen. Perfekt.
Woher kommt die Inspiration zu Ihren Büchern?
Meistens aus meinem direkten Umfeld, verbunden mit der Frage „was wäre, wenn…?“ Manchmal reicht schon ein einfacher Kommentar zu einer Situation und meine Inspirationsmaschine springt an. Ich höre aufmerksam die Nachrichten und überlege, ob sich aus einer der Meldungen eine Geschichte spinnen ließe. Gerade die Regionalnachrichten eignen sich dafür prima, zumindest als Inspiration, denn hier geht es häufig um Einzelschicksale. Ich höre meinen Mitmenschen zu, wenn sie etwas erzählen, und versuche, ihre Beweggründe herauszufinden. Auch daraus ergeben sich häufig sehr inspirierende Gedanken.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
Ich glaube, mich würde man immer in einem kreativen Bereich finden: Grafikdesign finde ich höchst interessant und auch Filmemacher wäre ein reizvoller Job für mich. Vielleicht würde ich – wenn man dabei etwas verdienen würde – auch ans Theater gehen, sowohl auf als auch hinter der Bühne. Oder in eine Werbeagentur. Ich stelle mir etwas Buntes und Kreatives vor, ohne zu große Abhängigkeit. Einen Job, bei dem ich das Schreiben nebenbei machen könnte. Was durchaus ein Traumjob von mir wäre: Lektorin oder Autoren-Coach, weil ich es faszinierend finde, junge Autoren auf ihrem Weg zu begleiten und zu erleben, wie sie sich und ihr Schreibtalent entwickeln.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
Ich habe eher Lieblingsbücher als Lieblingsautoren, um ehrlich zu sein. Die Harry-Potter-Bücher habe ich verschlungen und tu es heute noch (sie haben mich durch meine ganze Jugend begleitet), also würde J. K. Rowling definitiv dazu gehören. Ich liebe Goethe, vor allem seinen „Faust I“, weil es ein unvorstellbar gewaltiges Werk ist und mich immer wieder über die Möglichkeiten der deutschen Sprache staunen lässt.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Ich bin in den letzten Zügen von Maike Winnemuths „Das große Los“. Dabei geht es um die wahre Geschichte von Maike, die bei „Wer wird Millionär?“ eine halbe Million Euro gewonnen hat und daraufhin 12 Städte in 12 Monaten bereist. Es geht im Kern um die Frage, was einen glücklich macht und warum man im echten Leben so oft darauf verzichtet, seine Wünsche umzusetzen. Ein sehr inspirierendes Buch!
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Das finde ich sehr schwer zu beantworten, weil die Menschen so extrem unterschiedlich sind, dass man nie ein Buch finden wird, das allen Geschmäckern gerecht wird. Ich finde, jeder Mensch sollte sich die Bibel zu Gemüte führen und erst daraufhin entscheiden, ob er an Gott glaubt oder nicht, statt über Dinge zu urteilen, die er nicht selbst gelesen hat. In der Schule würde ich alle Schüler zwingen Goethes „Faust I“ zu lesen und ihnen das Verständnis dafür nahebringen.
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?
Jesus, definitiv (ich zähle ihn mal zur Person des öffentlichen Lebens). Sagen würde ich nichts, sondern zuhören.
Wenn das nicht geht, würde ich mich gerne mit Harry Potter, Hermine und Ron anfreunden und versuchen, mich in die Zaubererwelt einschleusen zu lassen. Am besten wären wir alle dann etwa 16 Jahre alt und würden zusammen ein Jahr in Hogwarts verbringen. Sagen würde ich ihnen, dass sie mich in meiner Jugend begleitet haben und ich ihnen einige wunderbare Stunden zu verdanken habe.
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Bei Jesu Himmelfahrt (auch wenn das sicher nicht für jeden als historisches Ereignis gilt). Ansonsten fällt mir nichts vergleichbar Beeindruckendes ein.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
  • Genug Geld haben, um Vollzeit als Schriftsteller leben zu können, ohne Angst um meine Rente und die Versorgung meiner zukünftigen Familie haben zu müssen
  • Liebe unter den Menschen (dann gäbe es keine Kriege, keinen Unfrieden, keine Armut)
  • Unerschütterliche Zufriedenheit
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Nicht von einem schöneren Leben träumen, sondern an dessen Umsetzung arbeiten.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Selbstverständlich (welcher Schriftsteller hat das nicht?)! Der Folgeband meines Debütromans „Auf die Freundschaft!“ soll noch 2014 erscheinen und auch für das darauffolgende Projekt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Legt schon mal Taschentücher bereit.

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