Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Sebastian Fitzek: Pupsi & Stinki

Deutschlands bekanntester Autor für Psychothriller - jetzt im Kinderbuch!

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Sebastian Fitzek, Sie sind bekannt als DER Psychothriller-Autor Deutschlands. Jetzt erscheint von Ihnen erstmals ein Kinderbuch. Wollen Sie auch die Kleinen das Fürchten lehren?

Um Himmels willen, natürlich nicht. Die einzige Parallele wäre allenfalls, dass die Helden Pupsi&Stinki auch mit Problemen und Sorgen zu kämpfen haben, die sie im Laufe der Geschichte überwinden müssen. Obwohl ich hier mal einwerfen muss, dass im Vergleich zu Märchen wie etwa Hänsel und Gretel selbst meine Psychothriller kaum mithalten können. In denen schauen jedenfalls keine Kinder alten Frauen dabei zu, wie sie lebendig im Ofen verbrennen. Und in meinem Kinderbuch gibt es so etwas erst recht nicht!

Sebastian Fitzek und Kinderbuch - das passt erst mal nicht zusammen. Wie ist die Geschichte entstanden?

Aus der Not heraus. Wir waren im Urlaub und ich hatte vergessen, ein Buch mitzunehmen. Meine Kinder wollten auf ihre abendliche Vorleserunde aber nicht verzichten, also hab ich mir etwas ausgedacht. Die Geschichte um Pupsi&Stinki fanden sie so gut, dass ich sie sehr häufig erzählen musste. So hab ich sie von Mal zu Mal immer weiter ausgeschmückt und verbessert, damit es nicht langweilig wird.

Und wie kam es zu dem etwas anderen Thema: Pupse?

Ich wollte meine Kinder zum Lachen bringen und wusste, dass sie schon kichern, wenn ich nur das Wort laut ausspreche. Es war also keine bewusste Entscheidung, so wie ich auch nie geplant hatte, ein Kinderbuch zu schreiben.

Aber der Plot ist auch spannend?

Er ist an einer Stelle sogar etwas gruselig, wenn der böse Wolf ins Spiel kommt. Wobei das natürlich von der Erzähldynamik des Vortragenden abhängt. Ich denke aber, dass die Kinder häufiger lachen werden, als sie sich vor Spannung unter der Bettdecke verkriechen.

Das Buch ist für ein Alter ab 18 Monaten freigegeben. Ist das nicht zu jung?

Wieso? Die meisten Disney-Filme sind ab null Jahren freigegeben! Wir erfüllen hier also sogar noch strengere Selbstkontrollkriterien und das hat einzig und allein etwas mit den Autoren- und Illustratorengesichtern auf den letzten Seiten zu tun - sensible Gemüter könnten sich über unseren Anblick erschrecken.

Hat die Geschichte den Härtetest bestanden, wer waren die Testleser?

Bislang unsere Kinder und sie waren extrem begeistert. Allerdings wissen sie auch, wer zu Hause die Schokolade verwaltet.

Haben Sie Blut geleckt, wird es noch weitere Kinderbücher von Ihnen geben?

Nur, wenn mir wieder eine Geschichte einfällt, die ich gerne und oft meinen Kindern erzähle. Hier halte ich es wie mit meinen Psychothrillern: Nur weil etwas erfolgreich ist, muss es davon nicht zwingend eine Fortsetzung geben. Es ist immer die Idee, die zählt.

Frage an Jörn Stollman alias “Stolli”

Stolli, eigentlich sind Sie bekannt als Comic-Zeichner. Jetzt haben Sie zum ersten Mal ein Kinderbuch illustriert. Was mussten Sie - im Unterschied zu Comics - beachten? Ist es schwieriger? Und - hat es Spaß gemacht?

"Da es bereits so viele, wunderbare Werke für Kinder gibt hatte ich großen Respekt vor dieser Aufgabe und deren Umsetzung. Aber es war mir gerade als Familienvater eine besondere Ehre, dass ich diese tolle Geschichte illustrieren durfte. Das war eine sehr schöne, neue und spannende Erfahrung. 

Im Vergleich zu Comics sind die Zeichnungen im Kinderbuch freier gestaltet, da man sie nicht in „Rahmen stecken“ muss. Das machte es für mich einfacher, mehr Details in die Zeichnungen einzuarbeiten. So entstand von Seite zu Seite eine ganz eigene Welt, in der es Spaß macht, auf Entdeckungsreise zu gehen.  Ich stellte mir vor, auf welche Details ich selbst achten würde und was ich als witzig und sympathisch empfände. Bei der Analyse der Bilder half mir mein 3-jähriger Sohn mit seiner knallharten Offenheit. 

Diese Arbeit war für mich nicht schwieriger, sondern eher noch anspruchsvoller - schließlich sollen die Figuren und Zeichnungen in erster Linie Kindern gefallen! Es hat mir großen Spaß gemacht an dem Buch zu arbeiten, vor allem auch wegen der tollen Zusammenarbeit mit Sebastian, der mir immer den nötigen kreativen Freiraum gelassen hat. So haben wir uns, genauso wie Pupsi und Stinki auch, prima ergänzt!“

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