Im Gespräch

Interview mit Krimi-Autor Anders de la Motte

Anders de la Motte arbeitete mehrere Jahre als Polizist und in der Security-Branche bevor er erfolgreicher Schriftsteller wurde. Wie seine Berufserfahrungen seine Kriminalfälle inspirieren und welche Orte in Schweden sie unbedingt mal besuchen sollten, verrät er im Gespräch.

1. Woher schöpfen Sie die Ideen für Ihre Romane? Spielt Ihre Vergangenheit als Polizist bei Ihrem literarischen Schaffen eine große Rolle? Haben Kriminalfälle in Ihren Romanen reale Vorbilder?

Ich lasse mich hauptsächlich von Büchern inspirieren (meine Mutter war Bibliothekarin), aber auch von Filmen, TV-Serien, Zeitungen und Zeitschriften. Meine Kindheitserinnerungen aus den 80er Jahren bilden die Basis, für die vier Romane des Skåne-Quartetts, gerade was die Gegend, die Menschen und den Erzählton betrifft.
Natürlich hilft mir meine Erfahrung als ehemaliger Polizist. Ich weiß, wie man eine Ermittlung leitet, was in den Polizisten vorgeht, wie sie denken, sprechen und handeln. Und ich kann mich bei Fragen immer noch an viele meiner einstigen Kollegen wenden. Die Fälle jedoch, die ich in meinen Romanen schildere, entspringen meiner Fantasie.

2. Warum ist ausgerechnet Schweden, eins der sichersten Länder weltweit, so bekannt für seine Krimis und Thriller?

Die Antwort steckt bereits in der Frage. Gerade weil Schweden solch ein sicheres Land ist, stellt es eine gute Plattform für den Kriminalroman dar. Als Autor suchst du nach Dynamiken und Spannungsfeldern, die den Leser und auch dich selbst interessieren. Ein sicherer Ort eignet sich viel besser für eine Spannungshandlung als ein unsicherer Ort. Außerdem gibt es einige spannende Dynamiken in den nordischen Ländern. Wir haben sehr lange, fast nicht endende Sommernächte, aber auch sehr dunkle und eisige Winter. Wir haben sehr dicht bevölkerte Gegenden und Gebiete, in denen man sich Kilometer um Kilometer von der Zivilisation entfernt. Ein dritter Faktor ist, dass es sehr viele, sehr gute und erfolgreiche Autoren in Schweden gibt. Das erhöht den Druck, sich ständig zu verbessern und zu entwickeln, um bei den Besten dabei zu sein.

3. Welche Stadt oder welche Ortschaft sollte man in Schweden unbedingt gesehen/besucht haben? Haben Sie einen Geheimtipp?

Meine Heimat Skåne sollten Sie auf alle Fälle besuchen, es liegt an der Südspitze Schwedens. Dort spielen auch meine Romane. Dieser südöstliche Teil von Schweden mit seinem schier unbegrenzten Himmel erinnert einen an die Toskana in Italien. Es gibt lange sandige Strände an der West- und Südküste, während in der Mitte und im Norden von Skåne einige der schönsten Wälder Europas die Natur prägen. Besonders im Sommer lohnt sich ein Ausflug in die Städte Malmö, Ystad, Helsingborg und Simrishamn. Und Skåne ist von Stockholm weiter entfernt als von Berlin.

 

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