Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Auf dem roten Teppich: M. R. Carey

Der Autor im persönlichen Gespräch

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Unruhig. Anstrengend. Schweigsam.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Schlechte Laune
: Hundebesitzer, die sich nicht um den Dreck ihrer Haustiere kümmern; staatliche Rettungsfonds für Banken in Schieflage.
Gute Laune: Sonnenschein (wenn ich mal welchen abbekomme, was in Großbritannien nicht häufig der Fall ist); Steuerumverteilung; Stabheuschrecken

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Frühstück in Machu Picchu. Mittagessen in New York. Abendessen in Paris.

Kaffee oder Tee?

Beides. Und heiße Schokolade. Ich führe das wilde Leben eines Rockstars!

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Konzentriertes Arbeiten am Morgen und Nachmittag, so dass ich abends mit gutem Gewissen vor dem Fernseher abhängen kann.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Das weiß ich auch nicht so recht. Ich glaube, dass sich alles, was Du siehst, hörst oder tust in einer Art Schmortopf in deinem Gehirn sammelt; dort köchelt es vor sich hin, bis schließlich etwas Eigenes und völlig Neues daraus entsteht.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Seit vierzehn Jahren arbeite ich in Vollzeit als Schriftsteller. Davor war ich Lehrer. Sollte es mit dem Schreiben nicht weitergehen, würde ich wohl wieder unterrichten.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Da gibt es viele. Aber wenn ich einen auswählen müsste, wäre das Mervyn Peake. Seine Gormenghast-Trilogy ist für mich das ultimative Werk der Dark Fantasy.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

NOS4R2 von Joe Hill. Einfach großartig!

Gibt es ein Buch, das Sie geschenkt bekommen haben, und das für Sie eine besondere Bedeutung hat? Warum?

Ein Freund an der Uni gab mir die Gedichtsammlung Collected Poems von Wallace Stevens. Stevens Vorstellung von Realität und Imagination haben meine eigene Lebensphilosophie (falls ich überhaupt eine habe) maßgeblich geprägt.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Lord Of Light von Roger Zelazny. Seine Kunst des Erzählens ist einfach makellos und gewagt; da gilt nur eins: Klappe halten, zuhören und staunen.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Ich würde mich sehr gerne mit einer Figur wie Management aus der TV-Serie Carnivàle unterhalten – eine Figur, die das Große Ganze im Blick hat und einem die Wahrheit über die grundlegendsten Fragen des Lebens verraten kann. Ich würde fragen, ob das Große Ganze überhaupt existiert oder ob alles dem Zufall überlassen ist. Ich könnte mit beiden Antworten leben, würde aber gerne Bescheid wissen.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Beim Urknall. Natürlich in Zeitlupe und mit Wiederholung.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätte, wie sähen diese aus?

Ich bin mir ziemlich sicher, ich würde sie einfach sinnlos verschwenden. Ich würde mir eine bessere Welt wünschen und alles würde schlimmer werden (z. Bsp.: der Wunsch, die Armut zu eliminieren, führt zu einer Plage, die den Großteil der Menschheit ausradiert). Und dann müsste ich den letzten Wunsch dafür verwenden, dass alles wieder so wird wie zuvor.
Aber wenn ich nur an mich selbst denken dürfte: Gesundheit und Glück für meine Liebsten. Denn die großen, lebensverändernden Dinge kommen niemals ohne Ballast ...

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Vorstellung - “ideas about the world, not the world itself” (Wallace Stevens). Daher lebt jeder die meiste Zeit für sich. Die Momente, in denen wir mit anderen in Berührung kommen, sind selten und daher sehr wertvoll.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Ich arbeite an einem Roman mit dem Arbeitstitel State Of Grace. Es handelt sich um eine Geistergeschichte. 

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