Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Catalina Ferrera

Hat die besten Ideen im Badezimmer

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten! 

Loyal, reiselustig, neugierig. 

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Zum Glück gibt es nur wenig, was mir schlechte Laune und viel, was mir gute Laune macht. 

Schlechte Laune bekomme ich von undankbaren, übel gelaunten Menschen, grippalen Infekten und selbstverliebten Großmäulern. 

Freude macht mir alleine schon die Abwesenheit der oben genannten Faktoren. Besonders groß wird meine Freude allerdings durch Sonne, gutes Essen, tolle Ideen, nette Menschen, lange Spaziergänge und zauberhafte Zufälle. 

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Das Frühstück gibt es mit Freunden in Berlin, mit einer Wolldecke im Freien sitzend, obwohl es eigentlich noch ein bisschen zu kalt dafür ist. 

Mittagessen möchte ich in Rom – Bruschetta am Campo de´Fiori. Es macht großen Spaß, den schicken Römerinnen bei dem Versuch zuzusehen, sich ihre sündhaft teuren Pumps auf dem Kopfsteinpflaster nicht zu ruinieren.

Das Abendessen gibt es in Barcelona. Am besten gegen 20.30 Uhr, wenn die Leute gerade in Abendstimmung kommen und das Licht weicher wird. Ich sitze dann auf einem meiner wunderschönen Lieblingsplätze und koste die Tatsache aus, dass ich für ein Abendessen eigentlich noch viel zu früh dran bin. Dann hat der Kellner nämlich noch Zeit für einen Plausch, und wenn man Glück hat, bekommt man ein paar Häppchen aufs Haus. 

Kaffee oder Tee?

Tee.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Ich schlafe aus und bleibe anschließend mit einem guten Buch noch ein bisschen liegen. Nach einer warmen Dusche starte ich zu einem ausgiebigen Spaziergang. Ich muss ein paar Kilometer laufen, bevor ich dann stundenlang still sitzen kann. Nach einem leichten Mittagessen schreibe ich ein paar Stunden, telefoniere noch mit einem lieben Menschen und esse dann abends mit meinem Mann und Freunden in einem Restaurant. Wir diskutieren alles durch, was uns einfällt und bleiben so lange sitzen, bis der Betreiber uns entweder rauswirft oder von innen abschließt und sich zu uns setzt (beides schon vorgekommen). Schließlich lasse ich die Bahn links liegen und laufe nach Hause, egal, in welcher Stadt ich gerade bin. 

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Verwirrend genug: Die meisten Ideen habe ich im Badezimmer. Wahrscheinlich, weil ich dort nicht nachdenken muss, die Handgriffe eingeübt und die Abläufe automatisiert sind. Die Inspiration kommt allerdings von überall. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch mit einem guten Gedächtnis. So speichere ich interessante Geschichten, Artikel, Gesprächsfetzen, Situationen und Gedanken ganz automatisch. Wenn mir dann eine typische Badezimmeridee kommt, weiß ich meist, was mich dazu inspiriert hat. 

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Ich habe ja schon einiges ausprobiert – Kirchenmalerei, Jura, Einzelhandel und Verlagsbranche. Wirklich gefallen hat mir davon nur meine Tätigkeit als Lektorin in einem Hörbuchverlag. Auch jetzt arbeite ich noch manchmal freiberuflich als Lektorin und Texterin. Das ist ein schöner Ausgleich zum belletristischen Schreiben, aber allzu weit möchte ich mich vom Buch nicht mehr entfernen. 

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Einen? Einen Einzigen? Diese Frage ist für mich unmöglich zu beantworten. Fünf schon eher. Oder drei. So verehre ich zum Beispiel J. K. Rowling, Paul Auster und Juli Zeh. Weil diese Autoren es schaffen, Leser zu besseren Menschen zu machen – jeder auf seine Weise. 

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

"Still" von Thomas Raab. 

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

"Nichts" von Janne Teller. 

Gibt es ein Buch, das Sie geschenkt bekommen haben, und das für Sie eine besondere Bedeutung hat? Warum?

Auf jeden Fall die unendliche Geschichte von Michael Ende. Mit diesem Buch begann mein Leben als Büchermensch. 

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Ich würde gerne Bella Swan aus der Twilight-Trilogie treffen und ihr sagen, dass sie sich mal ein bisschen zusammenreißen soll. Ihr Lebensglück hängt nicht von einem schwermütigen, stinkreichen Schnürsel ab, nur, weil der mit ein paar Special Effects ausgestattet ist. Bei dem Bild, das Teenagern hier vermittelt wird, rollen sich mir die Zehennägel auf. 

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Ich wäre gerne in der Nacht des Mauerfalls auf der Bornholmer Brücke in Berlin gewesen. Genau in dem Moment, als sich der Schlagbaum öffnete. 

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Ich würde gerne in einer Welt leben, die Unterschiede nicht als Schwächen, sondern als Bereicherung ansieht, möglichst alt werden und immer vom Schreiben leben können.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Die Dinge zu genießen, die mich glücklich machen und die Dinge zu ändern, die mich unglücklich machen. 

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Natürlich! Schließlich gehe ich mehrmals täglich ins Bad. :)

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