Verlagsgruppe Droemer Knaur



Scheiß auf Prinzessin. Ich werd` Einhorn!

Einleitung

Ein Interview mit dem Cartoonisten Alexander Holzach

Herr Holzach, wie wird man eigentlich Cartoonist?

Alexander Holzach: Das klingt zwar etwas abgedroschen, aber das liegt einem entweder im Blut oder nicht. Ich komme aus einer Künstlerfamilie und habe schon in der Schule ständig rumgekritzelt statt zuzuhören. Schule ging bei mir gar nicht.

Und dann?

Alexander Holzach: Lassen wir das Thema Schule lieber. Ich habe schon mit 16 angefangen, mit dem Zeichnen meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich habe zum Beispiel eine Zeichentrickserie für den Bayrischen Rundfunk gemacht, bin viel rumgereist, war in Australien, Rio, Las Vegas und so. Während dieser Reisen habe ich für verschiedene Verlage gezeichnet oder geschrieben und so mein Geld verdient. Das ging viele Jahre so. Manchmal hab ich mich einfach auf die Straße gestellt, habe da süße Tierchen gezeichnet, die am Galgen hängen, und diesen Blödsinn an die Leute verkauft, die vorbeigekommen sind (lacht).

Wie sieht ein typischer Alltag für Sie aus?

Alexander Holzach: Ach, das ist so wie bei Schriftstellern, glaube ich zumindest. Ich zeichne viel, spreche mit meinem Agenten, ich entwickle neue Ideen am laufenden Band. Da geht so ein Tag schnell um. Oft ist es so, dass ich die ganze Nacht durchzeichne, wenn ich so richtig drin bin im Thema. Dann sind es manchmal sehr kurze Nächte.

Interviewer: Haben Sie Familie?

Alexander Holzach: Ja, ich bin verheiratet und habe eine Tochter. Meine Frau und meine Tochter kennen das schon, dass ich ständig zeichne, oft auch im Urlaub. Anders geht es für mich nicht. So richtig abschalten kann ich eigentlich nie.

Wie sind Sie auf das Einhorn gekommen?

Alexander Holzach: Ich habe schon dutzende von Figuren gezeichnet und versuche auch immer wieder meinen Stil zu ändern, weil ich einfach neugierig bin, was dabei herauskommt. Die Idee mit diesem speziellen Einhorn kam mir vor ungefähr 2 Jahren auf einer Party. Da gab es schon Einhörner, aber kein so Seltsames (lacht). Die Idee dazu kam einfach aus dem Nichts. Das ist oft so. Da dachte ich, das könnte ein Trend werden und habe einfach losgelegt. Inzwischen gibt es Postkarten, Grußkarten, Kaffeebecher, Brettchen und so weiter mit dem Einhorn, so ging das los. Das ist dann echt erfolgreich geworden.

Was zeichnet die Figur aus?

Alexander Holzach: Gute Frage. Es gibt ja viele Einhörner auf dem Markt, aber meines ist schon etwas Besonderes. Die anderen sind immer so kitschig. Meins ist ein bisschen hässlich und auch ein bisschen doof, fast ein Anti-Einhorn. Ich glaube, dadurch sind die Sprüche dazu irgendwie glaubhafter. Ich versuche ja immer Geschichten zu erzählen, setze mich in Fußgängerzonen und schaue den Leuten zu, weil ich sie zum Lachen bringen möchte. Das klappt gut mit dem Einhorn. Ist halt ein Einhorn wie du und ich (lacht). Bei den Büchern von Pattloch klappt das besonders gut. Da gibt‘s das Einhorn und eine tolpatschige Katze namens Blacky. Bücher sind prima, da kann man viel zu Themen machen, die die Leute auch wirklich bewegen, gerade bei Geschenkbüchern.

Interviewer: Sind Sie reich?

Alexander Holzach: Schön wär’s (lacht). Früher war’s ganz schlimm. Da gab es Phasen, in denen ich unheimlich viel Geld verdient habe und dann auch wieder gar nichts. Seit über 10 Jahren arbeite ich jetzt mit meiner Agentur Licensegateway zusammen. Seitdem muss ich mich nicht mehr um finanzielle Dinge, Verträge und so weiter kümmern und werde auch nicht mehr über den Tisch gezogen. Ich kann gut davon leben, aber Geld ist für mich auch nicht alles. Ich gebe immer 100% und wenn ich gut bin, kommt der Applaus von alleine.

Was sind Ihre Lieblingsfiguren?

Alexander Holzach: Ich bin nicht wie andere Künstler, die quasi nur auf ein Pferd setzen, wie bei der Diddl Maus, und die dann in Vergessenheit geraten, weil man die Figuren einfach nicht mehr sehen kann. Mir ist es wichtig, dass ich immer wieder neue Figuren entwickele und meinen Stil ändere. Manchmal zeichne ich mit Kreide, meist auf dem iPad, und manchmal mit Bleistiften, Hauptsache, es kommt etwas Besonderes dabei heraus. Aber klar, auch bei mir gibt es einige Figuren, die besonders gut funktionieren und sich auf Grußkarten, Kalendern und so weiter seit vielen Jahren verkaufen. 

Interviewer: Haben Sie einen Erfolgstipp für die Künstler unter uns?

Alexander Holzach: Neugierig bleiben, das Leben nicht allzu ernst nehmen und zeichnen, zeichnen, zeichnen. Im Ernst: Da gibt’s keine klugen Tipps. Sei einfach ein Einhorn.

Vielen Dank

Ein Einhorn macht immer glücklich!

Hinweise bei Veröffentlichung:

Alexander Holzach: www.artcartoon.de (auch auf Twitter und Instagram) / Lizenzagentur: www.licensegateway.com / Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt ©Alexander Holzach/Licensegateway

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