Verlagsgruppe Droemer Knaur



Don Winslow: "Der beste Thrillerautor unserer Tage!" (Welt am Sonntag)

Einleitung

Der Meister des coolen, harten Thrillers

Don Winslow zählt zu den ganz Großen der US-amerikanischen Krimiszene. Der Autor hat mit Romanen wie Tage der Toten, Zeit des Zorns/Savages oder Frankie Machine großartige Kriminalromane und internationale Bestseller geschrieben, die nicht nur von der Kritik in höchsten Tönen gelobt wurden. Er ist "eine Offenbarung", sagt sein Kollege Stephen King. Und für Starautor James Ellroy ist Don Winslow nicht mehr und nicht weniger als "der Meister des coolen, harten Thrillers." Mit  Missing New York erschien der erste Band einer Serie, in der Vermisstenfahnder Frank Decker im Mittelpunkt steht – der Auftakt einer fulminanten neuen Reihe des Bestsellerautors!
 
Don Winslow ist eine Ausnahmeerscheinung unter Krimiautoren, denn er weiß aus erster Hand, worüber er schreibt. Der 1953 in New York geborene Winslow hat nach seinem Studium selbst jahrelang als Privatdetektiv und Sicherheitsberater gearbeitet, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Während langwieriger Observierungen hat er Stunden im Auto verbracht und dabei die Klassiker von Raymond Chandler, Dashiell Hammett und Elmore Leonard gelesen. Als Privatdetektiv beschäftigte er sich mit etlichen Fällen von Brandstiftung und Betrug, dem ein oder anderen Mordfall und Kindesmissbrauch und zog dabei quer durch die USA, bevor er sich mit seiner Frau und seinem Sohn in Südkalifornien niederließ.

Auch wenn Winslow seinen ersten Kriminalroman erst 1991 veröffentlichte, bekräftigt er in Interviews, dass er eigentlich schon immer schreiben wollte: "Seit meiner Kindheit wollte ich Schriftsteller werden. In meiner Familie gab es großartige Geschichtenerzähler." Die Geschichten, die sein Vater von der US-Navy erzählte, beflügelten schon als Kind seine Fantasie. Ebenso seine Großmutter, die Ende der 1960er-Jahre in New Orleans für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello arbeitete.

Mit dem Roman Die Auferstehung des Bobby Z hatte Winslow 1997 einen ersten großen Erfolg und gewann zwei Jahre später für Die Sprache des Feuers den renommierten Shamus Award. Als sein Meisterwerk gilt der monumentale Roman Tage der Toten über den Drogenkrieg in Mexiko, für den Winslow sechs Jahre lang intensiv recherchierte und international ausgezeichnet wurde, u.a. 2011 mit dem Deutschen Krimi Preis. Als US-Regielegende Oliver Stone seinen Roman Zeit des Zorns unter dem Originaltitel Savages (2012) verfilmte, wofür Winslow auch das Drehbuch schrieb, stieg er endgültig in die oberste Liga der US-Krimiautoren auf. Mittlerweile ist die Verfilmung von Tage der Toten in Vorbereitung.

Als Schriftsteller ist Winslow unermüdlich. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags geht er joggen oder surfen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Dabei schreibt er mindestens an zwei Büchern gleichzeitig. Schreibblockaden kennt er nicht, im Gegenteil: Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die auch in Zukunft spannungsgeladene und vielseitige Krimis hervorbringen wird, die schonungslos die Makel Amerikas enthüllen.

Vermisstenfahnder Frank Decker in Missing New York

Um die Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft geht es auch in Winslows neuer Reihe um Fahnder Frank Decker, dessen Mission es ist, Verschwundene aufzuspüren und zurückzuholen. Missing New York heisst der erste Band dieser Serie, die Winslow erstmals aus der Ich-Perspektive erzählt:

Manche Leute verschwinden, weil sie es so wollen.
Manche gehen verloren.

Andere werden entführt.

Viele von ihnen sind tot, einige sind noch am Leben.

Aber alle brauchen sie einen, der nach ihnen sucht.

Und der bin wohl ich.

Frank Decker ist ein Mann mit einer Mission in einer Gesellschaft ohne Gewissen und Skrupel. Er sucht und findet Menschen, die vermisst werden, und übernimmt jene Fälle, vor denen Polizei und FBI kapitulieren. Der Ex-Marine, der im Irak gekämpft hat, kündigt seinen Job bei der Polizei von Lincoln, Nebraska, und begibt sich als Einzelkämpfer auf die Suche nach Vermissten:
 
Weil ein Einzelner die Freiheit hat, zu tun, was getan werden muss.
Er schuldet keinem Rechenschaft außer sich selbst.

 
Mal arbeitet Decker mit den Behörden zusammen, mal ohne sie, öfter auch gegen sie. Keinesfalls lässt er sich einschüchtern; Ränge und Namen imponieren ihm wenig. Drohungen und Gewalt schätzt er nicht, aber er ist bereit, beides einzusetzen, wenn er es für nötig hält. Und immer ist es ein Kampf gegen die Uhr. Je mehr Zeit vergeht, desto schlechter stehen die Chancen, die Opfer noch lebend zu finden. Doch Decker gibt niemals auf. Hat er sich einmal in einen Fall verbissen hat, dann lässt er nicht locker, bis er ihn - wie unorthodox auch immer - gelöst hat.

Die Intensität und Kompromisslosigkeit, mit der Decker seine Vermisstenfahndungen vorantreibt, hat durchaus etwas Manisches. Kein Wunder, dass es mit seinem Privatleben nicht zum Besten bestellt ist.
 
Mit Decker hat Winslow einen hard-boiled Detektiv geschaffen, wie er im Buche steht: Ein knallharter, unbestechlicher und dennoch sentimentaler Einzelgänger, der sich nur den eigenen Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit verpflichtet fühlt. Seine illusionslose bis zynische Sicht auf die Welt rückt ihn in die Nähe von Philip Marlowe und Sam Spade. Wie seine literarischen Vorgänger ist Decker ein von einer Mission getriebener Moralist, der seine Vorstellung von Ordnung und Recht in eine korrupte Gesellschaft ohne Gewissen zu bringen versucht.
 
Schnell und erbarmungslos, cool und knallhart – das sind die Markenzeichen von Frank Decker und Winslows fulminanter neuen Reihe. New York ist die erste Station des Asphaltcowboys Decker, den seine Vermisstenfahndungen in den folgenden Bänden quer durch die Vereinigten Staaten führen werden. Denn Decker ist ein besessener Kämpfer gegen das Unrecht, ein Getriebener, der Gerechtigkeit sucht:
 
... alle brauchen sie einen, der nach ihnen sucht.
Und der bin wohl ich.

 

Alexandra Plath für www.droemer-knaur.de 

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