Verlagsgruppe Droemer Knaur



Auf dem roten Teppich: Ivonne Keller

Keine Hirngespenster, aber viele schöne Gespinste stammen aus der Feder der Autorin!

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Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Ehrlich, herzlich, offen

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Ich bekomme schlechte Laune, wenn es morgens schon hektisch losgeht. Überhaupt: Hektik kann ich nicht so gut ab, aber das wird über den Tag besser. Im Büro treibt Hektik mich eher an und macht mich produktiv. Beim Schreiben genauso. Freude macht es mir, wenn ich sehe, wie andere Spaß haben und glücklich sind. Das kann ein verliebtes Pärchen sein, spielende Kinder auf der Straße. Oder wenn Leute mir zulächeln, einfach so.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Das ist schwer zu sagen, weil ich wahnsinnig gerne zuhause bin. Aber gut, ich nehme das Frühstück in Schweden, an einem dieser Seen, wo kein Mensch ist und man kein anderes Geräusch hört, als das Platschen eines Reihers beim Eintauchen ins Wasser. Diese absolute Stille am Morgen: grandios. Mittags darf mehr los sein: Ich nehme das Mittagessen in einer Tapas-Bar in Barcelona. Danach: Shopping! Das Abendessen genieße ich in meinem Lieblingsrestaurant am Strand in der Cala Santanyi auf Mallorca und sehe dabei den Kindern beim Spielen im Sand zu.

Kaffee oder Tee?

Kaffee mit Milch und Zucker

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Der perfekte Tag wäre im Bett mit meinem Laptop auf dem Schoß, denn ich schreibe am liebsten in den Kissen. Zwischendurch würde ich mich vielleicht zu einem späten Frühstück mit einer Freundin treffen.

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Die Ideen für meine Bücher bekomme ich aus meinem Alltag. Ich finde es wahnsinnig interessant, wie unterschiedlich Menschen ticken. Was den einen aufregt, findet der andere völlig normal. Was manch einen tödlich kränkt, ehrt den nächsten. Wenn ich in der S-Bahn etwas aufschnappe oder jemand aus der Nachbarschaft oder der Familie etwas erzählt, dann fängt bei mir schon das Kopfkino an. Das Leben schreibt doch die schrägsten Geschichten. Manche sind so unglaublich, dass sie einem kein Leser abnehmen würde. Mich fasziniert, was mit Menschen passiert, wenn sie kurz davor sind, auszuflippen.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Warum?

Ich arbeite seit vielen Jahren als Personalerin und habe viel Spaß am Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Meine deutsche Lieblingsautorin ist Petra Hammesfahr. Ich liebe ihre Sprache. Die Charaktere, die sie schafft, sind immer glaubwürdig. Sie durchleuchtet ihre Geschichten von allen Seiten und schafft somit immer neue Perspektiven und Möglichkeiten des Tathergangs. Meine beiden zweiten Lieblingsautorinnen sind Marian Keyes und Sophie Kinsella, deren Bücher ich immer im Original lese und in wenigen Tagen verschlinge. Ich liebe es, beim Lesen zu lachen, und wie es den beiden gelingt, mir ihre Charaktere vertraut zu machen, ist einmalig.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

„I’ve got your number“ von Sophie Kinsella habe ich (neben drei anderen Büchern) im Urlaub gelesen.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

„Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Paolo Giordano und „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak. Beide sehr beeindruckend und mir bis heute im Kopf.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Ich würde sehr gerne mit Petra Hammesfahr einen Kaffee trinken und sie fragen, wie sie arbeitet. (Ich hätte sehr viele Fragen!)

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Ich war Zeitzeuge, als Außenminister Genscher 1989 auf dem Balkon der Prager Botschaft verkündete, dass die Bürger der DDR, die sich dorthin geflüchtet hatten, ausreisen dürfen. Das macht mir heute noch eine Gänsehaut. Ich hatte wenige Tage zuvor frische Unterhosen über den Zaun geworfen, weil die hygienischen Bedingungen bei den Frauen katastrophal waren und sie um Hilfe baten. (Allein, diese Unterhosen in Prag zu besorgen, war ein Abenteuer!) Ich bin dankbar, dass ich bei diesem historischen Ereignis dabei sein durfte.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

Zu diesen drei Wünschen fällt mir für mich persönlich gar nichts ein. Es haben sich schon so viele Wünsche in meinem Leben erfüllt. Ich glaube, dass man durch eigene Kraft alles erreichen kann, was man möchte. Man braucht nur Geduld. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die Menschen aufhören, Sushi zu essen und sehr viel weniger Fleisch. Das würde schon viele Umweltprobleme lösen.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Meine Lebensphilosophie: Sei dankbar. Genieße.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Ich schreibe zurzeit an meinem dritten Frauenroman.

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