Verlagsgruppe Droemer Knaur



Nadia Murad erhält Vaclav-Havel-Preis

Die frühere IS-Gefangene und Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad ist mit dem Menschenrechtspreis des Europarats ausgezeichnet worden

Die 23-jährige Jesidin und UNO-Sonderbotschafterin Nadia Murad kämpft gegen die Versklavung ihrer Glaubensschwestern im Nordirak durch die Terrormiliz IS.

Murad war im August 2014 in ihrem Dorf im Nordirak von IS-Kämpfern entführt worden. Sie wurde nach Mossul verschleppt und dort wiederholt vergewaltigt, bis ihr nach drei Monaten die Flucht nach Deutschland gelang. Seitdem macht sie auf das Schicksal der Jesidinnen aufmerksam.

Für ihr Engagement überreichte ihr die Parlamentarische Versammlung in Straßburg den Vaclav-Havel-Preis. Der Menschenrechtspreis ist mit 60.000 Euro dotiert. Er ist benannt nach dem verstorbenen Bürgerrechtler und Präsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Havel.

Als prominente Mitstreiterin im Kampf gegen den IS hat Murad die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney gewonnen. Sie will den Fall Nadia Murad vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bringen und erreichen, dass die Verbrechen an den Jesidinnen als Völkermord eingestuft und die Täter verurteilt werden.

Basis für Murads Engagement ist ein unbekannter Ort im deutschen Südwesten. Baden-Württemberg hilft missbrauchten Angehörigen der religiösen Minderheit durch ein Flüchtlings-Sonderkontingent. Murad, die nach drei Monaten dem IS entfliehen konnte, gehört zu den 1000 Frauen und Kindern, die im Südwesten Deutschlands eine Zuflucht gefunden haben. 

Im Herbst 2017 erscheint Nadia Murads Autobiografie bei Droemer Knaur.

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