Verlagsgruppe Droemer Knaur



S. K. Tremayne: Eisige Schwestern

Einleitung

Welches meiner Mädchen bist Du?

Bevor Sie den Psychothriller Eisige Schwestern des englischen Autors S. K. Tremayne zur Hand nehmen, sollten Sie sich warm anziehen. Denn das packende Familiendrama um ein totes Zwillingsmädchen auf einer sturmumtosten schottischen Insel bietet Psychogrusel vom Feinsten. Ein Thriller, der garantiert unter die Haut geht!

Ein Kind zu verlieren, das ist wohl der schlimmste Alptraum aller Eltern. Sarah und Angus Moorcroft haben diesen Alptraum durchlebt und brauchen einen Neuanfang, um über den tragischen Verlust ihrer sechsjährigen Tochter Lydia hinwegzukommen. Lydia, eine ihrer eineiigen Zwillingstöchter, starb bei einem Sturz vom Balkon, als die Familie sich gemeinsam bei den Großeltern aufhielt.

Ein Jahr nach dem Unfall wagt die Familie den Neuanfang und beschließt von London nach Torran, eine winzige, wunderschön gelegene Privatinsel bei Skye in Schottland, zu ziehen. Dort hat Angus ein einfaches Häuschen neben dem Leuchtturm geerbt, das jedoch stark renovierungsbedürftig ist. Die Insel liegt einsam und abgelegen, ist nur bei Ebbe zugänglich und dem launischen Wetter der schottischen Hebriden gnadenlos ausgesetzt. Die zerrüttete Familie hofft, dass die atemberaubende Naturschönheit ihres neuen Wohnorts sie alle zu Ruhe kommen und insbesondere Kirstie, das überlebende Zwillingsmädchen, ihren inneren Frieden finden lässt.

Doch mitten in den Umzugswirren stellt das Mädchen ihrer Mutter eine Frage, die jede Hoffnung auf Ruhe und Frieden zunichtemacht: "Warum nennst du mich immer Kirs­tie? Kirstie ist tot. Kirstie war es, die gestorben ist. Ich bin Lydia."

Kirstie beginnt, sich immer seltsamer zu verhalten, und Sarah wird immer verunsicherter. Bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme tatsächlich nicht. Seltsame Zufälle häufen sich, zunehmend muss sie sich fragen, welches ihrer Mädchen hier an ihrer Seite lebt. Vieles scheint darauf hinzudeuten, dass die Familie den falschen Zwilling beerdigt hat.

Auch das Verhältnis zwischen Sarah und ihrem Mann Angus wird immer angespannter. Das Paar entfernt sich immer weiter voneinander, Misstrauen und Wut gewinnen die Oberhand. Auch in ihrem neuen Heim ist die Familie den Geistern der Vergangenheit gnadenlos ausgesetzt. Ein dunkles Geheimnis scheint den Unglückstag, an dem Lydia (oder Kirstie?) starb, zu umhüllen. Was geschah wirklich in jener verhängnisvollen Unfallnacht?

Wie Sarah so wird auch der Leser von dieser Frage umgetrieben, die ihn Seite um Seite umblättern und mitfiebern lässt. Die Kälte und Einsamkeit der Insel, die geheimnisvolle Atmosphäre, die von Misstrauen und unterschwelligem Hass geprägt ist, sowie das Verschwimmen der Identitäten der Zwillingsmädchen graben sich langsam unter die Haut und sorgen für Gänsehaut pur. Der Leser fragt sich zunehmend, wem er eigentlich trauen kann. Was ist real, was Halluzination oder Wahn? Doch die Geister der Vergangenheit werden erst auf den letzten Seiten nach einer sturmgepeitschten Winternacht aufgelöst, denn der Autor versteht es, die Spannung mit vielen Twists und Turns bis zum Schluss aufrechtzuerhalten.

Eisige Schwestern bietet Psychogrusel, der berührt und unter die Haut geht. Die geheimnisvolle Geschichte um das tote Zwillingsmädchen ist so frostig und schaurig wie ein schottischer Winter. Daher unser Tipp auch jetzt im Sommer: Halten Sie sich warm beim Lesen!!!

Alexandra Plath für www.droemer-knaur.de

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