Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Stefan Maiwald

Das Leben in einer italienischen Großfamilie ist Stoff für jedes Genre

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Brillant, umwerfend und bescheiden.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Der Wecker morgens um 6 tut weh. Aber meiner schlaftrunkenen Tochter den heißen Kakao in die Hand zu drücken und dafür ein müdes Lächeln (aber immerhin ein Lächeln!) zu bekommen, entschädigt für alles. Im Lauf des Lebens lernt man immer besser, Anflüge von Düsternis zu bekämpfen – Kleinigkeiten wie ein Kaffee oder ein Spaziergang wirken Wunder. 

Sie können Frühstück, Mittagessen und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen. Wohin führt Sie diese Reise?

Frühstück allein im Cipriani in Venedig. (Nur einen Cappuccino, per favore.) Den Tag mit Freunden in einem Münchner Biergarten verplempern. Am Abend mit meiner Frau und meinen Töchtern in einem Restaurant in der Altstadt von Grado große Pasta-Portionen vertilgen.

Kaffee oder Tee? 

Ich habe lange versucht, mir das Teetrinken beizubringen, weil ich das für distinguierter halte. Aber ich bin gescheitert. Daher: Vor dem Mittagsgeläut Cappuccino, danach Espresso. Sonst machen sich die Italiener hier über dich lustig. 

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Morgens auf den Golfplatz, danach konsequent arbeiten bis weit nach Mitternacht. Zwischendurch: möglichst viel Familie, Spaziergänge am Strand mit unserer Hündin Luna, Rotwein.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

In einer italienischen Großfamilie gibt es genügend Personal, sodass mir die Ideen nicht ausgehen.

Neben Ihrer Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Golflehrer. Aber nur, um mich selbst zu unterrichten. Und das ist kein überzeugendes Geschäftsmodell, oder? Auch Koch ginge, aber ich wäre ein schlechter Gastgeber.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und warum?

Ich habe sehr viele. Auf der schweren, toten Seite Montaigne und Tolstoi, für die Unterhaltung Bill Bryson, für Sachbücher Peter Ackroyd. Krimis: Graham Greene, Raymond Chandler, John Le Carré.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? 

Dashiell Hammett, Der Malteser Falke.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben? 

Krieg und Frieden.

Welche Person aus Roman, Film oder öffentlichem Leben würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie ihm/ihr sagen?

Benedict Cumberbatch. Meine Töchter lieben ihn, und ich würde ihn gern dazu bringen, ihnen ein Geburtstagsständchen zu singen. 

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Ich wäre gern J. K. Rowling im Zugabteil gegenübergesessen, als sie, pleite und von Sozialhilfe lebend, die Idee für Harry Potter hatte. Dann hätte ich sie angesprochen: »Ich weiß, woran Sie jetzt denken. Diese Idee, die Sie da gerade haben, wird die erfolgreichste Buchreihe aller Zeiten werden. Sie werden Millionen Kinder glücklich und sich selbst unermesslich reich machen.« Dann wäre ich aufgestanden und ausgestiegen. Und Zeit ihres Lebens würde J. K. Rowling an diesen geheimnisvollen, netten Mann mit deutschem Akzent denken, der nicht nur Gedanken lesen, sondern auch in die Zukunft blicken konnte.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Weltfrieden, ewiges Leben in Harmonie für alle, Eintracht Braunschweig in der Champions League.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Wenn ich das wüsste, wäre ich schon einen großen Schritt weiter in meinem Dasein. 

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Oh ja! Krimis, historische Romane, humorvolle Sachbücher – auf www.postausitalien.com gibt es die aktuellen Entwicklungen.

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