Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Cornelia Briend

Die Autorin im persönlichen Gespräch

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Veilchen, Distel, Schwertlilie.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Schlechte Laune: Rücksichtslosigkeit, Überforderung und Energievampire.

Freude: Familie und Freunde, Gärten und Reisen. Wenn ich jemandem helfen kann oder selbst Hilfe bekomme. Wenn ich mich zum Schreiben inspiriert fühle und auch Zeit dafür habe. Wenn sich Schokolade oder ein spannendes Buch in Reichweite befinden. Wenn ich jemanden mit irischem Akzent reden höre.
Sie können Frühstück, Mittagessen und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten der Welt einnehmen. Wohin führt Sie diese Reise?
Zuerst an die Ostseeküste – da liegen meine Wurzeln. Dann in die Bretagne – da bin ich seit 24 Jahren zu Hause. Abends zum Träumen nach Irland – da wohnt jenes Drittel meines Herzens, das nicht an den anderen beiden Orten weilt.
Kaffee oder Tee?
Morgens lieber Kaffee, schwarz und ohne Zucker. Sonst auch gerne Tee.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Kein Weckerklingeln. Ruhe haben für das, was ich tun möchte. Einschlafen und wissen, dass auch am nächsten Morgen kein Wecker klingelt.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
Zuerst aus meiner Leidenschaft für die Kelten, die Wikinger und überhaupt alles Historische. Ich habe mir immer gerne ausgemalt, wie etwas gewesen sein könnte. Daraus allein entstehen schon Geschichten. Inspiration kann aus allem kommen. Ich sehe ein interessantes Gesicht und denke: So könnte dieser oder jener Protagonist aussehen. Ich fahre durch eine Landschaft und sehe eine Romanszene sich darin abspielen. Eine Melodie ruft Bilder und Gefühle hervor. Selbsterlebtes, Meldungen aus den Medien, Fakten aus meiner Recherche und Tagträume bieten Stoff genug.
Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
Ich sag's mal andersherum: Schriftstellerin zu sein ist eine schöne Ergänzung zu meinem Beruf. Ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache in Frankreich. Hin und wieder arbeite ich als Übersetzerin, denn ich beschäftige mich gern mit Sprache(n). Gärtnerin wäre auch toll: mehr im Freien sein, graben, pflanzen, gestalten... darin kann ich völlig aufgehen.
Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?
In meinem Bücherregal stehen die gesammelten Werke von Jane Austen und alle Schwester-Fidelma-Romane von Peter Tremayne. Von Austens romantischer Regency-Welt und ihrem schönen Englisch war ich von Anfang an verzaubert, und Tremayne bedient mein historisches Interesse am alten Irland einfach zu gut.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Wolf Hall“ von Hillary Mantel.
Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
Eines, das ihm Lust auf mehr macht und ihn zum nächsten Buch führt.
Gibt es ein Buch, das Sie geschenkt bekommen haben und das für Sie eine besondere Bedeutung hat? Warum?
Viele der Bücher, die ich geschenkt bekommen habe, begleiten mich bis heute, weil sie goldrichtig für mich ausgewählt waren. Jedes ist auf seine Art besonders und bleibt mit dem Gedanken an den Schenkenden verbunden. Auch wenn (oder gerade weil) ich den einen oder anderen aus den Augen verloren habe.
Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben - würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ ihr sagen?
Michael Flatley. „Trotz allem - danke, Mick. Auch wenn du keine Ahnung hast, wofür.“
Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gern Zeuge gewesen?
Ich würde gern einmal einige tausend Jahre zurückversetzt werden und an einem ganz alltäglichen Nicht-Ereignis teilnehmen. Einfach nur herumgehen und schauen, lauschen, riechen, schmecken, anfassen, kurz, die damalige Welt mit allen Sinnen erfahren. Nebenbei könnte ich ja Ötzi beim Aufbruch zu seiner letzten Reise nachwinken.
Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen die aus?
Gesundheit. Mehr Zeit zum Schreiben. Immer ein bisschen verliebt sein – das ist die beste Inspirationsquelle.
Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Tu gern, was du tust. Tu, was du gern tust.
Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Ja. Ich möchte gern einige Nebenfiguren aus meinem Debütroman in ein neues Abenteuer schicken, in dem sie die Hauptrollen spielen.
Außerdem nimmt die Idee zu einem Roman Form an, dessen Handlung hier in der Bretagne spielen und ein altes Handwerk zum Inhalt haben soll. Erste Recherchen laufen.

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