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30 Jahre Deutsche Einheit

Deutschland war über vier Jahrzehnte lang geteilt bis es im November 1989 zum Fall der Mauer kam und wir nun 30 Jahre Deutsche Einheit feiern können. Als die frühere DDR der Bundesrepublik beitrat, ergab sich für Millionen von Menschen ein ganz anderer Alltag, an den sich alle Menschen erst einmal gewöhnen mussten. Heute blicken wir auf 30 Jahre gemeinsame Geschichte zurück: Wir sind zusammengewachsen und gleichzeitig erkennen wir trotzdem oft noch Unterschiede.

30 Jahre Deutsche Einheit

Unser Autor Matthias Lisse wurde 1957 geboren und erlebte den Mauerbau und die Wiedervereinigung hautnah: Aufgewachsen in der DDR, im Frühjahr 1988 die Flucht in die Bundesrepublik und 18 Monate später folgten ihm seine Frau und Tochter.

In der DDR studierte er Veterinärmedizin und später Pferdezucht und -sport und wurde Militaryreiter sowie Ausbildungsleiter des bedeutendsten Vollblutgestüts der DDR. Seine Erfahrung nutzte er in der Bundesrepublik, um mit seiner Familie einen Reit- und Zuchtbetrieb in Bayern aufzubauen, wo sie noch heute leben. 

Inspiriert von seiner eigenen Geschichte schrieb Matthias Lisse seinen Roman “Die geteilten Jahre” – eine deutsche Familiengeschichte zwischen Mauerbau und Wiedervereinigung.

Matthias Lisse - Die geteilten Jahre

Berlin, 13. August 1961

Das Ehepaar Leipold hat den Traum vom “Arbeiter- und Bauernparadies” ausgeträumt und möchte die DDR mit ihrem Sohn Marcus so schnell wie möglich verlassen. Doch die Errichtung der Mauer versperrt ihnen den Weg in die Freiheit.

Viele Jahre später hegt ihr Sohn Marcus ebenfalls den Wunsch, in den Westen zu gehen. Doch zunächst gelingt es nur ihm, den Traum Wirklichkeit werden zu lassen, und seine Frau und Tochter bleiben in der DDR zurück. Erst im September 1989 kommt Hoffnung auf, die Familie wieder zusammenzuführen. Tausende DDR-Flüchtlinge stürmen die Prager Botschaft und seine Familie ist unter ihnen.

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Zeitstrahl zum Leben des Autor

- Geboren am 04.05.1957 in eine Familie, die mit dem Arbeiter- und Bauernstaat und seiner Ideologie nie etwas anfangen konnte.

- Der Versuch seiner Familie am 15.08.1961 über Westberlin in die BRD zu flüchten scheiterte am Mauerbau. 

- Nach Abschluss der 10. Klasse als Jahrgangsbester, Erlaubnis zum Übertritt auf die EOS, Abitur 1975, anschließend Grundwehrdienst bei der NVA.

- 1977-1980 Studium der Veterinärmedizin an einer Ingenieurschule, da er keine Zulassung zum Hochschulstudium erhielt

- Während des Studiums erste Begegnung mit der Stasi, er hatte während der Kulturtage Texte des Leipziger Kabaretts „Die Pfeffermühle“ zitiert.

- Nach dem Studium Verbleib an der Ingenieurschule als Lehrassistent. In dieser Zeit wurde die Reitsportsektion die erfolgreichste im Bezirk Erfurt (heute Land Thüringen).

- 1981 Heirat mit Inga Lisse, geb. Banneick, deren Eltern eine ähnliche Auffassung zur DDR hatten wie die seinen. 

- 1983 Berufung als Ausbildungsleiter in das Hauptgestüt Graditz, die führende Zuchtstätte der DDR für englisches Vollblut. Er war der einzige Ausbildungsleiter im Bereich der Zentralstelle für Pferdezucht, der nicht Mitglied der SED war.

- Nachdem der Druck, Mitglied der SED zu werden, übergroß wurde, im April 1988 in Absprache mit der Familie Flucht in die BRD. 

- Nach Ankunft in der BRD sofortige Aktivitäten zur Familienzusammenführung eingeleitet, vor allem über die UN-Resolution 1503, die auf dem Wege der Sammelbeschwerde innerhalb von zwei Jahren in vielen Fällen erfolgversprechend sein sollte.

- Aufnahme einer Tätigkeit als Reitlehrer in Österreich, von dort aus Treffen zum vierten Geburtstag der Tochter in einem Wintersportort in der CSSR. Das dabei eingegangene Risiko, festgenommen und an die DDR ausgeliefert zu werden, war ihm im vollen Umfang nicht bewusst.

- Im September 1989 nach der ungarischen Grenzöffnung bei dem Versuch, Frau und Kind über die CSSR nach Ungarn zu bringen, festgenommen und stundenlang verhört worden. Nach der Freilassung gelang es in einer dramatischen Aktion die Verfolger abzuschütteln, ungesehen Frau und Tochter aufzusammeln und nach Bratislava zu bringen. Dort erneute Trennung. Während seine Familie nach Prag fuhr mit dem Ziel, in die deutsche Botschaft zu gelangen, musste Lisse bis 6 Uhr morgens die CSSR verlassen.

- Inga und Jette Lisse schaffen es nicht, zu den Flüchtlingen der ersten Welle, die mit H.-D. Genschers Halbsatz in die Freiheit gelangen, durchzudringen. Mit Hilfe eines Gis gelangen sie am nächsten Morgen über die amerikanische Botschaft in die deutsche und sind so bei den ersten „Zweitbesetzern“.

- Am 05.10.1989 erreichen seine Frau und Tochter mit der zweiten Welle Hof und von dort aus Weiterfahrt zu ihm nach Österreich.

- 1995 erste Pacht, 10 Jahre später Kauf eines Reitbetriebs in Bayern. Familie Lisse lebt heute im „Landgut Lisse“ in einem drei Generationenhaus.

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