Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Oliver Ménard

Der Autor von "Federspiel" über seine ganz spezielle Earl-Grey-Mischung

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Ironisch. Hartnäckig. Neugierig.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Schlechte Laune machen mir schleichende  Autofahrer und  Menschen, die im Flugzeug Tomatensaft trinken – und zwar nur dort. Freude bereiten mir Kinder, die ihre Eltern mit ganz alltäglichen Fragen in den Wahnsinn treiben. Einfach herrlich.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie die Reise?
Frühstück in der kleinen Strandbar in Martinhal in Portugal, inklusive Sand an den Füßen. Mittagessen in Paris im Le Comptoir du Relais. Wer noch Menschen sucht, die stolz sind Kellner zu sein – dort wird er sie finden. Davor habe ich großen Respekt. Das Abendessen fällt aus. Nach 17 Uhr esse ich praktisch nichts mehr.

Kaffee oder Tee?
Tee.  Am besten Earl Grey No. 69 mit braunem Kandis und einem Schuss Old-Munk-Rum. Mit Kaffee kann man mich wirklich jagen. Ich habe in meinem ganzen Leben nicht eine ganze Tasse getrunken. Es muss am Geruch liegen. Furchtbar.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Tiefer, totenähnlicher  Schlaf bis 12 Uhr, wenn es meine fitnessbegeisterte Nachbarin zulässt. Ihr Laufband klappert schon im Morgengrauen. Danach ein sehr heißer Kakao in meinem Lieblingscafé und mehrere kubanische Zigarillos während ich durch den Volkspark Friedrichshain in Berlin gehe und lese. Am Abend höre ich mir die absurdesten Geschichten meiner Freunde an. Und davon es gibt wirklich viele. Freunde und Geschichten. Die kann man auch in meinem Blog nachlesen, wenn man über gestählte Nerven verfügt (wirre-welt-berlin.com).

Woher kommt die Inspiration zu Ihren Büchern?
Ich bin nicht nur Autor sondern auch Journalist und erlebe schon durch meinen Beruf einiges, was inspirierend ist. In der Welt passiert so unglaublich viel. Würde man aus realen Geschichten mehr Bücher machen, würde sicher der eine oder andere Lektor den Kopf schütteln und sagen: „Also, nein. So was gibt es nicht. Das ist jetzt aber zu weit hergeholt.“  Ist es oft aber nicht. Manchmal auch leider.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?
Psychologe – weil es nichts Spannenderes gibt,  als das herauszukitzeln, was Menschen verheimlichen wollen.

Haben Sie einen Lieblingsautor?
Wer ist es und weshalb? Jonathan Lethem, weil es kaum jemanden gibt, der die Vergangenheit lebendiger gestalten kann. „Festung der Einsamkeit“ ist brillant.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Qual“ von Richard Bachmann. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich natürlich Stephen King.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?
„Die Unsterblichkeit“ von Milan Kundera. Die Figur des Professor Avenarius ist umwerfend.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen?
Benjamin Braddock aus „Die Reifeprüfung“ - weil ich nie verstanden habe, warum sich Benjamin nicht für Mrs. Robinson entschieden hat – statt für ihre langweilige Tochter. Das soll er mir mal erklären.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?
Die Verhaftung von Charles Manson.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?
Die Freiheit, das zu tun, was man möchte. Mehr zu verlangen, wäre fast unverschämt.

Was ist ihre Lebensphilosophie?
Mach es heute. Morgen ist es vielleicht zu spät.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?
Natürlich … es geht um einen Mörder, der völlig unerwartet … Moment mal, soll ich das hier wirklich verraten?

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