Im Gespräch

Interview mit Adrian McKinty über »The Chain«

Adrian McKinty's Kriminalromane sind preisgekrönt. Nun ist sein neuer Thriller »The Chain« erschienen. Was dahinter steckt und wie sein Philosophie-Studium in Oxford sein Schreiben beeinflusst, verrät er hier.

Die Idee von  »The Chain« erinnert an die Kettenbriefe, die viele von uns zu Schulzeiten bekommen haben. Was war Ihre Inspiration für das Buch?

Ja, in Irland wurden wir in den 70ern und 80ern mit diesen Kettenbriefen geradezu bombardiert und sie haben einen wirklich großen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich fand sie ziemlich gruselig und ich dachte, dass man dieses Konzept vielleicht auf die heutige Zeit übertragen kann.

Ihre letzten Bücher spielten in Irland. The Chain hingegen in Massachusetts in den USA. Warum haben Sie sich dazu entschlossen?

Es war einfach die Geschichte, die so erzählt werden wollte. Ich kenne Boston gut und es schien richtig, die Geschichte dort spielen zu lassen. Das Buch bezieht sich im Subtext stark auf HP Lovecraft und der Roman spielt in Lovecraft Country i.e. Essex County, Massachusetts.

Das Prinzip von The Chain baut darauf auf, dass jeder von einem Opfer zu einem Kriminellen werden kann. Glauben Sie an dieses Konzept?

Ja, ich stimme da mit JG Ballard überein, dass Zivilisation nur eine dünne Schicht über viel grundlegenderen Instinkten und Bedürfnissen ist und wir zu allem in der Lage sind, wenn diese Schicht abgestreift wird. 

Sie haben Philosophie an der Oxford University studiert. Wie beeinflusst Ihr Wissen Ihr Schreiben?

The Chain soll ein Gedankenexperiment in moralischer Philosophie und ethischer Theorie sein. Es ist ein bisschen wie eine lange Version von Philippa Foot’s bekanntem ‚Trolley Problem‘ (Anm. d. R.: Ein moralisches Gedankenexperiment, bei dem eine Straßenbahn außer Kontrolle geraten ist und droht, fünf Menschen zu überfahren. Durch Umstellen einer Weiche könnte die Bahn so umgeleitet werden, dass nur eine Person getötet wird.)

Glauben Sie, es liegt in Ihrer Verantwortung als Autor von Thrillern, geschichtlich oder politisch relevante Themen zu behandeln?

Nein. Autoren können schreiben, worüber sie verdammt noch mal wollen. Wenn sie in ihren Büchern über Politik schreiben wollen, ist das gut. Wenn sie das nicht wollen, ist das genauso gut.

Paramount Pictures haben die Rechte für Ihr Buch gekauft. Warum glauben Sie, ist die Geschichte dazu geeignet, in einen Film adaptiert zu werden?

Weil sie verdammt gut ist.
 

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